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Frankenberger
Zeitung Pfarrer
Christoph Holland- Letz erklärte: "Der Judenhass der Nazis fand
auch in unserer Stadt viele aktive Helfer. Wir wollen nicht den Mantel
des Schweigens über das geschehene Unrecht decken, auch nicht über die
Schuld." Gemeinsam wolle man an das Leid der Opfer denken und die
Scham darüber zum Ausdruck bringen. Mehr als 150 Menschen waren aus
Anlass des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht in das Gotteshaus gekommen.
Pater Laurentius Meißner erinnerte mit Psalm 74 an Szenen der Tempelzerstörung,
und Manfred Scholz von der Initiativgruppe "Stolpersteine"
beschrieb die Schändung der Frankenberger Synagoge am 9. November 1938.
In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Pfarrer Holland-Letz von Marc
Chagall das "Selbstbildnis mit roter Thorarolle" von 1941.
Kantorin Beate Kötter nahm diese Stimmung in ihrer Orgelmusik auf, gemeinsam
beteten die Christen um Mut zum Widerstand gegen neue Formen des Hasses.
An der Gedenktafel für die jüdischen Opfer des Nazi-Terrors in der Rathausschirn
wurde die neue Broschüre "Hier wohnte…" mit Stadtplan und
Hinweisen auf alle ehemaligen jüdischen Gebäude vorgestellt. Manfred
Scholz dankte im Namen der Stolperstein-Initiativgruppe dem Stadtarchivar
Dr. Horst Hecker für die Erarbeitung. Ute Schluckebier übergab die ersten
Hefte an die Besucher. Ausgewählte Stolperstein- Stationen wurden bei
einem Rundgang aufgesucht. Dr. Horst Hecker gedachte am Haus Steingasse
20 an drei Opfer der Familie Dilloff, am Untermarkt 8 erinnerte Jutta
Emde an Josef und Mary Kaiser sowie ihre Tochter Jenny Liebmann. Die
Geschichte der Synagoge beschrieb Gabriele Huebener am Haus Scharwinkel
4. An der ehemaligen jüdischen Schule, Hainstraße 11, beschrieb Uta
Opper- Fiedler die Schicksale von sechs Mitgliedern der Lehrerfamilie
Stern. Johanna und Emil Plaut, den letzten jüdischen Gemeindevorsteher,
würdigte am Obermarkt 14 Gerlinde Kopecky-Pelzetter. |