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Frankenberger Zeitung Von den Kirchenvätern bis zu den Nationalsozialisten (-sg-). Antisemitismus ist ein altes Phänomen. Schon die ersten Christen taten sich schwer mit den Juden. Bereits die Kirchenväter hätten Beschuldigungen gegen sie vorgebracht, erinnerte Manfred Scholz aus Geismar: Sie hätten Jesus ans Kreuz gebracht, heißt es schon in frühen Schriften. Im Mittelalter waren die Juden immer als Sündenböcke willkommen. Von Pogromen berichtet auch der Frankenberger Stadtchronist Wigand Gerstenberg: So wurden 1295 Juden aus der Stadt in eine Geismarer Scheune gebracht und dort verbrannt - Rache für den angeblichen Ritualmord an einem Kind in Thüringen. 1349 wurden dort erneut Frankenberger Juden verbrannt - außer sie ließen sich taufen. Damals grassierte die Pest. Schuldige: wieder die Juden. Eine neue Qualität bekam der Antisemitismus Ende des 19. Jahrhunderts mit der „Rassenkunde". Verfechter dieser Lehre behaupteten, dass jede Rasse feste „Eigenschaften" habe und unterschiedlich viel wert sei. Wie in der Tierzucht wollten sie durch „Rassenhygiene" ein Volk aus „reinrassigen" Menschen schaffen, das allen anderen überlegen sei. Als Gipfel galt ihnen die „arische" oder „nordische Rasse", die sie auf die Germanen zurückführten. Dabei vergaßen sie jedoch den Blick ins Geschichtsbuch. So sind zum Beispiel die Bayern in der Zeit der Völkerwanderungen aus verschiedenen, auch nichtgermanischen Stämmen entstanden. Und bei der Besiedelung der Gebiete östlich der Elbe haben sich im Mittelalter deutsche und niederländische Bauern fröhlich mit den slawischen Einwohnern vereint. Von „reinrassigen" Deutschen also keine Rede. Trotzdem griffen auch die Nazis auf diese pseudowissenschaftliche Lehre zurück, die durchaus dem Zeitgeist entsprach. Einzigartig in der Weltgeschichte ist die Radikalität der Umsetzung: Hitler und seine Helfer strebten nichts weniger an als die komplette „Ausrottung" der „minderwertigen" Juden, die für sie nur „Ungeziefer" und „Staatsfeinde" waren. Schon 1933 gab es erste Boykottaufrufe und Berufsverbote. Mit den „Nürnberger Gesetzen" 1935 wurden Juden zu Staatsbürgern zweiter Klasse, sie durften keine „Arier" mehr heiraten. Hinzu kamen immer mehr Berufsverbote. Ab 1938 wurde die „Arisierung" jüdischer Geschäfte forciert, für einen Spottpreis mussten die Eigentümer verkaufen. Auch Grundbesitz wurde erfasst. 1941 begannen Verschleppungen jüdischer Familien in KZs im Osten. Zwischen 2000 und 400 Reichsmark gab es im Frankenberger Land für ein Haus, das Mobiliar wurde versteigert. 1942 beschloss die Wannsee-Konferenz die Ermordung der Juden - getarnt als „Endlösung der Judenfrage". Nach SS-Unterlagen kamen rund sechs Millionen Menschen um. |