Abraham Blum [1]

geb. 30. 10 1855 oder 3. 10. 1855 in Vöhl [2]
gest. ? (ca 1940)

Eltern:
? (wahrscheinlich Johanna und Levi Blum)

Geschwister:
evtl. Sarah Blum (geb. 1851)
Marianne Blum

Ehegatte:
Frida Blum, geb. Stiefel (1855-1933)
Heirat wohl vor 1880

Kinder:
Hedwig, geb. 1880
Julius, geb. 1881, gest. 7.8.1883
Max, geb. Ende 1882, gest. 17.7.1883
Lina, geb. 18.7.1884
Louis Friedrich , 1888-1915
Herda, geb. 10.11.1894
Hector, geb. 1895
Rosalie, geb. 12.9.1896
(evtl. auch Johanna Blum?)

Wohnung:
Haus No 84, später Basdorfer Straße (heute Schlecker-Markt)

Beruf:
Kaufmann


1880
Geburt der Tochter Hedwig

1881
Am 11. Juli zeigt Abraham Blum beim Standesamt die am 3. Juli erfolgte Geburt des Sohnes Julius an.

1882
Am 3.10. zeigt Abraham Blum die am 26.9. erfolgte Geburt des Sohnes Max an.

1883
Tod der Söhne Max und Julius
Blum gehört ab 1883 zur höchstbesteuerten Hälfte der Vöhler.

1884
Geburt der Tochter Lina

1885
Blum wurde am 17. November in die Vöhler Ortsbürgerliste aufgenommen; notiert sind: Geb.-ort Vöhl; Beruf Kaufmann.

1887
Dem Verzeichnis der Hundesteuerbesitzer zwischen 1883 und 1906 ist folgendes Dokument eingelegt:

Rechnungsabschluss [3]

Heute wurden uns nachstehenden Lieferranten, die zum diesjährigen Schulfeste angekauften Gegenstände baar und richtig von den Bürgermeister Müller dahir ausgezahlt worüber wir hier mit quittieren.

Vöhl den 24 Octbr 1887

1. S. Katzenstein II. Achtzehn Mark empfangen
S. Katzenstein (Unterschrift)
18,00
2. Abr. Blum Achtzehn Mark 20 Pf. Empfangen
Abr. Blum (Unterschrift)
18,20
3. M. Rothschild Fünf Mark empfangen
Moritz Rothschild (Unterschrift)
7,20
4. H. Chr. Scherf Eine Mark 50 Pf empfangen
Heinrich Chr. Scherf (Unterschrift)
1,50
5. Fried. Rohde Zweiundzwanzig Mark 75 empfangen für Musik
F. Rohde (Unterschrift)
22,75
6. Anton Fröhling Acht Mark empfangen 4,50
    _____
79,85
[4]

mit anderer Handschrift ergänzt:
2 M. 20 bei Rothschild zugelegt


1888
Abraham Blum zeigt die am 16. erfolgte Geburt des Sohnes Louis am 18. Oktober beim Standesamt an.

1890
In einem Schreiben des Amtsgerichts an das Ortsgericht Vöhl wird erwähnt, dass eine Firma Johanna Blum im Handelsregister eingetragen ist. Mit Bleistift ist dort ein Wort ergänzt, das "Inhaber" heißen kann, und dahinter steht der Name Abr. Blum

Durch einen Vergleich in einer Klagesache zwischen einem nicht näher bezeichneten Katzenstein und Abraham Blum einerseits sowie Wilhelm Heinze II andererseits kommen 25 Mark in die Armenkasse und werden an die christlichen Armen verteilt.

1894
Abraham Blum wird wegen Verstoßes gegen die Polizeiverordnung zweimal mit einer Buße von 1 Mark belegt.
Geburt der Tochter Herda

1895
Geburt des Sohnes Hector

1896
Blum wird im Januar mit einer Buße von 1 Mark belegt.

Im Dezember muss er wegen Verstoßes gegen die Sonntagsruhe 1 Mark bezahlen.
Geburt der Tochter Rosalie.

1898-1927
Blum ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde (wahrscheinlich ununterbrochen).

