HNA
- Frankenberger
Allgemeine
Sonntag,
15. Oktober 2006

Gedenktafel
im Rathaus: Hier wird am 9. November mit Lesungen an die
ermordeten Frankenberger erinnert werden.
Foto:
Völker
Gedenken
in der Schirn
Initiativgruppe Stolpersteine erinnert am 9. November an Pogromnacht
FRANKENBERG. Zur Erinnerung an die Pogromnacht am 9. November
1938, als in Frankenberg Menschen verschleppt, die Synagoge geschändet
und das jüdische Schulhaus in der Hainstraße demoliert wurden,
will die Initiativgruppe Stolpersteine, in der Mitglieder aller kulturtragenden
Vereine in Frankenberg vertreten sind, auch in diesem Jahr eine öffentliche
Gedenkveranstaltung organisieren.
Im vergangenen November hatte sie in das Kreisheimatmuseum eingeladen,
wo in einem Vortrag Monica Kingreen vom Fritz-Bauer-Institut Frankfurt
über die Schicksale der vom NS-Regime ermordeten Frankenberger
berichtete.
Nachdem im März von dem Kölner Künstler Gunter Demnig
die ersten kleinen Steine mit den Lebensdaten von NS-Opfern verlegt
worden sind, will die Initiativgruppe am Donnerstag, 9. November, ihr
Gedenken an der ehemaligen jüdischen Schule um 17.30 Uhr in der
Hainstraße beginnen, wo fünf solcher Steine an die ermordete
Lehrerfamilie Stern erinnern. Anschließend gehen die Teilnehmer
zur früheren Synagoge im Scharwinkel, dann zu den Häusern
Plaut und Dilloff am Obermarkt.
Gegen
18.15 Uhr, so ist geplant, wollen in der Rathausschirn die Mitglieder
der Initiativgruppe Stolpersteine mit Lesungen von zeitgeschichtlichen
und literarischen Texten an die Ereignisse in der Pogromnacht 1938 erinnern.
Seit 1986 befindet sich hier die städtische Gedenktafel für
die Opfer der Hitlerdiktatur.
Die Veranstaltung in Frankenberg am 9. November wurde von den Initiatoren
bewusst so früh angesetzt, damit für Interessierte anschließend
auch Gelegenheit ist, an der um 19.30 Uhr stattfindenden Gedenkfeier
in Kirche und Synagoge Vöhl teilzunehmen. (zve)