geb. wohl vor 1798
gest. vor 1882 (20.7.1860?)
Eltern:
Feitel (oder Feisth) Kaiser
?
Geschwister:
Abraham Kaiser
Ehegatte:
Belchen (oder Bette oder Berta) Kaiser, geb. Rottschild
Kinder:
Salomon
Levi
Wohnung:
Basdorf, Haus No 24 und No 52
Beruf:
Frucht-, Viehhändler und Schlachter
1825
Ein in dem Haus von Feist Kaiser befindliches Frauenbad wird nach Angaben
des Besitzers nicht mehr für den ursprünglichen Zweck, sondern
nur noch als Brunnen benutzt.
1819 oder 1829
1821 (1831?) heißt es in einem Schriftsatz des Amtsgerichts als
Wiedergabe seiner eigenen Erklärung: "bei seiner vor 2 Jahren
erfolgten Annahme der Judenschaft". Das würde bedeuten, dass
er vorher nicht Jude war; er wäre also 1819 oder 1829 erst Jude
geworden. Angesichts seiner Herkunft ist dies allerdings sehr unwahrscheinlich.
Vielleicht ist er vom Amtsrichter missverstanden worden.
1830
Im Basdorfer Verzeichnis der Gewerbetreibenden wird er als "Ellenwarenkrämer
in Hausieren oder am Stande, Frucht- und Viehhändler im Kleinen"
(es kann auch der Vater gemeint sein) bezeichnet.
1831
Er klagt beim Kreisamt gegen die israelitische Gemeinde wegen zu hoher
Einzahlgelder (50 Gulden) für die Synagoge; 25 fg (= Gulden) habe
er bezahlt; er habe zwar früher erklärt, dass er 50 fg zahlen
wolle, doch habe er geglaubt, dass alle diesen Betrag zahlen; inzwischen
habe er jedoch erfahren, dass andere weniger zahlen. Er verweist auf
seine erst zwei Jahre zuvor erfolgte Annahme der Judenschaft.
Er hat nach Urteil vom Febr. 1831 zwar kein Einzugsgeld, wohl aber Schulstandsgeld
zu zahlen.
1834
Feist Kaiser unterzeichnet als Vorstandsmitglied der jüdischen
Gemeinde ein Schreiben über die Bezahlung der Stände in der
Synagoge.
Landrichter Koch ordnet am 30. Mai eine Pfändung bei Wilhelm Schmidt
aus der Stiegmühle an, weil jener Schulden bei Feist Kaiser hat
(im Dokument wurde zunächst der Vorname "Abraham" eingetragen,
aber dann gestrichen und durch "Feist" ersetzt). Als Pfänder
werden eingezogen: eine Kuh, 4 ("Feld-"? oder "fette")Schweine,
ein Kasten.
1835
Physikus Dr. Nuß besichtigt in Feist Kaisers Keller ein Judenfrauenbad
und beschreibt es als klein in dumpfem Keller. Die Nutzung wird untersagt.
1836
Im Tagebuch über den Ab- und Zugang der Gewerbe im Jahre 1836 für
den Steuerbezirk Vöhl und die Bürgermeisterey Basdorf ist
für Feist Kaiser angegeben: "Ellenwarenkrämer in Hausieren
oder am Stande, Frucht- u. Viehhändler im Kleinen."
Er ist in Basdorf mit Hof und 12,3 Morgen gemeldet; außer ihm
und Isaak Löwenstein ist kein Jude im Hofverzeichnis notiert.
1837
Feist Kaiser beschwert sich beim Kreisamt über zu hohe Zahlungen
für die Synagoge
Seine Beschwerde wird als unbegründet abgewiesen; er habe einen
freiwilligen Beitrag zur Synagoge, nicht aber Schulstandsgeld bezahlt,
wozu er aber verpflichtet sei.
Er ist 1837 in Basdorf mit Familie (6 Personen über 14 Jahre, 2
unter 14 Jahre) gemeldet und ist Vorstandsmitglied der jüdischen
Gemeinde. Er wohnt in Haus No 24.
1841-52
Er wohnt im Haus Nr. 24; Güterverzeichnis 164; zu diesem Zeitpunkt
ist keine andere Familie Kaiser für Basdorf eingetragen.
1848
Feist Kaiser ist eines von 5 Mitgliedern der Basdorfer und von 34 Mitgliedern
der Religionsgemeinde insgesamt. [1]
Sein Steuerkapital beträgt 45 7/10 Gulden.
1850
Er ist stimmberechtigt für die Wahl zur 2. Kammer im Großherzogtum
Hessen; Berufsbezeichnung: Handelsmann
1853-55
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Einwohner.
1855-59
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.
1856
Feist Kaiser weigert sich, den Ehevertrag zwischen Selig Frankenthal
und Jettchen verw. Kaiser als Zeuge zu unterzeichnen; er will Bedenkzeit.
Dies hat wohl mit seiner Verwandtschaft mit Jettchens vorigem Mann,
Abraham Kaiser, und vielleicht damit zu tun, dass Jettchen und Selig
Frankenthal in Abraham Kaisers Haus auf dem Schulberg ziehen.
1856-58
Kaiser unterzeichnet als Vorstandsmitglied den "Voranschlag über
Einnahmen und Ausgaben der israelitischen Religionsgemeinde zu Vöhl,
Basdorf, Marienhagen und Ob.Werba"
1859
Feist Kaiser erneuert das Haus Mühlenstraße 15 ausweislich einer Balkeninschrift;
es handelt sich nicht um das 1861 erwähnte Haus in der Brunnenstraße.
1861
Das Haus Brunnenstraße 15 geht an Sohn Levi Kaiser über.
1865
Eine Familie Kaiser ist in Basdorf als Bewohner von Haus Nr. 52 im Güterverzeichnis
eingetragen.
[1] Zur Religionsgemeinde gehörten
die Juden von Vöhl, Basdorf, Marienhagen und Oberwerba.