geb. 11. Juli 1780 in Vöhl
gest. nach 1861
Eltern:
?
Geschwister:
?
Ehegatte:
Esther K, geb. Löwe (1800- 1870)
Kinder:
Amalie (1829- 1918)
Abraham (1833- 1903)
Emanuel (1839- 1927)
Samuel (1844- ?)
Wohnung:
Haus No 47, untere Mittelgasse, später Demmer
Beruf:
Handelsmann
1825
Bezirksphysicus Braun bestätigt am 21. April in einem Testat über
die Untersuchung einer Mikwe, "daß Bär Katzenstein seinem
Bade eine solche Genehmigung gegeben habe, daß dasselbe jetzt
wohl ziemlich tauglich ist." Allerdings ist unklar, ob tatsächlich
Bär Katzenstein gemeint ist, weil Landrat Krebs der Gießener
Regierung gegenüber Simon Katzenstein als den Eigentümer einer
ordnungsgemäßen Mikwe bezeichnet. [2]
1829
Er war nach Angaben Simon Kugelmanns 1829 als eines von 14 Gemeindemitgliedern
an der Verlosung von Plätzen in der Synagoge beteiligt.
1830
Als Vorstandsmitglied der jüd. Gemeinde zusammen mit Joseph Blum
beantragt er die Anlegung eines jüdischen Friedhofs in der Herzingsgrube.
[3]
1834
Er unterschreibt 1834 die Ablehnung von zusätzlicher Bezahlung
für Stände in der Synagoge.
1835
Simon Katzenstein ist einer von 20 Unterzeichnern des Anstellungsvertrages
für den Lehrer David Schönhof.
1840
Laut "Verzeichniß des Salzbedarfs der Bürgermeisterei
Vöhl - Gemeinde Vöhl nach Maasgabe der Seelenzahl und des
Viehstandes vom Jahr 1840" gehören zu Haushalt und Besitz:
6 Personen über 8 Jahre,
2 Person unter 8 Jahre,
0 Pferde,
2 Ochsen, Kühe und Rinder,
0 Schaafe, Ziegen und Schweine
1841
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen
für das Jahr 1941ist für Simon Katzenstein notiert:
Haupt-Gewerbe: Fruchthändler im Großen
Neben-Gewerbe: Ellenwarenkrämer, Brandweinzäpfer u.
Metzger |
1843
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen
für das Jahr 1843 steht über ihn:
Haupt-Gewerbe: Fruchthändler im Großen
Neben-Gewerbe: Ellenwarenhändler, Bier- u. Branntweinzäpfer,
Metzger |
1845
Er stellt ein Gesuch an die Gemeinde zum Viehschlachten.
Er ist Mitglied der Vöhler Gruppe des ca 1832 in Darmstadt gegründeten
Vereins für sittliche und bürgerliche Verbesserung der
Israeliten; sein Mitgliedsbeitrag beträgt 15 Kreuzer
1847
Er beschwert sich zusammen mit Salomon Kugelmann bei der Gemeinde über
den Gemeinderechner Rohde; es geht um Holz- bzw. Forstgeld.
Im Vöhler Verzeichnis der Vorräte an Getreide, Mehl, Reis,
Hülsenfrüchte und Kartoffeln ist verzeichnet, dass Simon Katzenstein
7 Malter Korn und 8 Malter Hafer nach Adorf gefahren hat. (1 Malter
= 128 Liter)
In diesem Jahr mit Problemen in der Nahrungsmittelversorgung stellt
die Gemeinde bei ihm fest: 1/2 Weizen, 9 Korn, 9 Mehl, 12 Bohnen (Maßeinheit
unklar).
Auf einem Notizzettel im Gemeindearchiv im Zusammenhang mit Nahrungsmittelan-
und verkäufen wird er erwähnt. Hinter seinem Namen steht die
Zahl 3.
1848
Er ist eines von 21 Mitgliedern der Vöhler und von 34 Mitgliedern
der Religionsgemeinde insgesamt.
Sein Steuerkapital beträgt 87 Gulden.
1853
Simon Katzenstein hat einen Hund angemeldet.
1853-57
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Bevölkerung.
1854
Er nimmt bis 1854 unentgeltlich die Stelle eines zweiten Vorsängers
an den hohen Festtagen wahr.
Im namentliche Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen
für das Jahr 1854 steht:
| Gewerbe: Fruchthandel, Ellenwarenkrämer in Ausschnitt, Spinnereikrämer,
Bier- u. Branntweinzäpfer, Branntweinhändler im Großen,
Metzger ohne ständigen Laden |
1855
Von März bis Juli hat er einen Hund angemeldet.
1858
Von 1858 bis 1864 ist ein Hund auf seinen Namen angemeldet. 1858 unterschreibt
A. Katzenstein "im Auftrag" Simons, 1864 gibt es die Unterschriften
S. Katzenstein und A. Katzenstein in dem Verzeichnis der Gemeinde.
1860
Er beantragt bei der Gemeinde den Bau eines Fruchtmagazins
1861
Er wird am 6. Oktober in die Vöhler Ortsbürgerliste aufgenommen;
Geb.-ort Vöhl, Geb.-datum 11. Juli 1780; Beruf: Handelsmann
1864
In einem Häuserverzeichnis zur Volkszählung hatte sein Haus
die Nr. 47 (später Haus Demmer)
Beschäftigte laut Vöhler Gesinde-Register:
17.6.1855- ? Emalia Alspanderfrau aus Landau mit Kind ist "selbständig"
[1] Simon Katzenstein ist wohl identisch
mit dem auf mehreren Grabsteinen als Rabbi und Priester bezeichneten
Simon oder Simeon Katzenstein.
[2] Eine ältere Vöhlerin
erzählt, ihre Mutter habe ihr erzählt, dass eine Mikwe über
dem Bach hinter dem Haus mit der damaligen Nr. 47 existiert habe.
[3] Vgl. den Abschnitt "Die
Ausweisung des jüdischen Friedhofs in der Herzingsgrube" in
dem Aufsatz "Der jüdische Friedhof in Vöhl" auf
dieser Website.