geb. 17.5. 1841 in Gudensberg, Krs. Fritzlar
gest. 4.11.1910 Vormittags um sechs Uhr in Vöhl (Haus Nr. 28) (Todesursache:
Leberleiden, Fettleber)
Eltern:
Rentier Levi Elias und dessen Ehefrau Minna, geb. Mindel Elias
Geschwister:
?
Ehegatte:
Levi Kaiser
Heirat: 12. Januar 1864 [1]
Kinder:
N.N., geb. 1864 (Minna?) [2]
Ferdinand, geb. 1866
Rosa, geb. 1867
Wohnung:
Vöhl, aber auch Hof und Garten in Basdorf: Haus Nr. 24 (evtl. heutiger
Hof Daude, Brunnenstr. 6)
1878
Gemäß Vöhler Rezeß besitzt sie gemeinsam mit ihrem
Mann 1878 "Auf dem Krahm" 67 a 9 qm.
1884
Im Auszug aus der Gewerbesteuer-Rolle de Kreises Frankenberg pro 1883/84
pro 1888/89 wird Selka als Levi Kaisers Wittwe bezeichnet, wobei das
Wort "Wittwe" nachträglich mit anderem Stift ergänzt
wurde [3].
Steuerklasse A II, Gewerbe: Kaufmann (Handel mit Ellen- u. Spinnereiwaren,
Frucht, Wolle, Vieh u. Spiritus en gros); Umfang des Gewerbebetriebes:
gut; monatl. Steuersatz (wohl 1883-1889) 4,50 M
Steuerklasse H; Gewerbe: Müller [4];
monatl. Steuersatz: 1,50 M
1885-1891
Ab 1885 wird Levi Kaisers Witwe für 2 Hunde zur Hundesteuer veranlagt:
6,86 Mark. 1886 für einen Hund: 3,43 Mark [5].
1887 wieder zwei Hunde: Im Nachtrag für 1888 ist ein dritter Hund
für die Stiegmühle verzeichnet. 1889 besitzt sie wieder zwei
Hunde.
Am 11.1.1893 meldet sie den Hund in der Stiegmühle ab.
Ab 1894 erscheint sie nicht mehr unter den steuerpflichtigen Hundebesitzern.
1910
Corbacher Zeitung am Samstag, 5.11.:
Statt besonderer Anzeige. |
| Heute früh 6 Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden
im nicht vollendeten 70. Lebensjahre unsere liebe, gute, treusorgende
Mutter, Schwiegermutter, Großmutter |
Frau Selka Kaiser,
geb. Elias |
| Vöhl, den 4.
November 1910. |
Die tieftrauernden Hinterbliebenen. |
| Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 4 Uhr statt. |
|
Corbacher Zeitung am 13.11.:
| Für die wohltuenden Beweise inniger Teilnahme
bei dem Ableben meiner geliebten Mutter sprechen wir hiermit
unseren tiefgefühlten Dank aus. |
Im Namen der trauernden
Hinterbliebenen
Ferdinand Kaiser,
Vöhl
|
|
Dienstboten gemäß Vöhler Gesinde-Register:
13.11.1885 Louise Schüssler aus Schmittlotheim,
24 Jahre, schlank, graue Augen,
spitze Nase, gewöhnl. Mund, blond, keine besond. Merkmale,
als Magd; als Dienstherr ist vermerkt: Levi Kaiser Wittwe
- Vöhl
23.12.1885- ? Marie Bertram aus Schmittlotheim, 17
Jahre, gesetzt, blaue Augen, gewöhnliche
Nase u. Mund, blond, keine besond. Merkmale, als Magd; als
Dienstherr eingetragen: Levi Kaiser Wittwe Kaufm. in Vöhl
17.11.1887- ? Friedericke Klein aus Basdorf, 23
Jahre, geb. den 7. Juli 1865, gesetzte Statur,
blaue Augen, gewöhnliche Nase und Mund, blond, keine besond. Merkmale,
als Magd (als Dienstherr eingetragen: L. Kaiser Witt.)
13.11.1888 Wilhelmine Arnold aus Dalwigsthal, 14
Jahre, geb. 3.Dezbr. 1874, groß, blaue Augen, gewöhnliche
Nase u. Mund, blond, als Magd (Dienstherr: L.
Kaisers Witt.)
11.1.1889- ? Mitze Minna (Wilhelmine) aus Schmittlotheim,
28 Jahre, geb. den 20. Novber 1861, klein (mittler),
graue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blond, keine besond. Merkmale,
als Magd (Dienstherr: L. Kaisers Witt, Kaufmann Vöhl)
[6]
[1] Es gibt zwei Heiratsregister.
In dem einen wird Selka - richtigerweise - als 22-jährig bezeichnet.
In dem anderen wird ihr Geburtsjahr mit 1844 angegeben. Außerdem
wird in dem ersten undatierten Register diese als die erste Ehe beider
Partner bezeichnet, während sie nach dem zweiten Register beide
bereits eine frühere Ehe gehabt hätten.
[2] Im Geburtenregister für
das Jahr 1864 ist kein Vorname angegeben, aber erwähnt, dass es
sich um ein weibliches Kind handelt, und zwar um das erste Kind in der
ersten Ehe der Partner. Als Geburtsjahr der Mutter wird 1842 genannt.
[3] Dies bestätigt, dass Levi
Kaiser 1883 oder kurz davor gestorben ist.
[4] Selka Kaiser ist Besitzerin der
Stiegmühle.
[5] In diesem Jahr fehlt wohl aus
Versehen die Bezeichnung "Witwe".
[6] Da es bis 1892 keine Vermerke
für Ferdinand, dafür regelmäßig Gesinde-Eintragungen
für Selka Kaiser gab, nach 1892 aber keine Einträge im Gesinde-Register
mehr für Selka Kaiser notiert sind, ist zu vermuten, dass das Geschäft
inzwischen auf Ferdinand übertragen ist.