Fanny Katzenstein
geb. Goldwein; "verwitwet gewesene Koppel Katzenstein"
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geb. 27.7.1838 (nach der Heiratsurkunde mit Samuel Katzenstein: 25.
Juli) in Meinbressen
gest. 4.2.1906, Vormittags um acht Uhr, in Vöhl (Todesursache:
In..?)
Eltern:
Samuel Goldwein und Jettchen, geb. Herzfeld
Geschwister:
?
Ehegatte:
1. Koppel Katzenstein (1823- vor Mai 1876)
Heirat: 11. Juni 1862
2. Samuel Katzenstein II (1830 -1909) senior
Heirat: 7.5.1876
Kinder:
Mit Samuel Katzenstein hatte sie wohl keine Kinder. Über Kinder
mit Koppel Katzenstein ist bisher nichts bekannt.
Wohnung:
Haus Nr. 45, untere Mittelgasse
1862
Eheschließung mit Koppel Katzenstein
Der Unterzeichnete bescheinigt hierdurch, daß
die Trauung des Koppel Katzenstein von Vöhl mit Fanni Goldwein
von Meinbressen, Kreis Hofgeismar auf Grund einer Bescheinigung
der Großherzogl. Hessischen Bürgermeisterei vom 29. April
l.J. am 11. d.J. durch den Unterzeichneten zu Meinbressen vollzogen
worden sei. Cassel,
den 20ten Juni 1862 Der
Landrath D.
Adler |
1876
Die Eheschließung mit Samuel Katzenstein findet am 7. Mai statt.
1877
Nach der Steuerliste der Vöhler Juden wird sie mit einer Normalsteuer
von 2,30 Mark veranlagt; der Beitrag für 6 "Ziele" betrug
20,64 Mark. Damit gehörte sie zum unteren jüdischen Mittelstand;
sie wird als Koppel Katzensteins Witwe bezeichnet, was angesichts der
inzwischen erfolgten zweiten Eheschließung ungewöhnlich erscheint.
1878
Gemäß Vöhler Rezeß - dort wird sie noch immer
als Koppel Katzensteins Witwe bezeichnet, vielleicht weil der Besitz
aus dieser Beziehung resultiert - besitzt sie "Auf der Steinkaute"
89 a 16 qm; außerdem einen Garten von 1469 qm; darüber hinaus
in der Ortslage einen Hausgarten von 206 qm und Hofraum von 250 qm;
ihre Grundsteuer wird mit 1,94 M veranschlagt.
Grab auf dem jüdischen Friedhof Vöhl (Reihe
8 Grab 7): [2]
| Hebräische
Inschrift |
Deutsche Inschrift |
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Hier
ruht in Frieden
Frau Fanny Katzenstein
geb. Goldwein
geb. 27. Juli 1838, gest. 4. Feb. 1906
Psalm 119
Heil dem, dessen Beistand Gott ist,
dessen Hoffnung auf den Ewigen gerichtet ist. |
| Übersetzung |
Bild |
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Hier liegt begraben
die teuere Frau
Fromt (1), die Tochter Samuels.
Sie starb am 9. Schvat (2) 666 (3) kleiner Zählung.
Ihre Seele möge eingebunden sein in das Bündel des Lebens.
(1) Da im Hebräischen keine Vokale geschrieben werden
und dieser Name der Verf. unbekannt ist, sind hier nur die Konsonanten
aufgeschrieben.
(2) Januar/Februar
(3) 1906
Anmerkung von Karl-Heinz Stadtler:
Fanny war die erste Ehefrau von Samuel (Schmul) Katzenstein. |

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weitere Bilder:
[1] zit. aus Rezeß Marienhagen
1894
[2] Auf ihrem Grabstein sind zwei
segnende Hände. Sie sind ein Hinweis auf einen Cohen zadegh. Kohanim
sehen sich als Nachfahren von Moses' Bruder Aaron, der nach der Bibel
von Gott mit all seinen Nachfahren zum Priester eingesetzt wurde. Sie
waren für Tempel- und später Synagogendienste zuständig.
Familien mit Namen wie Kohn, Katz oder Katzenstein gehören zu dieser
Sippe. Sie nehmen bestimmte Funktionen in Gottesdiensten wahr und müssen
besondere Reinheitsgebote einhalten. Ungewöhnlich ist, dass auch
bei ihr als "eingeheirateter" Frau dieses Symbol angebracht
wurde.