David Külsheimer

geb. wohl vor 1810
gest. nach 1852

Eltern:
Löb Külsheimer (wohl vor 1790- nach 1852) und dessen Ehefrau Delz, geb. Hirsch (geb. wohl vor 1790)

Geschwister:
Malchen (ca 1809- 1885)
evtl. auch Samuel (vor 1825- nach 1865)

Wohnung:
Haus Nr. 8 (heutiges Haus Weidemann, Mühlenstr. 6)


1827
Er weigert sich, sich an den Kosten für die jüdische Schule in Vöhl zu beteiligen; zwar habe sein Vater, nicht aber er selbst vorher eine Zusage gegeben; außerdem sei man in Basdorf inzwischen zahlreich genug, um sich eine eigene Schule zu bauen.

1836
Im Tagebuch über den Ab- und Zugang der Gewerbe im Jahre 1836 für den Steuerbezirk Vöhl und die Bürgermeisterey Basdorf ist für ihn angegeben: Viehhändler im Kleinen.

1844
Am 15. März verkauft David Külsheimer ein Rind mit folgendem Vertrag, bestätigt und die Unterschriften beglaubigt von dem Beigeordneten Eigenbrod der Großherzoglich Hessischen Bürgermeisterei Voehl:
Geschehen Vöhl den 15t.März 1844
Es erschien David Külsheimer von Basdorf und Conrath Faun von Asel und Erklärten sie haben folgenden Handel getroffen.
David Külsheimer von Basdorf verkauft an Conrath Faun ein zweijährig drachbar Rind für die Summe zehn sechs ein halben Thaler .....fisch .... und eine Ziege, die Lämmer von der Ziege muß Conrath Faun so lange saugen laßen bis sie acht Tage als sein und die Ziege behalt Vonrath Faun bis das Rind gekalbt hat und Melk ist und ist einer den andern für die .... ...ler guth vorgelesen und genehmigt und eigenhentig unterschrieben geschehen wie oben
D. Külsheimer
Konrad Faun

1845
Sein Gewerbepatent wird eingezogen, und David Külsheimer stellt ein Gesuch um Zurückgabe. Kreisrat Zimmermann nimmt dies zum Anlass, die Bürgermeister seines Bezirks aufzufordern, für ihn ein Verzeichnis aller Juden mit Ortsbürgerrecht oder Schutzbrief anzufertigen, die ein Gewerbe ausüben, des weiteren eine Auflistung der Juden ohne Ortsbürgerrecht und Schutz, die ein Gewerbe ausüben. Drittens erinnert Zimmermann die Bürgermeister daran, dass Juden ohne Ortsbürgerrecht und Schutzbrief kein Gewerbe selbständig betreiben dürfen.
Daraus ist zu schließen, dass Külsheimer weder Ortsbürger war noch einen Schutzbrief hatte.

1847/48- 1852
David Külsheimer befindet sich im Streit mit dem israelitischen Gemeindevorstand wegen der Bezahlung von Standgeldern für die Synagoge; er wird vor dem Kreisrat mit umfangreichem Schriftwechsel ausgetragen. Da es sich um ein Standgeld für Ledige handelt, ist er wohl nicht verheiratet.

1848
Im Verzeichnis sämmtlicher Mitglieder ... der isr. Religionsgemeinde Vöhl wird er nicht genannt.

1850
Er ist wahlberechtigt für die Wahl zur 2. Kammer im Großherzogtum Hessen; seine Berufsbezeichnung: Handelsmann.

1853
In seinem Bericht über die diesjährige Rundreise durch Basdorf schreibt der Kreisrat: "Wegen des mit der Catharina Happe in wilder Ehe lebenden David Külsheimer ist das Erforderliche verfügt und ist nur mit Strenge darauf zu sehen, dass beide den ergangenen Trennungsbefehle nachkommen."

1854
Im März des Jahres soll laut einem Schreiben des Kreisrats Fuhr an die Bürgermeisterei Basdorf vom 30. März David Külsheimer "gegen seinen Hausangehörigen geäußert haben, dass er sich umschießen wolle und dazu sich auf gestern in ein Zimmer eingeschlossen haben." Der Kreisrat fragt den Bürgermeister, ob er davon gehört habe. Wenn dies so geschehen ist, soll er sich "mit dem Polizeidiener und der weiteren erforderlichen Mannschaft in die Wohnung des Külsheimer (...) begeben". Er soll dort offensichtlich ein Pfand konfiszieren, das Külsheimer wohl versteckt hatte. Am 31. März meldet der Bürgermeister dem Kreisrat Vollzug. [1]


[1] Quelle: Staatsarchiv Marburg 111 k Vöhl Nr. 824