Leßer Mehrgeld [1]

geb. um oder vor 1790
gest. nach 1851

Ehefrau:
Fanny, geb. Blum (geb. wohl vor 1800)
2. Ehefrau:
Vogel Mehrgeld (gest. 31. Mai 1851)

Tochter:
Johanna, verh. Schönthal (ca 15.1.1815- 4.11.1893)

Wohnung:
1851: Marienhagen, Haus Nr. 15 [2]


1810
Ein Eleaser Mehrgeld wird in Akten erwähnt.

1829
Mehrgeld war nach Angaben Simon Kugelmanns als eines von 14 Gemeindemitgliedern an der Verlosung von Plätzen in der Synagoge beteiligt.

1834
Er unterschreibt eine Unterschriftenliste zur Ablehnung von zusätzlicher Bezahlung für Stände [3] in der Synagoge.

1835
Mehrgeld ist einer von 20 Unterzeichnern des Anstellungsvertrages für den Lehrer David Schönhof.

1838
Er wird wegen Beleidigung des Judenvorstands angezeigt.

1848
Leßer Mehrgeld ist eines von 6 Mitgliedern der Marienhagener und von 34 Mitgliedern der Religionsgemeinde insgesamt. Sein Steuerkapital wird mit 55 4/10 Gulden angegeben.

1850
Am 27. April verlässt er mehrmals den Gottesdienst und kommt wieder herein, ohne sich die Hände zu waschen, was gegen die Synagogenordnung verstößt. Salomon Kugelmann und Heinemann Kratzenstein zeigen ihn deshalb an. Das Vöhler Gericht spricht ihn frei, weil man ihm wohl glaubt, dass er seine Notdurft verrichten wollte. Die nächste Instanz, das Gericht in Biedenkopf, glaubt ihm nicht, dass er das Händewaschen nur vergessen hat, und verurteilt ihn zu einer Strafe von 1 Gulden 30 Kreuzer.

1851
Seine Frau Vogel stirbt am 31. Mai, 6 Uhr morgens, in Haus Nr. 15.


[1] Es gibt mehrere Schreibweisen des Vornamens: Leßer oder Läser oder Löser.
[2] In diesem Haus starb Ehefrau Vogel.
[3] Gemeint sind wohl die Bänke oder Plätze.