Abraham Kaiser

geb. ? (vor 1825)
gest. wahrscheinlich 1855, jedenfalls deutlich vor dem 17. Oktober

Eltern:
Feitel Kaiser
?

Geschwister:
Feist Kaiser

Ehegatte: [1]
1. Ehefrau gestorben wohl im Jahr 1845, vor dem Monat Oktober
2. Ehefrau: Jettchen, geb. Löwenstern (1827- 1911)
Heirat wohl vor 1846

Kinder:
Klara (Klärchen), geb. 1846
Hanchen (?), geb. 1849
Lazerus, geb. 1851
Rickchen, geb. 1854
(möglicherweise sind die Kinder auch ein Jahr früher geboren, denn die Altersangaben datieren vom 20. Febr. 1856, vgl. bei Selig Frankenthal)

Wohnung:
anfangs in Basdorf, möglicherweise in Haus 52
dann in Vöhl:
alte Anschrift: Haus No 60
spätere Anschrift: Am Schulberg 12

Beruf:
hausierender Ellenwarenkrämer


1830
Er ist in Basdorf als hausierender Ellenwarenkrämer gemeldet.

1834
Am 17.9. beauftragt Landrichter Koch Bürgermeister Küthe, bei Wilhelm Schmidt aus der Stiegmühle zu pfänden, weil jener Schulden bei Abraham Kaiser in Basdorf hat. Zur Pfändung kommt es nicht, weil Schmidt eine Kuh und ein "Fettes Schwein" als Pfand setzt.

1836
Im Tagebuch über den Ab- und Zugang der Gewerbe im Jahre 1836 für den Steuerbezirk Vöhl und die Bürgermeisterey Basdorf ist für Abraham Kaiser angegeben: Ellenwarenkrämer hausierend.

1842
Er kommt in Frage für die Wahl zum Vorstand. [2]

1843
Im namentlichen "Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen für das Jahr 1843" heißt es:
Haupt-Gewerbe: Ellenwarenhändler ...... (hausierend)
Neben-Gewerbe: Frucht- und Wollhändler ins Kleine und Metzger ohne ständigen Laden

1845
Abraham Kaiser ist Mitglied der Vöhler Gruppe des ca. 1832 in Darmstadt gegründeten Vereins für sittliche und bürgerliche Verbesserung der Israeliten; sein Mitgliedsbeitrag beträgt 30 Kreuzer.
Im Anzeige-Blatt für den Kreis Biedenkopf u. Bezirk Vöhl heißt es: "454.) Montag, den 17. November I.J., Vormittags 9 Uhr, sollen die zum Nachlasse der Ehefrau des Handelsmanns Abraham Kaiser dahier gehörigen Gegenstände als Meubel, Bettwerk und Weiszeug, Kleidungsstücke u.s.w. unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen meistbietend versteigert werden, wozu Steiglustige eingeladen werden.
Vöhl, den 9. October 1845
Großh. Hess Landgericht
Koch" [3]

1847
Im Vöhler Verzeichnis der Vorräte an Getreide, Mehl, Reis, Hülsenfrüchte und Kartoffeln ist verzeichnet, dass Abraham Kaiser 2 Malter Weizen à 21 Gulden 52 an Ascher Katz in Höringhausen verkauft. [4]
Auf einem Notizzettel im Gemeindearchiv im Zusammenhang mit Nahrungsmittelan- und verkäufen wird er erwähnt. Hinter seinem Namen steht die Zahl 1.

1848
Abraham Kaiser ist eines von 21 Mitgliedern der Vöhler und von 34 Mitgliedern der Religionsgemeinde [5] insgesamt.
Sein Steuerkapital beträgt 67 2/10 Gulden.

1851
Am 31. Mai fordert die Großherzogliche Regierungskommission des Regierungsbezirks Biedenkopf den Vöhler Bürgermeister auf, vier geeignete Personen aus der höchstbesteuerten Hälfte der Vöhler Juden zu benennen, von denen dann wieder die Regierungskommission zwei auswählt, die zusammen mit den verbleibenden Vorstandsmitgliedern die Ergänzungswahl zum Vorstand vornehmen. Der Bürgermeister schlägt Feist Saalberg, Isaac Rothschild, Moses Schaumburg und Abraham Kaiser vor.

1853/54
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Einwohner.

1854
"Namentliches Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen für das Jahr 1854:
Gewerbe: Ellenwarenkrämer in Ausschnitt"

Angestellte laut Vöhler Gesinde-Register:
2.2.1846- ? Katharina Hartmann von Obernburg als Magd
18.6.1853- Martini 1854: Christiane Höhne von Sachsenhausen / Waldeck als Magd
2.1.1855- ? Christian Mehrhof aus Berndorf

[1] Abraham Kaiser war zweimal verheiratet, weil nach vorliegenden Unterlagen nach seinem Tod Salomon Bär Mitvormund seiner Kinder aus zweiter Ehe wird (erstes diesbezügl. Schreiben am 17.10.1855). Wenn er Kinder aus erster Ehe hatte, sind die bei seinem Tod vielleicht so alt, dass sie keinen Vormund brauchten.
[2] Gemeint ist wohl der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde für Vöhl, Basdorf, Marienhagen und Oberwerba. Das genaue Prozedere der Wahl wechselte. Zumindest manchmal wurde der Vorstand in der Weise bestellt, dass der Kreisrat des Kreises Vöhl nach Rücksprache mit dem Bürgermeister zwei Personen zu Wahlmännern ernannte, die gemeinsam mit den amtierenden Vorstandsmitgliedern die eigentliche Wahl vornahmen. In der Regel wurde bei einer solchen Wahl nur ein Mitglied des zwei- oder dreiköpfigen Vorstands gewählt. Vgl. auch die Angaben zum Jahr 1851.
[3] Warum die Gegenstände versteigert und nicht vom Ehemann übernommen werden ist unklar.
[4] Im Jahr 1847 herrschte allgemeine Lebensmittelknappheit. Die Kreisbehörde kontrollierte An- und Verkäufe von Getreide.
[5] Zur Religionsgemeinde gehörten die Juden von Vöhl, Basdorf, Marienhagen und Oberwerba.