geb. 19. April 1820
gest. 5. Juni 1885, vormittags um halb ein Uhr in Vöhl, in der
Sterbeurkunde wird er als 67jährig bezeichnet
Eltern:
Joseph Blum und Ehefrau
Hedwig, geb. Kleim
Geschwister:
?
1. Ehegatte:
Emilie, geb. Lebbach
Heirat:
vor 1846
Tod Emilies vor Sommer 1849
2. Ehegatte:
Johanna Blum, geb. Blum und/oder
Johanna Blum, geb. Katzenstein, aus Frankenau
Heirat:
im Juni 1849
Kinder:
Joseph Blum (1846- ?)
Sarah Blum (1851- ?)
Marianne (1853- 1857)
evtl. Abraham (1855- ?)
Wohnung:
Haus Nr. 10 (kleines Haus in der Arolser Straße )
1845
Levi Blum verkauft im Mai unter anderem eine Kuh an Friedrich Gernand
und einen Ochsen an Heinrich Stadtler aus Basdorf; im ersten Fall auf
Ratenzahlung, im zweiten bleibt das Tier bis zur Zahlung in seinem Besitz.
Als Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde schreibt er zusammen
mit Isaak Rothschild und Michael Mildenberg einen Brief an den Kreisrat,
in dem sie sich darüber beschweren, dass die ledigen Juden ihre
Synagogenstühle nicht ersteigern.1846-48
Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde
1846
Levi Blum verkauft im Mai eine Kuh für 20 Thaler an Wilhelm Hillemann
auf Ratenzahlung.
1846-48
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.
1847
Levi Blum kauft am 11. Juni einen Ochsen von Heinrich Best aus Marienhagen;
Preis: 41 Gulden 15 Kreuzer.
Im Vöhler Verzeichnis der Vorräte an Getreide, Mehl, Reis,
Hülsenfrüchte und Kartoffeln ist festgehalten, dass Levi Blum
16 Malter Korn nach Adorf gefahren hat. (1 Malter = 128 Liter); am 30.
April werde er dieselbe Menge erhalten.
Auf einem Notizzettel im Gemeindearchiv im Zusammenhang mit Nahrungsmittelan-
und -verkäufen wird er erwähnt. Hinter seinem Namen steht
die Zahl 1.
Im Verzeichnis der Vorräte an Getreide, Mehl, Reis, Hülsenfrüchte
und Kartoffeln sind hinter seinem Namen notiert (Maßeinheit unklar):
16 Korn, 8 Bohnen
Am 14. Mai verkauft er 1 3/4 Malte Korn für 21 Gulden an Michel
Salberg in Eimelrod
1848
Tauschhandel mit Adam Krummel aus Vöhl: ein Paar Ochsen gegen einen
Wallach und eine Stute.
Er ist eines von 21 Mitgliedern der Vöhler und von 34 Mitgliedern
der Religionsgemeinde insgesamt.
Levi Blums Steuerkapital: 21 Gulden
1849
Laut einem Schreiben der Großherzogl. Hess. Reg.-Commission ist
Levi Blums Amtszeit als Vorstandsmitglied (zusammen mit Michel Miltenberg
!) beendet; da aber nur einer von beiden ersetzt werden darf, muss das
Los entscheiden. Blum soll nach Losentscheid ein weiteres Jahr Vorstandsmitglied
bleiben, doch wenige Tage später ist die Reg.-comm. der Meinung,
dass auch Blum ausscheiden muss. Bei der Neuwahl durch die Vorstandsmitglieder
Selig Stern und Abraham Rothschild und die Wahlmänner Faist Salberg
und Isaak Rothschild stimmt nur der Erstgenannte für Blum, die
anderen für Salomon Kugelmann.
13. Juni: Gesuch Levi Blums um Ausstellung eines Heiratsscheins
20. Juni: Levie Blum wird als Ortsbürger in der Vöhler Ortsbürgerliste
rezipiert; Berufsangabe: Handelsmann.
Er hat von 1849 bis 1850 einen Hund angemeldet.
1853-57
Levi Blum gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Vöhler.
1854
Im namentliches Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen
für das Jahr 1854 ist festgehalten:
Gewerbe: Fruchthändler und Spinnereikrämer, Händler mit
Rind- u. kleinem Vieh. Der Fruchthandel ist 1855 an ab (?)
