HNA
- Frankenberger
Allgemeine
Sonntag,
2. November 2008
Ökumenische Andacht zur Pogromnacht
FRANKENBERG. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten
Synagogen in ganz Deutschland, Schaufenster jüdischer Geschäfte wurden
zertrümmert, Wohnungen demoliert, jüdische Bürger wurden misshandelt,
verschleppt und ermordet. Anlässlich des Gedenkens an diese Reichspogromnacht
vor 70 Jahren laden die Initiativgruppe Stolpersteine sowie die evangelischen
und katholischen Kirchengemeinden in Frankenberg zu Veranstaltungen
am Sonntag, dem 9. November, ein.
Beginn in der Schirn
Der erste Teil des Gedenkens in Frankenberg beginnt um 17 Uhr in der
Rathausschirn, wo seit 1988 eine Mahntafel an die Frankenberger Opfer
des NS-Systems erinnert. Dabei wird die Initiativegruppe Stolpersteine
ihre neue Broschüre "Hier wohnte…" vorstellen, mit der künftig
interessierte Bürger und Besucher der Stadt, vor allem auch Schulklassen,
einzelne Wohnhäuser und Stationen jüdischen Lebens aufsuchen und Informationen
über 38 umgekommene jüdische Frankenberger Einwohner sowie einen politisch
verfolgten Widerstandskämpfer erhalten können. Der Druck wurde durch
eine finanzielle Hilfe der Sparkassenstiftung Waldeck-Frankenberg möglich.
Rundgang
Beispielhaft werden die Teilnehmer der Veranstaltung gemeinsam bei einem
Rundgang vom Rathaus aus einzelne Wohnhäuser, aber auch die ehemalige
Synagoge im Scharwinkel und die jüdische Schule in der Hainstraße aufsuchen
und Informationen über die Opfer und die Ereignisse der Pogromnacht
erhalten. Die evangelische und die katholische Kirchengemeinde Frankenberg
laden anschließend um 18.30 Uhr in die Liebfrauenkirche zu einer ökumenischen
Gedenkandacht ein, die gemeinsam von Pfarrer Christoph Holland-Letz
und Pater Laurentius Meißner OT gehalten wird. (zve)

Pferdemarkt 3: Hier erinnert ein Stolperstein
an den in Treblinka ermordeten Philipp Dilloff.
Foto: Völker