Emma Frankenthal [1]
geb. Katz |
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geb. 10.9.1857 in Gilsa
gest. 2.3.1940 in Vöhl um 9 Uhr 15 in ihrer Wohnung; Todesursache:
Schlaganfall, Arterienverkalkung
Eltern:
Levi Katz und
Rachel, geb. Bierman
Geschwister:
?
Ehegatte:
Hermann Hirsch Frankenthal (1858- 1920)
Heirat n. Sterbeurkunde: 17.11.1886 [2]
Kinder:
Berta Frankenthal (1887- ca 1944)
Sophie Frankenthal (1889- 1942)
Wohnung:
Vöhl: Haus No 15; nach Einführung von Straßenbezeichnungen:
Arolserstraße 10
nach 1920
In einem Vöhler Häuserverzeichnis ist "Frankenthal, H.
Witwe" eingetragen mit Haus Nr. 15.
1929
Sie ist im "Einwohnerbuch für Waldeck und den Amtsgerichtsbezirk
Vöhl" als Einwohnerin Vöhls eingetragen als "Witwe,
Kaufmann, Arolserstr.". Sie steht auf der Wahlliste 1929.
1929-32
Emma Frankenthal ist in der Bürgerliste der Wahlberechtigten eingetragen.
1936
Sie ist bei der Gemeinde als Hausbesitzerin registriert.
1940
Erzählung von Frau Schönfeld, Vöhl:
Als Emma Frankenthal starb, war Frau Schönfeld gerade anwesend,
da sie im selben Haus wohnten. Die alte Frau Frankenthal sei öfter
mal plötzlich zusammengebrochen und hingefallen. So war es auch
am Todestag. Als Frau Schönfeld und Emmas Tochter Bertha den Tod
feststellten, wollte Frau Schönfeld helfen, sie aufzuheben. Bertha
habe gemeint, es würde nur Schwierigkeiten geben, wenn herauskommt,
dass sie Juden geholfen hat. Bertha habe dann Beate, die Tochter Bernhard
Frankenthals, aus der Nachbarschaft geholt.
Frau Schönfeld kann sich nicht erinnern, dass sie Frankenthals
einmal beim Sabbat hätte helfen müssen, sie seien wohl nicht
sehr fromm gewesen.
Sie berichtet, dass Jugendliche manchmal bei Juden, auch bei Frankenthals,
mit Steinen Fenster eingeworfen haben. Ihr Mann Otto sei darüber
einmal sehr böse gewesen und habe die Jugendlichen geschimpft.
Daraufhin habe der Ortsgruppenleiter gesagt, wenn er sich noch einmal
für Juden einsetze, müsse er das melden.
März: Ihre Beerdigung war die letzte jüdische Beerdigung in
Vöhl [3]. Einen Grabstein
gibt es nicht. [4]
1961
Sie wurde vom Vöhler Bürgermeisteramt beim Landrat des Landkreises
Frankenberg 1961 abgemeldet, was wohl bedeutete, dass sie nach dem Krieg
nicht mehr in Vöhl lebte. Dies war die übliche Meldung für
deportierte oder emigrierte Juden.
[1] Im standesamtl. Sterbebuch wird
sie Esther Sara genannt. Dass der Name Sara ergänzt wurde, hat
mit dem Erlass einer entsprechenden Verordnung der nationalsozialistischen
Regierung zu tun. Dass aus "Emma" "Ester" wurde,
ist entweder ein Fehler der Behörde oder Ausdruck des Wunsches,
den doch sehr deutsch klingenden Namen Emma zu hebräisieren.
[2] Es ist bisher unbekannt,
wann Hermann Hirsch Frankenthal aus Altenlotheim wegzog. Da er nachweislich
in der zweiten Hälfte der 80er Jahre bereits in Vöhl wohnte,
ist es möglich, dass er und Emma Katz erst nach seiner Wegzug von
Altenlotheim heirateten.
[3] Quelle: Information
von Vöhls Pfarrer Günter Maier
[4] Da ihre Tochter kurze
Zeit darauf deportiert wurde, wird auch kein Stein gesetzt worden sein.