geb. 18.5.1898 in Vöhl, Vormittags um neun Uhr in der
elterlichen Wohnung
gest. 20.7.1984 [1]
Eltern:
Levi Mildenberg (1853- 1935) und
Lina, geb. Frankenthal (1861- 1941)
Geschwister:
Max (1887- 1959)
Hermann (1888- 1961)
Sally (1891- 1978)
Ehegatten:
Minna (1. Ehe,1892- gest. im KZ)
Frieda, geb. Fröhlich (2. Ehe), Heirat 1948 in Kalifornien (1906 -1985)
Kinder:
Margot (aus 1. Ehe) [2]
Wohnung:
geboren in Vöhl, Haus Nr. 50 (Synagoge)
Beruf:
Metzger [3]
Er war zeitweise aktiver Sänger im Vöhler Gesangverein.
1914
Er absolviert eine Metzgerlehre in Marburg.
1915
Im Juli hat er ein Ordnungsgeld von 2 Mark wegen Verstoßes gegen die
Polizeiordnung zu bezahlen.
1916
Er arbeitet als Metzger in Vöhl.
1921
Albert Mildenberg ist im Ehren-Buch der Stifter für das Kriegerdenkmal
Vöhl für die Gefallenen des 1. Weltkrieges verzeichnet.
Er arbeitet als Metzger in Allendorf/L.
1925
Die Tochter Margot wird geboren.
1937
Ende des Jahres machen die Brüder Sally und Hermann mit ihren Familien
Station auf dem Weg in die USA. Sie lassen die gemeinsame Mutter Lina
bei Albert und Max in Frankfurt zurück.
1938
Ihm wird zusätzlich der Name "Israel" gegeben; am 27. August 1951 wird
der entsprechende Vermerk in der Geburtsurkunde gelöscht. [4]
40er Jahre
Er emigriert nach Shanghai, wo er als Metzger aus Frankfurt geführt
wird. Seine Adresse in Shanghai: 225-40 Kungping, Shanghai.
Ehefrau Minna bleibt mit der Tochter Margot in Frankfurt zurück; Alberts
Nichte Ursula Behrend meint, Minna sei nicht emigriert, weil der Familienbesitz
noch nicht verkauft gewesen sei. Minna und Margot seien im KZ umgekommen.
1948
Albert Mildenberg heiratet Frieda, geb. Fröhlich, in Kalifornien und
lebt dann einige Jahre in Brooklyn. Er kommt mit Frieda nach Frankfurt
zurück, als er krank wird.
1966
Er schreibt am 1. März einen Brief an den Vöhler Bürgermeister; seine
Adresse in Frankfurt: Gagernstraße 36.
Albert Mildenberg war in der Nachkriegszeit in Vöhl. Unter anderem hat
er sich wohl darum gekümmert, dass Grabsteine auf dem Jüdischen Friedhof,
die inzwischen umgefallen waren, wieder aufgestellt wurden.
Seine Lebensdaten nach Descendancy Chart: 1898-1985.
[1] Quelle: Standesamt Frankfurt
Mitte u. Grabstein; er ist auf dem Jüdischen Friedhof Frankfurt begraben:
Block 2 Qu Achse L.45
[2] in den Unterlagen wird auch eine
Tochter Rita genannt, die allerdings weder Hermanns Nichte Ursula Behrend,
geb. Mildenberg, noch Carol Baird erwähnen
[3] Quelle: Paul Arnsberg: Die jüd.
Gemeinden in Hessen
[4] Nach der 2. Verordnung zur Durchführung
des Gesetzes über die Änderung von Familiennamen und Vornamen vom 17.
August 1938 müssen alle Juden ab 1.1.1939 den zusätzlichen Vornamen
"Sara" bzw. "Israel" annehmen. Dies wurde auf den Geburtsurkunden ergänzt.
In Vöhl geschah dies bei vielen Juden am 10.12.1938