
Matthias
Müller |
... dann sind die Stolpersteine von Gunter Demnig in Frankenberg
Steine des Anstoes. Im besten Sinne: Den Anstoß zum Nachdenken
geben sie; den Anstoß, sich mit der Geschichte der eigenen
Stadt auseinanderzusetzen.
Sie sind nicht groß, nicht auffällig um jeden Preis.
Doch sie sind markant genug, um aus dem Pflaster herauszustechen.
Gerade darin liegt die Stärke der Steine. Man stolpert über
sie - mit den Augen. Kommt näher, bleibt stehen, beugt sich
nach vorn, um die Schrift zu lesen. Und nimmt sogleich Anteil
an einem Schicksal.
So hebt Demnig die Opfer aus der abstrakten Nummer von Millionen
Ermordeten hervor, gibt ihnen ihre Namen zurück - und erinnert
uns alle daran, wo das Grauen begann: direkt vor der eigenen Haustür.
mam@hna.de
> FRANKENBERG
|