1898
Bei der Gemeindeverordnetenwahl kommen A. Blum und M. Rothschild in die Stichwahl in der I. Abteilung, weil die Wählerstimmen im ersten Wahlgang nicht reichten. In der Stichwahl unterliegt Blum. [5]

1899/1900
A. Blum war 1899-1900 Mitglied des Gemeinderats

WLZ am 9.10.1900:
"Vöhl. Hier wurde der Handelsmann Selig Sch. plötzlich verhaftet. Man bringt die Verhaftung in Verbindung mit unsauberen Geschäften, die Sch. in Gemeinschaft mit einem anderen Bewohner unseres Ortes, Abraham B. gemacht haben soll." [6]


1900
Abraham Blum wird im Oktober wegen Verstoßes gegen die Steuerordnung mit einer Buße von 2 Mark belegt.

1901
Er erhält eine Legitimationskarte für Gewerbetreibende.

1903-1904
Er erhält eine Legitimationskarte für Gewerbetreibende.

1906
Blum teilt dem Standesamt den Tod des Lehrers Joseph Laser mit.

Er erhält eine Legitimationskarte für Gewerbetreibende.

1909
Zusammen mit E. Katzenstein und Ferdinand Kaiser bildet er den Vorstand der jüdischen Religionsgemeinde Vöhl.

1911
Vorstand der jüdischen Gemeinde Vöhl zusammen mit E. Katzenstein und Ferdinand Kaiser

Am 20.11. halten sie schriftlich bezüglich der Umzäunung des Friedhofs fest: "...Man soll, wenn wieder eine Reparatur notwendig ist, diese machen, indem es für uns ein Heiligthum ist." [7]

Vor 1914
Abraham Blum unterschreibt einen Aufruf, in dem es darum geht, die Sparkasse der Herrschaft Itter nicht in die Kreissparkasse einzugliedern, sondern selbständig zu belassen. Mit ihm unterzeichnen weitere 68 Männer aus Vöhl, Marienhagen, Oberwerbe, Altenlotheim, Schmittlotheim, Basdorf und Obernburg.

1917
Blum wird am 5. März wegen Abgabe von Wollwaren ohne Bezugsschein vom Amtsgericht Korbach zu einer Geldbuße von 30 M. verurteilt.

1919
Von 1919 bis 1921 beschäftigt er Hugo Lamm (geb. 12.12.1904) als Lehrling.[8]

1920
Abraham Blum und Emanuel Katzenstein sind Trauzeugen bei der Hochzeit von Hugo Davidsohn und Ida, geb. Frankenthal

Am 18. Dez. berichtet die Corbacher Zeitung:

"In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag wurde beim Kaufmann Blum ein Einbruch verübt, wobei Schuhwaren, Stoffe, fertige Hosen, Wäschestücke, Schokolade usw. im ungefähren Werte von 10 000 Mark entwendet wurden. Für die Wiederbeschaffung hat der Geschädigte eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt."

Am 23. Dez.:
"Der schon gemeldete Einbruch beim hiesigen Kaufmann A. Blum hat schnell seine Aufklärung gefunden. Die Diebe waren vom Keller aus eingedrungen und hatten den Laden geplündert. Zum Fortschaffen der Waren nahmen sie vom hiesigen Bäcker einen Schlitten mit. Auf dem Wege nach Itter traf sie ein hiesiger Einwohner, der ihnen half, die "gehamsterten Kartoffeln" zu schieben. Da die Gauner dicht vermummt waren, konnte er sie nicht erkennen. Als sie aber nicht auf dem Bahnhofe Itter erschienen, schöpfte er Verdacht und erzählte bei seiner Rückkehr von seinem Erlebnis. Die sofort eingeleitete Untersuchung führte nach Goddelsheim, wo man in der dortigen Mühle S. nicht nur einen großen Teil der geraubten Waren, sondern auch andere Waren vorfand. Zwei der Diebe soll der Müller bereits namhaft gemacht haben."


1921
Blum ist verzeichnet im Ehren-Buch der Stifter für das Kriegerdenkmal Vöhl für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.

1924
Blum wird am 25.I. 1924 vom Schöffengericht Vöhl wegen Preistreiberei (Verordnung vom 13.7.23) zu 20 Goldmark Strafe verurteilt.

