Beata Frankenthal
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hebr. Name: Bayah bas Yisochar [2] |
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geb. 7.6.1892, Nachmittags um dreiundeinhalb Uhr, in der elterlichen
Wohnung in Vöhl
gest. möglicherweise am 3. Juni 1942 im Vernichtungslager Sobibor,
evtl. auch zu einem späteren Zeitpunkt im Vernichtungslager Majdanek
Eltern:
Bernhard Frankenthal (1863- 1934)
Johanna, geb. Bachrach (1868- 1942)
Geschwister:
Ida (1894- 1970)
Familienstand:
ledig
Kinder:
keine
Wohnung:
alte Bezeichnung [3]: Haus
No 60
neue Bezeichnung: Am Schulberg 12
Letzte Wohnung vor der Deportation: Mittelgasse 7 (Haus von Salomon
und Amalie Mildenberg)
Beate war eine hübsche Frau, hat aber nie geheiratet; sie machte
hübsche Kleider für ihren Neffen Ernst Davidsohn, den sie
sehr mochte.
1929-32
Beate Frankenthal ist in der Bürgerliste der Wahlberechtigten eingetragen.
Ende der 30er Jahre
Die Vöhler Kinder machen Spottverse auf sie.
1939
Letzter Brief an Schwester Ida vor deren Auswanderung:
Meine Lieben
Auch ich möchte Euch noch gern einige Zeilen beifügen.
Wir schreiben heute abend, damit der Brief noch rechtzeitig ankommt.
Hoffentlich hat alles geklappt. Daß ihr Dienstag fahren könnt.
Ich kann mir denken, daß Ihr noch viel Durcheinander und Arbeit
hattet. ... Hoffentlich habt Ihr eine angenehme und es geht Euch
nicht wie dem l. (lieben) Ernst. Ich wünsche Euch nochmals
alles erdenklich Gute für die Zukunft. Auf dem beigefügten
Bildchen ... die l. (liebe) Ida aber sehr gut getroffen nur schade
daß es so klein ist Wie ist denn Dein Bild, l. Hugo geworden.
Die Forderung .... Du l. Hugo .... daran, daß Du uns das Geld
. .... Also nochmals eine angenehme Fahrt. Grüßt auch
herzlich den l. Ernst und auch Fr... Viele Grüße an Frau
... Noch recht herzliche Grüße u. Küsse
Eure Euch l. Beate |
1940
Sie meldet im März den Tod Emma Frankenthals beim Standesamt.
1942
Beate Frankenthal wurde Ende Mai 1942 nach Kassel und von dort am Dienstag,
dem 1. Juni nach Osten deportiert. Wahrscheinlich am 3. Juni kam der
Zug in Lublin an. Die arbeitsfähigen Männer mussten dort aussteigen
und wurden nach Majdanek getrieben, während der Zug mit den Frauen,
Kindern und alten Männern, also wahrscheinlich auch mit Beate F.,
nach Sobibor weiter fuhr. Wahrscheinlich wurden sie dort innerhalb von
2 Stunden nach ihrer Ankunft vergast. [4]
Im Gedenkbuch der Opfer des Holocaust wird Beate Frankenthal erwähnt;
als ihr Todesort wird das Vernichtungslager Majdanek bezeichnet.
[5]
4. Juni: In einer Akte des Finanzamts Frankenberg wird erwähnt,
dass für "Beate Sara Frankenthal Vöhl" eine Karteikarte
bezüglich des verfallenen Vermögens ausgestellt wurde.
Lebensdaten nach Descendancy Chart: 1892-1942
[1] In der Geburtsurkunde steht "Beata",
sie wurde aber wohl stets Beate genannt
[2] Yisochar war der hebr. Vorname
des Vaters.
[3] Bis ca 1920 gab es keine offiziellen
Straßennamen, sondern die Häuser waren insgesamt durchnummeriert.
Die Hausnummer 1 hatte der wohl lange Zeit am Ortseingang gelegene Eigenbrodtsche
Hof gegenüber der heutigen Apotheke. Nach den direkten Nachbarn
kamen dann die Häuser in der heutigen Arolser Straße, und
es endete Anfang des 18. Jahrhunderts mit den Häusern in der heutigen
Basdorfer Straße und schließlich den heute zum Forstamt
gehörenden Gebäuden.
[4] Quelle: Monica Kingreen, Telefongespräch
am 20. Februar 2003; außerdem: "Die gewaltsame Verschleppung
der Juden aus den Dörfern und Städten des Regierungsbezirks
Kassel in den Jahren 1941 und 1942"
[5] Möglich ist natürlich,
dass auch Beate Frankenthal bei dem Marsch der Männer nach Majdanek
dabei war, wovon allerdings der überlebende Zeitzeuge nichts erwähnt.
Denkbar ist auch, dass Beate Frankenthal in Sobibor nicht sofort getötet
wurde und zu einem späteren Zeitpunkt nach Majdanek kam.