Hugo Davidsohn
hebr. Name: Chaim ben Yaakov [1] |
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geb. 26.7.1888 in Groß-Schliewitz (Westpreußen, südlich
von Danzig; heute: Sliwice in Polen)
gest. 26.12.1955 in Los Angeles, Kalifornien
Eltern:
Jakob Davidsohn (Gastwirt, geb. 14.2.1839 in Groß-Schliewitz,
gest. 30.1.1898 in Groß-Schliewitz) und
Emilie Katz (geb. 12.10.1858 in Tuchel (Westpreußen), gest. 21.2.1927
in Gleicherwiesen bei Hildburghausen)
Heirat der Eltern: 23.1.1883
Geschwister:
Lina Ulrike Davidsohn (geb. 10.11.1883 in Groß-Schliewitz, gest.
10.7.1955 in Hamburg)
Rosa Davidsohn (geb. 10.9.1885 in Groß-Schliewitz, gest. 3.11.1923
in Gleicherwiesen bei Hildburghausen)
Siegfried Davidsohn (geb. 23.7.1890 in Groß-Schliewitz, gest.
Oktober 1944 in Auschwitz)
Ehegatte:
Ida, geb. Frankenthal (1894-1970)
Heirat: 29.6.1920 in Vöhl, Trauzeuge war u.a. sein damals in Berlin
wohnender Bruder Siegfried
Kinder:
Ernst (1921- 1995)
Hugo Davidsohn lebte als Kind im Waisenhaus, weil seine Mutter ihn zu
Hause nicht ernähren konnte.
1905
Er besucht bis Mai 1905 die Roemhild Stadtschule in Roemhild (südlicher
Thüringer Wald).
1906
Seine Lehre absolviert er bei "M. Hess Nachfolger".
1910
Er setzt seine Ausbildung bei S. Grossmann, Saalfeld (Thüringen),
fort.
Okt.1912- Aug. 1914
Hugo Davidsohn absolviert seine Militärzeit.
1914- 30.4.1919
Gleich im Anschluss an die normale Militärzeit dient er als Soldat
im Krieg; er erhält das EK II und andere Medaillen mit Urkunde.
1919
Hugo Davidsohn trifft im Oktober seine spätere Frau Ida, geb. Frankenthal,
in Marburg.
1920
Heirat in Vöhl: Nach der standesamtlichen Trauung am 29. Juni folgt
am 30. Juni die religiöse Eheschließung in der Synagoge [2]
1921
Sohn Ernst wird am 12. Juni in Stuttgart geboren.
20er/30er Jahre
Er ist Mitglied im "Berthold Auerbach Verein", einer Untergliederung
des B'nai B'rith [3] in Stuttgart,
und gehört ebenso zum Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten.
1938
Davidsohn erhält im Oktober ein offizielles Arisierungsangebot
aufgrund seines Berufs, ihm geht es finanziell sehr gut, er hat sehr
gute Führungszeugnisse.
Am Tag nach der Pogromnacht, also am 10. November, wird er in das Lager
Welzheim, einem Nebenlager des KZ Dachau, eingeliefert; ein Freund aus
der Militärzeit, gleichzeitig hoher Nazi-Offizier, bekommt ihn
irgendwie heraus.
Vom 14. Dezember stammt eine standesamtliche Mitteilung, dass er zusätzlich
den Namen Israel angenommen habe; der Eintrag wird am 27.8.1951 gelöscht
[4].
Er wandert über London und Kanada in die USA aus, wohnt einige
Zeit in Brooklyn, New York, und zieht dann nach Los Angeles in Kalifornien.
1955
Aufgrund seiner Krebsgeschwüre nahm er viele Medikamente,
die möglicherweise seinen Tod an Nierenversagen mit verursachen.
Er wird auf dem "Beth Olam Cemetery on Santa Monica Boulevard and
Gower" in Hollywood beerdigt, der heute "Hollywood Forever"
heißt. Dieser Friedhof bietet einen bei uns völlig unbekannten
Service: Man kann Fotos, kurze Lebensgeschichten und Stammbäume
der Verstorbenen in die website www.hollywoodforever.com
stellen. Von Hugo Davidson und seiner Frau Ida gibt es dort einige Bilder.
[1] sein Vater war Yaakov ben Schlomah
[2] 80 Jahre später, im September
2000, beging Enkelin Carol mit ihrem Mann Stephen Baird an gleicher
Stätte ihren 30. Hochzeitstag.
[3] "Söhne des Bundes"
(jüdische Organisation)
[4] Nach der 2. Verordnung zur
Durchführung des Gesetzes über die Änderung von Familiennamen
und Vornamen vom 17. August 1938 müssen alle Juden ab 1.1.1939
den zusätzlichen Vornamen "Sara" bzw. "Israel"
annehmen. Dies wurde auf den Geburtsurkunden ergänzt. Nach dem
Krieg wurde dieser Eintrag wieder gelöscht.