1929
Er ist im Einwohnerbuch für Waldeck und Amtsgerichtsbezirk Vöhl 1929 als Einwohner Vöhls eingetragen.

1929-32
Abraham Blum ist in der Bürgerliste der Wahlberechtigten eingetragen; als Anschrift ist Basdorferstr. 1 genannt.

1933
Tod der Ehefrau Frida
Abraham Blum lässt einen Doppelgrabstein anfertigen, wohl weil er dort auch beerdigt werden will. Die rechte Seite des Grabsteins ist leer geblieben. Wahrscheinlich wurde er woanders beerdigt.

1934
Blum verkauft das Lebensmittel- und Textilgeschäft (auch Schuhe, Porzellan, Kurz- und Kolonialwaren, nach Auskunft älterer Bürger das größte Geschäft am Ort) in der Basdorfer Straße an Erich Scheidt. Er verlässt Vöhl in diesem oder in einem der folgenden Jahre.

1936
Blum ist in einem gemeindlichen Verzeichnis als Besitzer des Hauses Basdorferstraße 1 (alte Hausnr. 84) eingetragen.

1966
Auf der Rückseite eines Briefes, in dem der Historiker Paul Arnsberg um Informationen über Abreisetermine und Zielorte der Vöhler Juden bittet, ist handschriftlich - möglicherweise von Bürgermeister Huffert - hinter dem Namen "Blum" ein Kreuz; ein Vorname ist nicht genannt, dies spricht für Abraham als dem Bekanntesten der Blums.


Gewerbesteuer
Für 1895 ist J. Blum (wohl Johanna) als Steuerpflichtige genannt, danach Abraham Blum; 1895 ist als Wohnung nur "Vöhl" angegeben, danach Haus No 60 , ab 1914 Haus No 84 [9]

1895 Gewerbesteuerklasse III: 64 M (Einziger Gewerbesteuerzahler der Klasse)
1895 Gewerbesteuerklasse IV: (11 Zahler bis max28 M; Gesamt III+IV: 216 M)
1908 Gewerbesteuerklasse IV: 36 M (Höchstbetrag von 12 Zahlern, Gesamt: 204 M)
1909 Gewerbesteuerklasse IV: 36 M (Höchstbetrag von 12 Zahlern; Gesamt: 208 M)
1909 Gewerbesteuerklasse IV: 36 M (Höchstbetrag von 12 Zahlern; Gesamt: 208 M)
1910 Gewerbesteuerklasse IV: 36 M (Höchstbetrag von 12 Zahlern; Gesamt: 216 M)
1911 Gewerbesteuerklasse IV: 36 M (Höchstbetrag von 14 Zahlern; Gesamt: 244 M)
1913 Gewerbesteuerklasse IV: 36 M (Höchstbetrag von 15 Zahlern; Gesamt: 252 M)
1914 Gewerbesteuerklasse IV: 36 M (Höchstbetrag von 15 Zahlern; Gesamt: 256 M)
1915 Gewerbesteuerklasse IV: 36 M (Höchstbetrag von 15 Zahlern; Gesamt: 252 M)
1916 Gewerbesteuerklasse IV: 36 M (Höchstbetrag von 15 Zahlern; Gesamt: 240 M)
1917 Gewerbesteuerklasse IV: 36 M (Höchstbetrag von 13 Zahlern; Gesamt: 220 M)
1918 Gewerbesteuerklasse IV: 36 M (Höchstbetrag von 13 Zahlern; Gesamt: 212 M)
1919 Gewerbesteuerklasse IV: 36 M (Höchstbetrag von 13 Zahlern; Gesamt: 216 M)
1920 Gewerbesteuerklasse IV: 36 M (Höchstbetrag von 14 Zahlern; Gesamt: 224 M)


Dienstboten gemäß Vöhler Gesinde-Register:

