Ida Davidsohn
geb. Frankenthal
hebr. Name: Rachel bas Yisochar
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geb. 4.12.1894 in der elterlichen Wohnung in Vöhl, Vormittags
um acht und einhalb Uhr
gest. 17. Juni 1970 in Los Angeles, Kalifornien
Eltern:
Bernhard Frankenthal (1863- 1934)
Johanna, geb. Bachrach (1869- 1942)
Geschwister:
Beate Frankenthal (1892- 1942)
Ehegatte:
Hugo Davidsohn (1888- 1955)
Heirat: 29. Juni 1920 in Vöhl
Kind:
Ernst Davidsohn (1921- 1995)
Beruf:
"ohne Beruf"
Wohnung (in Vöhl):
Haus No 60; nach der Einführung von Straßennamen: Am Schulberg
12
Ida Frankenthal besucht eine Mädchenschule in Hannover.
1912
Sie lernt auf einer Hochzeitsfeier Hugo Davidsohn kennen, der ihr am
Folgetag (Poststempel 15.4.) eine "Blumenkarte" aus Cassel
schickt und die so angenehm verbrachten Stunden erwähnt.
1919
Hugo Davidsohn schickt im Oktober ein Telegramm von Frankfurt aus an
Ida: "Bin Montag Mittag ein Uhr Restaurant Jonas Marburg. Gruss
Davidsohn".
1920
Januar: Verlobung mit Hugo Davidsohn; Anzeige in der Zeitung:
Statt Karten.
Ida Frankenthal
Hugo Davidsohn
Verlobte |
Stuttgart
Langestraße 12 B1 |
Vöhl
Bez. Cassel |
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Januar 1920 |
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1920
29. Juni: Eheschließung im Standesamt Vöhl; Trauzeugen: Kaufmann
Bernhard Frankenthal und Kaufmann Siegfried Davidsohn (29 Jahre alt,
wohnhaft in Berlin, Hugos Bruder)
30. Juni: religiöse Trauung; Zeugen: Abraham Blum, (Emanuel)? Katzenstein;
die Trauungszeremonie in der Vöhler Synagoge wird von Lehrer Louis
Meyer vollzogen.
1921
Sohn Ernst wird am 12. Juni in Stuttgart geboren.
1932
Sohn Ernst ist im August in Vöhl bei den Großeltern.
1938
Standesamtlicher Eintrag: Ida Frankenthal hat zusätzlich den Namen
Sara angenommen [1]. (Der Eintrag
wird 1951 wieder gelöscht.)
Am Tag nach der Pogromnacht wird Ehemann Hugo verhaftet und in dem Lager
Welzheim arretiert, kommt aber mit Hilfe eines Freundes wieder frei.
13. Dez.: In einem Schreiben der Wirtschaftskammer Stuttgart an die
Firma, in der Hugo Davidsohn arbeitet, heißt es, das Unternehmen
müsse bis zum 31. 12. aufgelöst sein. Für den Fall der
Verzögerung werden Konsequenzen angekündigt.
Dez.: Ida bemüht sich um die Ausreise nach London.
1939
Idas Beschreibung nach Reisepass: Gestalt: mittel; Gesicht: oval; Farbe
der Augen: grau; Farbe des Haares: graugemischt.
24. Jan.: Ärztliches Zeugnis: körperlich und geistig gesund,
frei von ansteckenden Krankheiten [2]
April: Pass-Stempel des Britischen Vize-Konsuls
Juni: Pass-Stempel von Venlo (NL)
1940
In Februar und April wird der Reisepass in London verlängert.
24. April: Sie erhält eine Einreise-Erlaubnis durch den US-Konsul
in Großbritannien.
6. Mai: Sie erhält eine Einreise-Erlaubnis für Großbritannien
unter der Bedingung der Weiterreise in die USA, bei Verzicht auf eine
Rückreise nach Großbritannien.
1.Juni 1940: Ankunft in New York auf der SS Samaria von Liverpool aus.
Der Name wird von Davidsohn auf Davidson geändert.
1941
01. Mai: Antrag auf Einbürgerung in die USA.
1945
Am 18. Dezember erhält sie ihre Einbürgerungsurkunde.
1951-54
Ida Davidsohn betreibt und gewinnt von Los Angeles aus eine Wiedergutmachungssache
wegen der Rückerstattung eines Grundstücks in Vöhl zwischen
Aseler Straße und Wiesenweg in Vöhl. (Quelle: Gemeindearchiv)
1958
Es gibt Verkaufsverhandlungen bezüglich der erwähnten Wiese;
in Vöhl wird über den Bau einer Tankstelle spekuliert.
1970
17. Juni: Ida Davidson stirbt in Kalifornien.
Sie wird auf dem Beth Olam Cemetery am Santa Monica Boulevard and Gower
in Hollywood beerdigt, der heute "Hollywood Forever" heißt.
Dieser Friedhof bietet einen bei uns völlig unbekannten Service:
Man kann Fotos, kurze Lebensgeschichten und Stammbäume der Verstorbenen
in die website www.hollywoodforever.com
stellen. Von Hugo Davidson und seiner Frau Ida gibt es dort einige Bilder.
Todesanzeige:
| Am 17. Juni 1970 ist unsere geliebte Mutter, Schwiegermutter
und Grossmutter |
IDA DAVIDSON
geb. FRANKENTHAL - fr. Stuttgart |
im Alter von 75 Jahren sanft entschlafen.
Die trauernde Familie: |
ERNEST und EVA DAVIDSON
geb. Karliner
CAROL DAVIDSON |
843 Amherst Drive
Burbank, Calif. 91504 |
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Lebensdaten nach Descendancy Chart: 1894- 1970
[1] Nach der 2. Verordnung
zur Durchführung des Gesetzes über die Änderung von Familiennamen
und Vornamen vom 17. August 1938 müssen alle Juden ab 1.1.1939
den zusätzlichen Vornamen "Sara" bzw. "Israel"
annehmen. Dies wurde auf den Geburtsurkunden ergänzt. Nach dem
Krieg wurde dieser Eintrag wieder gelöscht.
[2] wohl Voraussetzung für
Emigration