1856
12.3.: Zeuge bei dem Ehevertrag zwischen Selig Frankenthal und Jettchen
Kaiser, geb. Löwenstern.
Im November beantragt Blum den Bau eines Wohnhauses.
1857
26.Dez.: Tod der taubstummen Tochter Marianne
1860
Stimmgeber (?)
1861
Ein L. Blum beantragt bei der Gemeinde den Bau eines "Abtritts".
1864
Nach einem Häuserverzeichnis anlässlich der Volkszählung
hat Blum in dem oben bezeichneten Haus in der heutigen Arolser Straße
gewohnt.
1868-75
Levi Blum gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Vöhler.
1871
Im Vöhler Verzeichnis der Pfändungs- und Versteigerungskosten,
die durch Beitreibung der Schulden entstanden sind, ist Levi Blum genannt.
Betrag der Schuld: 1 Thaler 20 Silbergroschen 4 Pfennig
1877
Steuerliste der Vöhler Juden: Normalsteuer 1,18 Mark; Beitrag für
6 "Ziele" : 10,62 Mark, damit "jüdischer Mittelstand"
1878
Grundbesitz: 80 a 99 qm "Vorm Ascheborn am Hamm". Diese Fläche
verkauft er lt. Kaufbrief vom 2.5. 1878 an Wilhelm Schmidt und Frau
Karoline. Er hat lt. Vöhler Rezeß von 1878 außerdem
einen Hausgarten von 88 qm und Hofraum von 156 qm.
Zusammen mit seiner Frau gehören ihm außerdem an steuerpflichtigen
Liegenschaften: 796 qm im von der Zusammenlegung betroffenen Bereich.
An Grundsteuer hat er jährlich zu entrichten: 1,72 M.
1883-1889
Auszug aus der Gewerbesteuer-Rolle des Kreises Frankenberg:
Steuerklasse B I; Gewerbe: Handel mit Vieh u. selbstverfertigten Produkten;
Umfang des Betriebes: gering; monatl. Steuersatz: 0,25 M 0,50 M (wohl
erhöht worden); Bemerkungen: 1885/86: Blum d. 31. März 1886
abge.....? 1.IV.86
Der ganze Eintrag ist gestrichen, wohl wegen Blums Tod u. Geschäftsaufgabe
Dienstboten laut Vöhler Gesinderegister:
21.4.1847- 19.11.1848 Christine Vesper von Thalitter
26.11.1847-? Wilhelmine Müller aus Alraft Fürstentum Waldeck
als Magd
3.1.1854- Martini 1854 Louise Figge von Sachsenhausen als "Macht"
14.12.1854-? Wilhelmina Kamm von Höringhausen als "Macht"
29.2.1855- ? Maria Schwobenland von Frankenau als Macht
12.12.1856- ? Louise Mankel aus Marienhagen als Macht
13.11.1857- 1858 (gestorben) Katharina Friedewald aus Fürstenberg
als Magt (!)
21.3.1858- 12-11-1859 Louise Rickus aus Schmidt-Lotheim (!) als Magt
16.11.1858-12.11.1859 Elisabetha Zarges von Harbshausen als Magt
10. Jan. 1860- ? Louise Höhle aus Alten-Lotheim als Magd
Martini 1861- ? Sara Katzenstein aus Höringhausen als Haushalterin
(!)
4.12.1865- ? Maria Bürgener als Magt
29.11.1868- ? Luise Friedewald als Dißmagt (?)
Grab auf dem jüdischen Friedhof Vöhl (Reihe
5 Grab 2):
| Hebräische
Inschrift |
Deutsche Inschrift |
 |
Hier
ruht in Gott
Levi Blum
geb. 1820
gest. 5. Juni 1885 |
| Übersetzung |
Bild |
| Hier
liegt begraben
Juda, der Sohn Josefs.
Er wurde geboren am 5. Ijar (1)
580 (2) kleiner Zählung.
Er verschied am
...
(Rest im Boden)
(1) April/Mai/Juni
(2) 1820
Anmerkung von Karl-Heinz Stadtler:
Levi Blum war der Vater Abraham Blums, der in Vöhl bis in die
30er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein ein Geschäft hatte. |

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