geb. wohl vor 1800
gest. 1848/49
Eltern:
?
Geschwister:
?
Ehegatte:
Rebecka (Rickchen), geb. Jacob (1800-77)
Kinder:
Koppel Katzenstein (1823- vor 1877)
Mina Katzenstein (geb. 8.10.1824)
Händel Katzenstein (1825/26- nach 1846)
Löb (geb. 25.3.1828)
Samuel (senior) (1830-1909)
Röschen (vor 1840- nach 1899)
Beruf:
Handelsmann
Wohnung:
Wahrscheinlich im untersten Haus der Mittelgasse [1]
1805
Er besitzt Wohnhaus und Grund.
1821
Bär Katzenstein ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.
1825
Bezirksphysicus [2] Braun bestätigt
am 21. April nach Besichtigung einer Mikwe [3]
in einem Testat, "daß Bär Katzenstein seinem Bade eine
solche Genehmigung gegeben habe, daß dasselbe jetzt wohl ziemlich
tauglich ist." Allerdings ist unklar, ob tatsächlich Bär
Katzenstein gemeint ist, weil Landrat Krebs der Gießener Regierung
gegenüber Simon Katzenstein als den Eigentümer einer ordnungsgemäßen
Mikwe bezeichnet.
1825/26
Geburt der Tochter Händel, die "stumpfsinnig" ist oder
wird.
1827
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde; in dieser Eigenschaft
hat er sich mit der Weigerung der Basdorfer auseinander zu setzen, sich
an den Kosten der vor einiger Zeit fertiggestellten jüdischen Schule
zu beteiligen.
1829
Bär Katzenstein war nach Angaben Simon Kugelmanns 1829 als eines
von 14 Gemeindemitgliedern an der Verlosung von Plätzen in der
Synagoge beteiligt.
1834
Ein Behr Katzenstein unterschreibt die Ablehnung von zusätzlicher
Bezahlung für Stände in der Synagoge.
1835
Behr Katzenstein ist einer von 20 Unterzeichnern des Anstellungsvertrages
für den Lehrer David Schönhof.
1840
Laut "Verzeichniß des Salzbedarfs der Bürgermeisterei
Vöhl - Gemeinde Vöhl nach Maasgabe der Seelenzahl und des
Viehstandes vom Jahr 1840" gehören zu Haushalt und Besitz
Bär Katzensteins:
8 Personen über 8 Jahre,
3 Person unter 8 Jahre,
0 Pferde,
0 Ochsen, Kühe und Rinder,
4 Schaafe, Ziegen und Schweine
1841
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen
für das Jahr 1841 heißt es:
Hauptgewerbe: Ellenwarenkrämer Hausirand
(Anmerkung beim Namen:) muß ein besonderes Hausirpatent
...... haben
(in der nächsten Zeile:)
(Anmerkung beim Namen:) derselbe, muß auch ein gewöhnliches
Patent haben.
Haupt-Gewerbe: Metzger, aber ohne std. Laden
Neben-Gewerbe: Viehhändler im Kleinen |
1843
In demselben Verzeichnis für das Jahr 1843:
Hauptgewerbe: Metzgerei ohne ständigen Laden
Neben-Gewerbe: Viehhändler im Kleinen
Nachtrag:
Haupt-Gewerbe: Kurzwarenhändler hausierend |
1844
Bär Katzenstein stellt ein Gesuch, seinen Sohn Koppel als Gehilfen
einsetzen zu dürfen.
1846
In der Bevölkerungsliste ist erwähnt, dass ein Bär Katzenstein
Schutzjude ist und eine stumpfsinnige Tochter namens Händel hat,
die 20 3/4 Jahre alt ist.
1847
Per Unterschrift (ungelenk) bestätigt er den Empfang von 1/2 Malter
(= 64 Liter) Korn von der Gemeinde, die diese wohl wegen Versorgungsschwierigkeiten
angekauft und an die Bürger weiterverkauft hatte.
In diesem Jahr mit Problemen in der Nahrungsmittelversorgung stellt
die Gemeinde bei ihm fest: 6 Bohnen (Maßeinheit unklar).
Im "Verzeichnis über Korn im (oder vom) Fruchtspeicher dahier"
ist hinter seinem Namen notiert: 1 Malter.
Er ist erwähnt im "Verzeichniss derjenigen Einwohner zu Vöhl
welche Mangel an Brodfrüchten haben und zudem sich nicht in dem
Stande befinden bei den dermaligen enormen Fruchtpreißen die Frucht
barr bezahlen zu können."
1848
Er ist eines von 21 Mitgliedern der Vöhler und von 34 Mitgliedern
der Religionsgemeinde insgesamt.
Sein Steuerkapital beträgt 61 Gulden.
[1] Ältere Vöhler Bürger wissen
zu erzählen: Bär Katzenstein hatte ein großes
Wohn- und Lagerhaus in der unteren Mittelstraße, etwa in Höhe
der "Wäscherei" der Familie Schluckebier. Das Haus wurde
Mitte der 30er Jahre abgerissen.
Auch das dahinterliegende Haus - seit 1931 im Besitz der Familie Schäfer
- gehörte Bär Katzenstein; dort befand sich ein Eisenwarenlager.
[2] Arzt; Verantwortlicher für die Gesundheit
[3] Rituelles Tauchbad der Juden, wie es vor allem
von Frauen benutzt werden musste.