geb. 1797 in Vöhl
gest. 1877/78 [1]
Eltern:
wahrscheinlich Isaak Kugelmann (vor 1775- 1834)
Sarah Kugelmann, geb. Katz (vor 1780- ?)
Geschwister:
wahrscheinlich Salomon und Joseph
Ehegatte:
Minna, geb. Rothschild (gen. Minkel od. Mückel; 1803- 1892)
Kinder:
Salomon (1831- wohl nach 1856)
Moses (1834- nach 1921)
Isaak (1844- 1920)
Rickchen (1847- nach 1879)
Wohnung:
Haus No 78 (heute Kirchweg 4, Fam. Losat)
Beruf:
Händler, Lohgerber
Metzger
1827
In diesem Jahr wurde Simon Kugelmann in die 1823 eingeführte Ortsbürgerliste
aufgenommen: Er wurde am 6.Juni 1827 rezepiert; die ihn betreffenden
Angaben: Geburtsort Vöhl, Geburtsjahr 1797; Beruf Handelsmann;
als die Eintragung später wiederholt wird, ist als Beruf "Lohgerber
und "Stadt- (oder Stats)Bürger" angegeben.
Er war beim Bau der Synagoge noch nicht Gemeindemitglied, sondern hat
sich später eingekauft.
1831
Er zahlte 1821 (oder 1831?) [2]
laut einem Schreiben von Feist Kaiser ein "Einzugsgeld"
von 40 Gulden für die Synagoge.
Er gehörte zum Vorstand der jüdischen Gemeinde.
Am 19. Oktober erschien Simon Kugelmann wegen angemahnter Schulden vor
der Behörde in Vöhl.
1831/32 denunzierte er Isaak Katzenstein wegen ungebührlichen Betragens
gegen sich selbst in der Synagoge; die Landratsakten sprechen von beiden
allerdings von Marienhagener Juden.
1832
Ein "Kugelmann" - wahrscheinlich Simon - beantragt die Auspfändung
Joseph Blums. Selig Rothschild als Vorsteher der jüdischen Gemeinde
setzt sich für Blum ein; möglicherweise bietet er Geld aus
der jüdischen Gemeindekasse an.
1833
Er klagt im Juni 1834 gegen Selig Rothschild, der 375 fg Schulden bei
ihm hat. Die Pfändung wird vollzogen.
1834
Er gehört zum Vorstand der jüdischen Gemeinde. In dieser Eigenschaft
beschwert er sich 1834 über die Nicht-Bezahlung mehrerer Stände
der Synagoge.
1835
Kugelmann ist einer von 20 Unterzeichnern des Anstellungsvertrages für
den Lehrer David Schönhof.
1840
In diesem Jahr war ein S. Kugelmann Vorstandsmitglied der jüdischen
Gemeinde.
Laut "Verzeichniß des Salzbedarfs der Bürgermeisterei
Vöhl - Gemeinde Vöhl nach Maasgabe der Seelenzahl und des
Viehstandes vom Jahr 1840" gehören zu Haushalt und Besitz:
8 Personen über 8 Jahre,
3 Person unter 8 Jahre,
0 Pferde,
2 Ochsen, Kühe und Rinder,
2 Schaafe, Ziegen und Schweine
1841
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen
für das Jahr 1841 heißt es:
Haupt-Gewerbe: Leder?händler im Kleinen
Neben-Gewerbe: Häutehändler im Kl., E..... u. Spinnereikrämer
im Kleinen u. Metzger
1842-1845
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.
1843
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen
für das Jahr 1843 ist eingetragen:
Haupt-Gewerbe: Leder- u. Häutehändler im Kleinen, Ellenwarenkrämer
......?
Neben-Gewerbe: Spinnereikrämer, ? und Viehhändler, Kurzwarenhändler
im Kleinen, Metzgerei
1844
Als Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde unterzeichnet er einen
Brief bezüglich der neuen Begräbnißordnung (!).
1845
Er ist Mitglied der Vöhler Gruppe des ca 1832 in Darmstadt gegründeten
Vereins für sittliche und bürgerliche Verbesserung der Israeliten;
sein Mitgliedsbeitrag beträgt 15 Kreuzer.
1847
In einem Verzeichnis der Vorräte an Getreide, Mehl, Reis, Hülsenfrüchte
und Kartoffeln ist hinter seinem Namen mit Bleistift notiert: 1 Weizen,
3 Korn, 5 Bohnen.
Auf einem Notizzettel im Gemeindearchiv im Zusammenhang mit Nahrungsmittelan-
und verkäufen wird er erwähnt. Hinter seinem Namen steht die
Zahl 2.
1848
Simon Kugelmann ist eines von 21 Mitgliedern der Vöhler und von
34 Mitgliedern der Religionsgemeinde insgesamt. Sein Steuerkapital beträgt
82 Gulden.
1850
Er stellt ein Gesuch an die Gemeinde um Erlaubnis zum Fleischverkauf.
1852
Er hat einen Hund angemeldet.
1853-57
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Einwohner.
1854
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen
für das Jahr 1854 heißt es:
Gewerbe: Ellenwarenkrämer im Ausschnitt, Kurzwarenhändler
im Kleinen, Spinnereikrämer, Metzger ohne ständigen Laden
1864
In einem Häuserverzeichnis zur Volkszählung hatte sein Haus
die Nr. 78 (heute Kirchweg 4, Familie Losat).
In einem Faszikel mit der Mobiliarversteigerung des Hermann Prinz aus
Vöhl gibt es eine undatierte Liste, die im selben Zusammenhang
stehen könnte und wo vermerkt ist, dass Simon Kugelmann einen Gegenstand
erworben und 3 fg 9 kr (1 Tisch mit Kasten) bezahlt hat.
1868-71
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Einwohner.
1877
Nach der Steuerliste der Vöhler Juden zahlt er eine Normalsteuer
von 57 Pfennig und einen Beitrag für 6 "Ziele" [3]
von 5,10 Mark, damit ist er einer der recht armen Juden.
[1] Er stirbt wohl noch 1877 oder
1878, da seine Frau im Vöhler Rezeß von 1878 als seine Witwe
bezeichnet wird.
[2] Die Zahl sieht eher
wie 1821 als 1831 aus; allerdings wurde die Synagoge erst 1927 gebaut.
Deshalb muss angenommen werden, dass 1831 gemeint ist.
[3] Dies bedeutet den Steuerbetrag,
den er alle 2 Monate - also 6 Mal pro Jahr - zu bezahlen hat.