geb. 30. April 1810
gest. 1894
Eltern:
Feidel Löw (wohl identisch mit Feitel Kaiser) und
Merle, geb. Feist
Ehefrau:
Therese, geb. Löwenstern (1821- 1897)
Kinder:
Philipp (1849- ?)
Eli (1851- ?)
Stiefkind: Bernhard (1847- ?)
Beruf:
Ellenwarenkrämer Handelsmann [1]
Wohnung:
Basdorf, Haus Nr. 52 [2]
Bad Wildungen: heute Brunnenstraße 61, früher Brunnenstraße 36, dann
Adolf-Hitler-Straße 61
1848
Liebmann Kaiser ist eines von 5 Mitgliedern der Basdorfer und von 34
Mitgliedern der Religionsgemeinde insgesamt [3].
Sein Steuerkapital beträgt 59 Gulden.
Ungefähr in diesem Jahr heiratet er Therese Löwenstern, die bereits
den unehelich geborenen Sohn Bernhard hat.
1849
Sohn Philipp wird am 9. März geboren.
1850
Er ist stimmberechtigt für die Wahl zur 2. Kammer im Großherzogtum
Hessen; als Berufsbezeichnung ist "Handelsmann" angegeben.
1851
Kind Eli wird am 4. Mai geboren.
1853-57
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Bevölkerung.
1860
Er ist Stimmgeber, das heißt, er wirkt bei Wahlen mit.
1863
1863 Liebmann Kaiser kauft 1863 eine Hofraite mit Grasgarten in Basdorf
(Haus Nr. 52) von Konrad Lahme. [4]
1865
Die Eintragung von 1863 (Übernahme des Hofes von Konrad Lahme)
wird wiederholt.
1868
Am 23. April schreibt
"Die Bürgermeisterei Asel an die Bürgermeisterei
Basdorf
Dienstergebenst werden Sie hierdurch ersucht, durch Ihren Untergebenen
den Liebmann Kaiser eröffnen zu lassen, daß er binnen
4 Wochen seine Heke an dero Wiese in der Vollmersbach bei der Stiegmühle
vorschriftsmäßig abkürzen muß, wiedrigenfalls
er zur gesetzliche Strafe gezogen werden würde." |
1870
Er besitzt "2 Rindviecher" und ist als Viehhändler gemeldet.
1877
Nach der Steuerliste der Vöhler Juden hat er eine Normalsteuer
von 79 Pfennig zu zahlen, sein Beitrag für 6 "Ziele"
beträgt 7,08 Mark; damit ist er wohl einer der ärmeren Juden.
1878
Als Besitzer der Hofraite, für die seit 1863 Liebmann Kaiser eingetragen
war, wird nun Julius Ueberhorst genannt.
Liebmann Kaiser zieht zu einem nicht bekannten Zeitpunkt von Basdorf
nach Bad Wildungen und gründet dort ein Geschäft, das er später
an Leopold Külsheimer, ebenfalls aus Basdorf, verkauft oder in
anderer Weise übereignet.
[1] Quelle: Verzeichnis der Militärdienstpflichtigen
des Jahrgangs 1820
[2] Anneliese Bender, 1913 in Vöhl
geboren, ab 1918 in Basdorf aufgewachsen, berichtet, dass in der Nachbarschaft
des Basdorfer Hauses von Levi Kaiser, im Bereich der Überhorstschen
Schmiede, ein Haus gestanden habe, das als "Liebmanns Haus" bezeichnet
wurde; möglicherweise hat dort Liebmann Kaiser gewohnt. Wahrscheinlich
war er allerdings Besitzer des ganzen Hofes, der später in den Besitz
der Familie Überhorst überging.
[3] Zur Religionsgemeinde gehören
die Juden von Vöhl, Basdorf, Marienhagen und Oberwerba.
[4] Das Haus wurde 1972
abgerissen.