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HNA - Frankenberger Allgemeine Tafel soll an Samson Dilloff erinnern FRANKENBERG. Mit der Verfolgung der Juden in Frankenberg, insbesondere mit dem Frankenberger Samson Dilloff (1866 bis 1938), beschäftigte sich die Klasse lOe der Frankenberger Burgwaldschule unter Anleitung ihres Deutschlehrers Karl-Hermann Völker. Sie nahm damit am Wettbewerb der Bundeszentrale für politische Bildung teil und erhielt einen Preis.
Dilloff ist ein Name, der noch heute in Frankenberg bekannt ist. Aber wer war Samson Dilloff tatsächlich? Dieser Frage waren die Jugendlichen der Klasse 1Oe nachgegangen und hatten bei ihrer Recherche viel Interessantes zusammengetragen, das sie zu einer lesenswerten Dokumentation als Wettbewerbsbeitrag zusammengefügt haben. Bei ihrer Spurensuche fanden sie zwar eine Gedenktafel und einige wenige Info-Plaketten, die auf die vor der Naziherrschaft in Frankenberg lebenden jüdischen Mitbürger hinweisen. Aber keinen Hinweis auf Samson Dilloff, der direkt neben dem historischen Rathaus, dort wo heute das Stadthaus steht, ein Spirituosengeschäft betrieb, Mitbegründer des Kaufmännischen Vereins war und als angesehener Frankenberger Bürger von 1919 bis 1933 Stadtverordneter war. Lediglich im Wohngebiet am Schräling fanden die Schüler eine Dilloffstraße, jedoch ohne eine Erläuterungstafel. Dillhoff starb 1938 in New York. Unter dem Oberbegriff „Spuren des Nationalsozialismus" hatten die Schülerinnen und Schüler durch Befragungen von Zeitzeugen, durch ihre Nachforschungen im Stadtarchiv, bei denen ihnen Stadtarchivar Dr. Horst Hecker behilflich war, und das Studium vereinzelt vorhandener Schriften in vielen freiwilligen Stunden eine Dokumentation zusammengestellt, mit der sie beim bundesweiten Wettbewerb einen der vielen Preise errungen haben. „Die Schüler haben sich beim Zusammentragen der Informationen viel Mühe gegeben," erklärte Lehrer Völker, der die Klasse 1Oe auf die Idee gebracht hatte. „Was wir dabei über Verfolgte in der NS-Zeit auch hier bei uns gelernt haben, hat niemanden kalt gelassen." Jetzt übergab eine Delegation der Klasse 1Oe ihre preisgekrönte, reich bebilderte Dokumentation und Wettbewerbsarbeit auch an Bürgermeister Rüdiger Heß. Sie verbanden mit der Übergabe gleichzeitig den Vorschlag und Wunsch, eine Erinnerungstafel am Stadthaus, dort wo früher das Dilloffsche Haus stand, anzubringen. Ein Muster mit Textvorschlag hatten sie gleich mitgebracht. Das Muster entspricht den in Frankenberg üblichen Hinweistafeln auf historische Gebäude und Begebenheiten.
Bürgermeister Rüdiger Heß würdigte die Arbeit der Jugendlichen als einen beachtenswerten Beitrag zur Aufarbeitung der jüngsten Frankenberger Geschichte und sagte den Autoren die Anbringung der Gedenktafel am Stadthaus zu. Die Dokumentation selbst soll dem Frankenberger Stadtarchiv zugeführt werden. (ZPZ) |