Markus Lazarus

geb. 18.6.1867 in Oberwerba
gest. 4.5.1943 im KZ Theresienstadt

Eltern:
Hirsch Lazarus (vor 1850- nach 1897)
Schönchen Lazarus, geb. Blumenkohl (geb. wohl vor 1850) [1]

Geschwister:
evtl. Julchen (1871- ?)
Sigmund (ca 1872- ?)
Mathilde (1876- 1878)
Amalie (1876- ?)
Elise (vor 1879- ?)
Minna (1879- ?)

Ehefrauen:
1. Minna, geb. Rosenbaum
Heirat am 25.11.1892
2.Minna/Maria, geb. Müller (geb. am 15.8.1872 in Herleshausen
Heirat um 1900

Kinder:
Siegmund (geb. 1893)
Frieda (1895- 1895)
Sally (1901- 1945[2])

Beruf:
Handelsmann

Wohnung:
mindestens bis 1878 in Ober-Werba
mindestens ab 1882 in Vöhl
Haus Nr. 28 3/4 Pa.[3]; im Juli 1895: Haus Nr. 27 3/10
später in Naumburg
ab 1905 in Kassel (s.u.)


1886
Am 18. Mai bekommt er einen Heimathschein für eine Tätigkeit als "Geselle im Geschäft".

1893
Er meldet am 30.11. die am 29.11. erfolgte Geburt seines Sohnes Siegmund beim Standesamt.

1894
Markus Lazarus wird am 15. Juni 1894 in die Vöhler Ortsbürgerliste aufgenommen; Geburtsort Vöhl; Beruf Handelsmann.

1895
Er meldet den Tod seiner Tochter Frieda im Alter von 16 Tagen beim Standesamt.
Ein handgeschriebener Zettel lautet [4]:

                                         Abmeldung
Den Hund welchen Ich im vorigen Jahr habe angemeldet, melde hiermit ab.
Vöhl 7. Febr. 1895
                                                                              Markus Lazarus
                          Herrn Bürgermeister Müller Wohlgeb.
                                            Dahier
(Handschriftl. Ergänzung, vielleicht vom Brgm.:)
Angemeldet v. Hirsch Lazarus

zwischen 1895 und 1905
Markus und seine Frau ziehen zu einem nicht bekannten Zeitpunkt nach Naumburg.

1898
Ein Sohn wird tot geboren.

1899
Eine Tochter wird tot geboren. Mutter Minna stirbt im Zusammenhang mit der Totgeburt.

um 1900
Um 1900 heiratet Markus Minna oder Maria, geb. Müller.

1901
Der Sohn Sally wird am 2. Juli geboren.

1905
Umzug nach Kassel
Wohnungen in Kassel:
1. Februar 1907: Mönchebergstr. 8 1/2
1. April 1913: Bahnhofstr. 9
27. März 1941: Landaustr. 9
31. Januar 1942: Mittelgasse 53

1942/43
Markus Lazarus wurde am 7.9. 1942 von Kassel aus als Häftling Nr. 595 in Transport XV/1 von Kassel zusammen mit seiner Ehefrau in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert [5] und verstarb dort am 4.5.1943.
Seine Frau starb am 19.6.1943.


[1] In einer Markus Lazarus betreffenden Urkunde wird als Mutter Jeanette Blumenkron genannt. Möglicherweise war Jeanette tatsächlich der bürgerliche Name und Schönchen eine davon abgeleitete Koseform. Beim Familiennamen ist aber wohl der mehrmals in den Unterlagen auftauchende Name "Blumenkohl" der richtige.
[2] nach Auskunft des Sonderstandesamtes Arolsen gestorben am 25.2.1945 in Gösen, Kreis Perg
[3] Die Haus-Nr. 28 hatte das heutige Haus Fleck; die Familie hatte vielleicht eine kleine Parterrewohnung in einem Nebengebäude
[4] Quelle: Gemeindearchiv Abt. IX, Abschnitt 4, Konvolut 24 Faszikel 2
[5] Yad Vashem: The Central Database of Shoah Victim's Names, dort zit. nach Terezinska Pametni Kniha/Theresienstaedter Gedenkbuch, Terezinska Inciativa, vol. I-II Melantrich, Praha 1995, vol. III Academia Verlag, Prag 2000