Antonie Kugelmann

geb. 5.2.1886, vormittags um achtundeinhalb Uhr in der elterl. Wohnung in Vöhl [1]
gest. ? (wohl 1942/43 verschollen in Lodz)

Eltern:
Isaak Kugelmann (1844- 1920)
Sara Kugelmann, geb. Brandenstein (1849- 1918)

Geschwister:
Recha (1878- ?)
Siegfried (1879- nach 1918)
Max (1887- 1918)
Franziska (gen. Fränzel; 1890- nach 1921)

Wohnung:
Haus Nr. 78; heute Kirchweg 4

Sie blieb unverheiratet.[1a]


1904
Sie ist Lehrmädchen in Frankfurt (Schneiderin).

1906
Sie arbeitet als "Stütze der Hausfrau" und hält sich zu einem Besuch in Vöhl auf.

1921
Toni Kugelmann, 1921 wohnhaft in Vöhl, ist verzeichnet im Ehren-Buch der Stifter für das Kriegerdenkmal Vöhl für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.
Auf der Rückseite einer am 19. 3. 1921 geschriebenen und dann wieder durchgestrichenen Bekanntmachung heißt es, wohl ebenfalls vom Bürgermeister Klingelhöfer als Entwurf geschrieben und wieder gestrichen: Dienstag den 29. d. Mts beabsichtigt Frl. Toni Kugelmann ihren an der Arolser Straße gelegenen Garten an Ort und Stelle zu verpachten. Näheres wird im ... bekannt gegeben."

1936
Sie wohnt in Köln-Ehrenfeld, Schützenstraße 1-3; ein Vöhler Landwirt hat ihr gegenüber zu dieser Zeit 1600 Goldmark Restschuld, verzinslich ab 1. Jan. 1929 mit 8 % [2]

1939
In den hiesigen Personenstandsurkunden wurde der Name "Sara" zusätzlich eingetragen, 1951 wieder gelöscht. [3]

1966
Auf der Rückseite eines Briefes, in dem der Historiker Paul Arnsberg um Informationen über Abreisetermine und Zielorte der Vöhler Juden bittet, ist handschriftlich - möglicherweise von Bürgermeister Huffert - hinter dem Namen "Kugelmann" ein Kreuz vermerkt (wer aus der Familie der Kugelmanns also als tot bezeichnet wird, ist nicht klar).


[1] Die Geburt meldete der Vater beim Standesamt erst am 16. Februar; über den Vornamen informierte er den Bürgermeister erst am 25. März.
[1a] Quelle: Yad Vashem: The Central Database of Shoah Victim's Names; auch dort sind keine näheren Infos über ihren Tod bekannt.
[2] Dies hängt wohl damit zusammen, dass die Kinder und Erben nach dem Tod der Eltern Haus, Garten und Land verkauften.
[3] Auf der Grundlage eines Gesetzes hatten alle deutschen Juden 1938 zusätzlich die Vornamen Isaak oder Sara anzunehmen. Diese Änderung wurde in den Geburtsurkunden nachgetragen. Nach dem Krieg wurden diese Einträge wieder gelöscht.