HNA - Frankenberger Allgemeine
Sonntag, 19. November 2008

In Kürze

Grüsener Erntewagen

GEMÜNDEN. In Gemünden begann der Erntedanktag 1933 mit einem von Pfarrer Rüger gehaltenen Gottesdienst.Nachmittags startete in der Wohraer Straße ein Festzug mit vorwiegend landwirtschaftlichen Motiven, die Grüsener Bauern stellten einen Erntewagen. An eine Spinnstubengesellschaft schlossen sich nahtlos Bund deutscher Mädchen, SA, SS und die örtlichen Vereine an. Vor dem Gasthaus Schreiber wurden von Ortsgruppenleiter Ungemach „die Maßnahmen der Regierung der Nationalsozialistischen Revolution zur Schaffung und Erhaltung eines gesunden Bauernstandes“ verkündet. Die Festrede hielt Rektor Seibert.

Symbol Hakenkreuz

RÖDDENAU. Zu einem regelrechten "Wettbewerb um die Ausschmückung der Wagen für den geplanten Festzug" zu dem "von unserer nationalsozialistischen Regierung eingesetzten Reichserntedanktag" kam es im Oktober 1933 in Röddenau. Nach dem Festgottesdienst mit dem Frankenberger Pfarrer Sandrock startete der Festzug am Nachmittag, angeführt von den Schulkindern, SA, HJ, Jungvolk und BDM. "Über der ganzen Veranstaltung schwebte aber das uralte Siegeszeichen, das Hakenkreuz, als verheißungsvolles Symbol für den nun wieder zur Bedeutung gelangten Nährstand", berichtete das auf die einheitliche Propagandalinie ausgerichtete Lokalblatt.


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Choräle und Siegheil

ELLERSHAUSEN. Auch in Ellershausen wurde von der NS-Propaganda dem Bauernstand "als Lebensquell des deutschen Volkes" am Erntedanktag entsprechend gehuldigt. Brauchtum erneuern und Volksverbundenheit demonstrieren wollten auch noch die SA und NS-Frauenschaft, die geschlossen am Gottesdienst teilnahmen. Auch bei dem anschließenden Programm mischten sich gemeinsam gesungene christliche Choräle mit "von Heimat- und Vaterlandsliebe durchdrungenen Liedern" des Männergesangvereins, Siegheil auf den "Führer" und das Horst-Wessel-Lied. Lehrer Möller forderte dazu nach seiner Ansprache die Menge auf.

Vier Jahreszeiten

BOTTENDORF. Nach dem Gottesdienst mit Pfarrer Baltz gab es auch in Bottendorf einen Festzug, in dem Arbeit auf dem Land, in der Spinnstube und im Wald in den vier Jahreszeiten dargestellt wurde. An der Spitze marschierten hinter dem Posaunenchor SA- und SS-Männer. Oberförster Rohrmann hatte mit Kollegen sein Büro auf einem tannengeschmückten Wagen aufgebaut. Auch in Bottendorf verbanden sich die Ansprache von Zellenwart Merle und sein Sieg-Heil auf Hitler mit dem Lob des "Schöpfers der Ernte" und dem Segen des Pfarrers. (zve)

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