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Frankenberger Zeitung Spurensuche - Einige jüdische Familien und ihre Häuser in Battenfeld ALLENDORF-BATTENFELD (ied). Die Teilnehmer der „Sommertour" riefen auch Erinnerungen an einige jüdische Familien des Dorfes wach: Blumenthal. Die Vorfahren gehörten zu den ersten Juden in Battenfeld. Schon 1707 wurde ein Isaak Joseph im Dorf geboren. Gestorben ist er 1809 mit 102 Jahren. Ein Sohn hieß Aaron Isaak. Sein Name steht auf einem alten Balken, der bei der Renovierung eines Fachwerkhauses im Rennertehäuser Weg 3 entdeckt wurde. In dem Weg nahe der alten Schule und im Nachbarhaus (heute Kirchhübel) wohnten die Blumenthals. Elsoffer und Lehrberger. Die Familien wohnten in der Edertalstraße 44. Das noch heute als „Judenhaus" bezeichnete Gebäude entstand um 1750 als herrschaftliches Haus der darmstädtischen Landgrafen, die es später verkauft haben. Die Familie Lehrberger hatte drei Mädchen: Irene (geboren 1927), Margot (geboren 1929) und Gertrud Hildegard (geboren 1932). Viele Battenfelder erinnern sich noch an die Mädchen. Die Elsoffers und Lehrbergers starben in einem Konzentrationslager.
Oppenheimer. Salamon Oppenheimer kam um 1840 aus Berghofen nach Battenfeld und kaufte das Haus Marktstraße 11, jetzt Mitze/Hirt. Er hatte viele Kinder und musste sein Haus deshalb vergrößern. Sein Sohn Herrmann verkaufte das Haus 1936 an Karl Benner, bei einem Verkehrsunfall in Frankfurt kam er ums Leben. Seine Frau Rosalie wanderte nach Amerika aus. Stern. Noch heute ist die Metzgerei von Isaak Stern ein Begriff in Battenfeld. Ruben Stern wurde 1849 geboren, er war erst Handelsmann und übernahm später die Metzgerei. Die Familie hatte zwei Kinder: Lina kam in einem KZ ums Leben. Ihr Bruder war der bekannte Isaak Stern, der 1936 nach Amerika ausgewandert ist. In dem Haus befindet sich heute die Metzgerei Specht. In der Marktstraße 27 (heute Walter Wolf) befanden sich die Synagoge und die Schule. Dort wohnten die Lehrer mit ihren Familien. 50 Jahre nach der „Kristallnacht" hängten die Battenfelder auf Initiative des damaligen Pfarrers Klaus Fey 1988 eine Gedenktafel für die Opfer und die in KZs Ermordeten auf. Sie fand ihren Platz am alten Backhaus, unmittelbar gegenüber den ehemaligen Häusern der Familien Stern und Blumenthal. Zitiert werden Zeilen von Ilse Blumenthal-Weiss, die sie 1945 im KZ Theresienstadt geschrieben hatte. Unter anderem heißt es darin: „Ich kann nicht hassen. Sie treten mich mit Füßen, ich kann nur büßen. Ich kann nicht hassen. Sie werfen mich mit Steinen, ich kann nur weinen."
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