Hermann Kratzenstein

geb. 5.2.1891 in der elterl. Wohnung in Marienhagen, vormittags um drei Uhr
gest. 27.1.1945 in Leitmeritz, Kdo Flossenbürg [1]

Eltern:
Felix (Selig) Kratzenstein (1864- 1919)
Dina, geb. Strauß (1867- 1942/43)

Geschwister:
Hedwig (1895- 1942/43)
Herda (1900- 1983)
Julius (1904- nach 1950)

Ehefrau:
Emilie, geb. Wertheim, geb. 30.3.1894 [2]

Kinder: [3]
1.Kind: Erich (gest. im Alter von 17 Jahren im KZ Flossenbürg am 21.3.1945)
Hilde (sie heiratete später einen Mann mit dem Familiennamen Cohen und wohnte 1962 in Hilversum (Niederlande)
Ein weiteres Kind

Beruf:
Handelsvertreter

Wohnung:
Haus Nr 12


1914
Corbacher Zeitung am Mi., 28.10.:

Marienhagen. 26. Okt. Durch Tapferkeit vor dem Feinde erwarb sich der hiesige Krieger Hermann Kratzenstein das Eiserne Kreuz. Dieser ist der zweite der von hier ins Feld gezogenen Vaterlandsverteidiger, dessen Brust dies Zeichen der Ehre schmückt. Aber auch hier zu Hause sucht man seine Pflicht dem Vaterlande gegenüber zu tun. So ergab eine Sammlung für das Rote Kreuz 420 Mark und für unsere so schwer heimgesuchten Ostpreußen 289 Mark. Auch hat sich eine Vereinigung gebildet, die durch Stricken unsere Soldaten mit Wollsachen versieht und Liebesgaben für das Rote Kreuz versendet, wovon wiederholt Sendungen schon abgegangen sind.

1918
Er zieht nach Niedermarsberg.

1919
Er wird in der Todesanzeige des Vaters mit Frau und Kind erwähnt.
Er zeigt den Tod des Vaters beim Standesamt an; als seine Adresse ist angegeben: Schuttdorf im Hause Nummer 8.

1944
Wohl am 22.10. wird er an das Kommando Leitmeritz, KZ Flossenbürg, überstellt.[4]

[1] Quelle: Yad Vashem: The Central Database of Shoah Victim's Names; die Angabe ist etwas schwierig zu interpretieren: Litomerice (Leitmeritz) lag nur wenige Kilometer nördlich des KZ Theresienstadt; die Eintragung legt aber nahe, dass es zum KZ Flossenbürg gehörte. Tochter Hilde Cohen gab die Informationen über Hermann Kratzenstein 1962 an Yad Vashem.
[2] Quelle: Yad Vashem: The Central Database of Shoah Victim's Names
[3] Die Angaben zu Kindern und Beruf sind ebenfalls aus: Yad Vashem: The Central Database of Shoah Victim's Names
[4] Quelle: Gedenkbuch der Synagoge Enschede; dort ist als Datum für das "overleden" der 22.10.1945 genannt; dies ist jedoch sicherlich ein Druckfehler.