HNA - Frankenberger Allgemeine
Donnerstag, 13. Mai 2010

HINTERGRUND
Schicksal: In Polen verschollen

Bei der Verlegung eines Stolpersteins vor der ehemaligen jüdischen Schule Hainstraße 31 in Frankenberg schilderte Manfred Scholz die Ereignisse der Pogromnacht 1938, die Verschleppung des Lehrers Stern in das KZ Buchenwald und die Deportation seiner Familie in die Todeslager. Die Mutter der Lehrersfrau, Ida Katz, Jahrgang 1873, lebte 1938 zwei Monate lang in Frankenberg und wurde 1942 nach Theresienstadt abtransportiert.

Vor dem Haus Schmiedegasse 2 wurde das Schicksal von Bertha Marx geb. Biermann verlesen, die dort wohnte und bereits im Mai 1937 von Frankenberg wegzog. Sie wurde 1942 nach Theresienstadt und von dort 1944 weiter nach Auschwitz deportiert.

Im Haus Untermarkt 10 wohnte bei der Familie Dilloff auch Ruth Friesem geb. Liebmann, die als 21-Jährige im Jahr 1942 nach Majdanek oder Sobibor verschleppt wurde und dort verschollen ist.

Im Haus Steingasse 10, später Uhrmacherei Gercke, betrieb bis zum Jahr 1911 die Modistin Eva Marx ein Modewarengeschäft. Sie zog fort, wurde später aus dem Kreis Siegen verschleppt und ist dann in Polen verschollen. (zve)

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