26.8.1880- 20.11.1884 Katharine Wilke aus Thal-Itter, 16 Jahre (1883), schlank, graue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, hellblond, keine besond. Merkmale, als Kindermagd und Hausmagd; Zeugnis: fleiß brav u. ehrlich betragen, gedient 4 1/4 Jahr (Unterschrift Abraham Blum)
2.6.1884- ? Emma Oppenheimer aus Zell (Kreis Alsfeld), 22 Jahre, stark gesetzt mitteler größe, dunkle Augen, stumpfe Nase, gewohnl. Mund, schwarze Haare, keine besond. Merkmale, als Hausmädchen
18.11.1884-14.11.1886 Friedericke Momberg aus Freienhagen, 17 Jahre, schlank, blaue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blond, keine besond. Merkmale, als Magd; Zeugnis: Durch Ehrlichkeit u. Fleiß die volle Zufriedenheit ausgedrückt. gez. A. Blum
22.5.1885- 12.11.1886 Johannette Urspruch aus Nieder Werba, 15 Jahr geb. d. 4.Febr. 1870, klein, blaue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blond, keine besond. Merkmale, als Magd; Zeugnis: fleißig u. ehrliches Betragen, gez. A. Blum
14.11.1886- ? Katharine Stein aus Marienhagen, 14 Jahre (Eintrag von 1883), klein, graue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, keine besond. Merkmale, als Dinst-Magd
16.11.1886-20.6.1887 Hermine Spitze aus Ober-Werba, 18 Jahre, geb.1868, den 22. Febr., klein, dunkelgraue Augen, spitze Nase, gewöhnl. Mund, dunkelblond, keine besond. Merkmale, als Dinstmagd; Zeugnis: Wegen Auswanderung nach Amerika aus dem Dinst getreten. z.B. (zur Beglaubigung) Müller (Bürgermeister)
1.4.1887- ? Marie Mander aus Vöhl, 14 Jahre, geb. 9.Juni 1871 (Eintrag bei vorausgegangenem Dienstantritt Mai 1886 notiert), schlank, blaue Augen, lange Nase, gewöhnl. Mund, dunkelblond, keine besond. Merkmale, als Magd;
12.11.1887- ? Wilhelmine Lohof aus Thal Itter, 22 Jahre, geb. den 3. August 1865, groß, blaue Augen, gewöhnliche Nase und Mund, hellblond, keine besond. Merkmale, als Dinstmädchen
26.11.1888- ? Katharine Knoche aus Altenlotheim, 23 Jahre, gesetzte Statur, blaue Augen, gewöhnliche Nase u. Mund, blond, als Amme (wohl für den im Okt. geborenen Louis)
19.2.1889- 12.12.1889 Wilhelmine Isenberg aus Berig; 20 Jahre, geb. den 14. Juni 1868, mittlere Statur, dunkle Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blond, als Dinstmädchen; Zeugnis: treu, brav, + fleißig, gez. Abr. Blum z. Begl. 29.2.89 Müller, Bgst.
17.2.1889-18.2.1891 Marie Saure aus Freienhagen, 22 Jahre, schlank, blaugraue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blond, als Magd; Zeugnis: treu u. fleißig betragen - gez. A. Blum - z.Bgl. Müller
18.11.1889- 12.11.1890 Elisabeth Zarges aus Nieder-Orke, 16 Jahre (Eintrag vom März 1887), geb. am 5 Novber 1870, klein, blaue Augen, lange Nase, gewöhnl. Mund, blond, keine besond. Merkmale, als Magd; Zeugnis: treu + Fleißig betragen gez. Abr. Blum
14.11.1890- 22.11.1892 Marie Rennert aus Höringhausen, 14 Jahre, geb. d. 30. April 1876, schlank, dunkle Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, dunkel blond, keine besond. Merkmale, als Kindermädchen; Zeugnis: treu u. fleißig betragen. Abr. Blum - z.Bgl. Müller Bgstr. (1890 wurde Johanna Blum geboren; das Kindermädchen könnte für sie, aber auch für den erst 2jährigen Louis zuständig gewesen sein; wenn für Johanna, dann wäre dies Zeugnis dafür, daß sie eine Tochter von Abraham u. Frida Blum war)
17.11.1891- 12.11.1893 Henriette Klein aus Thal Itter, geb. d. 26. Mai 1869, gesetzte Statur, braune Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, schwarze Haare, keine besond. Merkmale, als Dinstmagd; Zeugnis: Vollkommene Zufriedenheit. gez. A. Blum z.Bgl. Müller Bgstr.
17.11.1893- ? Louise Schäfer aus Niederorke, geb. 26. Mai 1871, schlank, graue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, dunkelblond, als Magd
3.3.1895- 12.11.1896 Katharine Bürgener aus Vöhl, geb. den 11. Febr. 1880, mittelgroß, blaue Augen, längliche Nase, gewöhnl Mund, dunkelblond, als Magd; Zeugnis: stets treu u. fleißig - gez. A. Blum - z. Bgl. Müller
28.2.1896- 12.4.1897 Marie Wolf aus Alt Lotheim, geb. am 6. Juni 1869, gesetzte Statur, schwarze Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blond, als Magd; Zeugnis: hat sich treu u. fleißig betragen. gez. A. Blum - z. Bgl. Müller Bgstr.
18.11.1896-? Anna Hufeisen aus Asel, geb. 31. August 1881, klein, schwarze Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blond, als Magd
15.11.1898- 27.12.98 Marie Heinemann aus Ober-Werba, Waldeck, geb. am 19. Mai 1883, groß, blaue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, hellblond, als Magd; Zeugnis: Auf ihren Wunsch entlassen. gez. A. Blum - z. Bgl. Müller Bgstr
1904- 07 Katz Isidor Stiefel, geb. 1.8.1890 in Rauschenberg, als Lehrling
1907- 10 Leopold Steinfeld aus Josbach als Lehrling
1907- 09 Paula Stiefel, geb. 20.6.1885 aus Rauschenberg, als Stütze der Hausfrau (spätere Frau des Hermann Mildenberg)
17.9.1910- 14.7.1911 Julius Lehmann aus Gladenbach, geb. 14.4.1893, als Kaufmann
1911- 1912 Gustav Lorsch, geb. 24.8.1894 in Alsfeld, als Handelsgehilfe
1913- 1917 Hermann Marx, geb. 26.6.1899 in Frankenberg, als Kaufmannslehrling
1933: als Dienstmädchen ist Frieda Dietzel beschäftigt
1934- 1937 Paula Marx, geb. 3.1.1905 als Hausgehilfin


