Albert Katzenstein

geb. 30.10.1879 in Vöhl
gest. 31.3.1939 Standesamt Frankfurt

Eltern:
Kaufmann Samuel Katzenstein und Cäcilie, geb. Reichhard

Geschwister:
Erna (1882- ca 1943)
Emil Friedrich (1888- 88)

Wohnung in Vöhl:
Untere Mittelgasse

Beruf:
Kaufmann


1886-90
Besuch der israelitischen Schule in Vöhl

Zeugniß
Albert Katzenstein, Sohn des Herrn Samuel Katzenstein jun. dahier, besuchte seit dem 29. April 1886 die hiesige israel. Schule. Anlagen, Betragen und Fleiß sind recht gut.
Vöhl, den 25. Febr. 1890
Laser
isr. Lehrer

1890-96
Besuch der Alten Landesschule Korbach

Zeugnis
über
die wissenschaftliche Befähigung für den einjährig-freiwilligen Dienst

Albert Katzenstein
geboren am 30. October 1879 zu Vöhl, Kreis Frankenberg,
jüdischer Religion, Sohn des Kaufmanns Katzenstein zu Vöhl, hat die hiesige Anstalt von der Klasse Sexta an besucht und der Unter-Sekunda ein Jahr angehört. Er hat in den von ihm besuchten Klassen an allen Unterrichtsgegenständen teilgenommen mit Ausnahme der Religion.
1. Schulbesuch und Betragen. Sein Schulbesuch war regelmäßig, sein Betragen gut.
2. Aufmerksamkeit und Fleiss. Durch Aufmerksamkeit und Fleiß erwarb er sich die Zufriedenheit seiner Lehrer.
3. Mass der erreichten Kenntnisse. Die Untersekunda hat er mit Erfolg besucht und ist nach Obersecunda versetzt.

Corbach, am 25. März 1896
Direktor und Lehrerkollegium.
Fürstlich Waldecksches Landesgymnasium zu Corbach.
Dr. ... (Direktor) O. Hebel (Oberlehrer, Ordinarius der Sekunda)

Abgangszeugnis.

Albert Katzenstein
Sohn des Kaufmanns Katzenstein zu Vöhl,
geboren zu Vöhl, Kreis Frankenberg, am 30. October 1879,
jüdischer Religion, besuchte seit Ostern 1890 von der Klasse Sexta an das hiesige Gymnasium und zwar seit Ostern 1895 als Schüler der Untersecunda.

Bei seinem Abgang erschienen seine Kenntnisse nach dem Standpunkt seiner Classe
In der Religionslehre -
Im Deutschen genügend
Im Lateinischen genügend
Im Griechischen genügend
Im Französischen genügend
Im Hebräischen -
In der Mathematik genügend
In der Geschichte genügend
In der Geographie genügend
In der Naturkunde genügend
Sein Fleiss war im ganzen gut,
sein Betragen gut.

Aufgestellt mit dem Bemerken, dass der genannte Schüler in Folge ordnungsmäsziger Abmeldung, und zwar, um sich einen praktischen Beruf zu nehmen am 28. März 1896 die Anstalt verlassen hat.
Vor seinem Abgang wurde er nach Obersecunda versetzt.

Corbach, am 28. März 1896
(Unterschriften wie oben)

1896
Mit dem Abgangszeugnis mit Untersecunda will er Kaufmann werden.

1901
Er erhält eine Legitimationskarte für Gewerbetreibende und geht zum Landsturm.

1938
Er erhält zusätzlich den Namen "Israel"; der Eintrag wird 1951 wieder gelöscht. [1]


[1] Auf der Grundlage eines Gesetzes hatten alle deutsche Juden 1938 zusätzlich die Vornamen Isaak oder Sara anzunehmen. Diese Änderung wurde in den Geburtsurkunden nachgetragen. Nach dem Krieg wurden diese Einträge wieder gelöscht.