HNA
- Frankenberger Allgemeine
Sonntag, 24. Juni 2007
Stein als Mahnung
Forschungen zu Widerstandskämpfer Richter
FRANKENBERG. Als Norbert Straus, der Nachfahre Karl Richters, jetzt
nach Frankenberg zurückkehrte, war er besonders erfreut darüber, dass
das Schicksal seines Cousins Karl Richter in den vergangenen Jahren
intensiv erforscht worden ist. In einem Leipziger Museum war ein Koffer
mit den letzten Habseligkeiten und Papieren des Wanderarbeiters und
Sozialdemokraten aufgetaucht.
Dieser kam nach einem Grubenunglück im Alter von 39 Jahren als Invalide
nach Frankenberg und hatte es in der NS-Zeit besonders schwer, weil
er sich dem Regime nicht unterordnete, sondern noch 1932 demonstrativ
eine Hakenkreuzfahne mit Trauerflor aus dem Fenster hängte.

Stolperstein: An den Widerstandskämpfer
Karl Richter, den Cousin von Norbert Straus,
erinnert diese Gedenkplakette am Untermarkt 16.
Foto: Völker
Die Frankenberger Initiativgruppe Stolpersteine ließ dem Widerstandskämpfer
Karl Richter 2006 durch den Kölner Künstler Gunter Demnig einen Gedenkstein,
der von der Ermordung Richters am 27. März 1944 im KZ Majdanek berichtet,
setzen. Dieser Stein weist mit der Inschrift "Hier wohnte"
auf das Haus Untermarkt 16 hin, das nun Teil des erweiterten Hotels
Sonne ist. (zve)