[1] Ein Vöhler Bürger meint, Blum sei ein "sauberer Geschäftsmann" gewesen. Eine Frau erzählt das Gegenteil: In der Theke sei ein Schlitz gewesen. Kunden wurden aufgefordert: "Schieb das Geld rüber"; wenn etwas in den Schlitz gefallen sei und gefehlt habe, hätte Frau Blum auf Nachzahlung bestanden. (Diese Zeitzeugin war später an Handlungen beteiligt, die sich gegen Vöhler Juden richteten.)
Was während des Dritten Reiches aus Blum wurde, ist nicht bekannt. Im Ort wird erzählt, dass er nach Verkauf seines Geschäftes 1934 in ein Altersheim gegangen sei.
[2] Quelle zum zweiten Datum: Bürgerliste der Wahlberechtigten 1929-32
[3] Warum dies Schreiben in das Verzeichnis der Hundesteuerbesitzer gelegt wurde, ist unbekannt; - möglicherweise ein Versehen.
[4] Bei Rothschild ist der Betrag in Ziffern von 5 auf 7,20 geändert worden. Bei Fröhling wurde von 8,00 auf 4,50 geändert. Auch beim Gesamtbetrag wurde der ursprüngliche - nicht erkennbare - Betrag geändert
[5] Bürger und Kandidaten sind je nach Steuerbetrag in verschiedene Abteilungen oder Klassen eingeteilt.
[6] Gemeint sind wohl Selig Schiff und Abraham Blum.
[7] Lt. Schreiben von Paul Arnsberg an den Vöhler Bürgermeister von 1966 ist dieser Eintrag im Archiv der Jüdischen Historischen Gesellschaft in Jerusalem vorhanden.
[8] Quelle: Recherchen von Christiane Hilmes, Pfarrvikarin in Vöhl; ob Hugo Lamm Jude war, ist bisher nicht bekannt.
[9] Haus Nr. 60 wird auch als Wohnung von Bernhard Frankenthal angegeben. Es handelt sich um das Frankenthalsche Haus auf dem Schulberg. Haus Nr. 84 ist das Geschäftshaus in der Basdorfer Straße.