geb. 15.2.1874
gest. 17.11.1942 oder Januar 1943 [2]
in Theresienstadt
Eltern:
Bendix (1843- 1910) und Rosa Külsheimer (1846- 1889)
Geschwister:
Selma (1876- 1900)
Emma (1878- 1889)
Thekla (1880- 1933)
Leopold (1882- 1933)
Klara (1884- 1934)
Wohnung:
Basdorf: Haus Nr. 8 (heutiges Haus Weidemann, Mühlenstr. 6)
Bad Wildungen: heute Brunnenstraße 61, früher Brunnenstraße
36, dann Adolf-Hitler-Straße 61
Adressen in Kassel:
Ab 15.11.1939 Akazienweg 23
Ab 1.8.1940 Kaiserstr. 3
Ab 13.2. 1942 Große Rosenstr. 22
1942
Helene Külsheimer wurde am 7.9.1942 von Kassel aus in das
Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Dort starb sie am 17.11.1942.
(= Gedenkbuch)
[1] Im Gedenkblatt des Yad Vashem:
The Central Database of Shoah Victim's Nemes ist über sie festgehalten:
Name: Helena Kolsheimer; Vorname der Mutter: Roza; Geburtsjahr 1865,
Geburtsort: Basdorf; regelmäßiger Wohnsitz: Bad Wildungen (auch während
des Krieges); Familienstand: verheiratet; Todesort: Theresienstadt;
die Angaben wurden 1957 von einem Neffen namens Maximilian Kashman gemacht.
Das Todesjahr ist objektiv falsch, ebenso die Angaben zum Aufenthalt
während des Krieges; bezweifelt werden kann auch die Angabe zum Familienstand,
weil sie auch im Brief von Selma Hammerschlag - also kurz vor ihrem
Tod - Helene Külsheimer genannt wird.
[2] Frau Selma Hammerschlag aus Bad
Wildungen schreibt an die Külsheimers in Tel Aviv: "Ich war
als Transportschwester nach Theresienstadt gegangen und war drei Jahre
dort Oberschwester. Tante Lene (in der Anmerkung: Helene Külsheimer,
Schwester von Leopold Külsheimer) war mit mir auf demselben Dachboden
auf blanker Erde fünf Monate gelegen. Ich habe ihr oft was zu essen
gegeben, allerdings nur trockenes Brot und Kartoffeln, wir hatten ja
selbst nichts anderes. Sie war sehr dankbar dafür und hat mir manchmal
Strümpfe gestopft. Leider bekamen sehr viele Leute Ruhr und Bauchtyphus.
So starb mein lieber Schwiegervater schon nach drei Wochen und Ihre
liebe Tante Lene im Januar 1943. ... Ich habe Tante Lene noch die Augen
zugedrückt und habe ihr, so weit es möglich war, die letzte
Ehre erwiesen. Rabbiner Dr. Neuhaus hielt die Rede. Wir hatten zu dieser
Zeit 200-300 Tote täglich, und immer ca 50 wurden zusammen beerdigt;
wir haben sie noch in ein schönes Leinentuch geschlagen, das war
etwas Großartiges. Sehen Sie, da weiß man doch, sie sind
in Theresienstadt geblieben, aber wo sind nur meine Leute?"