geb. ca 6. Okt.1845
gest. 3.3.1897, nachmittags um vier Uhr, in Vöhl (Todesursache:
Herzleiden + ...?)
Eltern:
Michael Mildenberg (1805- 1861) und
Regina (Rachel), geb. Schönemann (1825- 1902)
Geschwister:
Simon (1848- nach 1878)
Julchen (1851- 1911)
Levi (1853- 1935)
Maier (nach 1853- nach 1878)
Salomon (1857- 1934)
Ehegatte:
Regine Mildenberg, geb. Speyer (1855- 1923)
Kinder:
Moritz (1880- 1945)
Recha (1882- ?)
Wohnung:
Haus No 16, nach der Einführung der Straßennamen: Arolser
Straße, Grundstück zwischen den heutigen Häusern Seibel
und Schmal, inzwischen abgerissen
Beruf:
Schlächter, Branntweinhändler
1864
Im Verzeichnis der Militärdienstpflichtigen für das Jahr 1864
ist notiert:
"Depotanspruch-frei" [1]
Der Vater ist mit einem Kreuz versehen, also schon gestorben. Als Geburtsdatum
ist der 5.9.1845 angegeben.
1869
Er muss für einen Hund Hundesteuer zahlen.
1877
Nach der Steuerliste der Vöhler Juden zahlt er eine Normalsteuer
von 2,06 Mark und einen Beitrag für 6 "Ziele" von 18,48
Mark [2]; er ist damit weder als
arm noch als reich zu bezeichnen.
1877- 1897
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Bevölkerung.
1878
Er besitzt zusammen mit Mutter und Geschwistern "Auf dem Stumpf"
1 ha 2 a und "In den Winnigsbetten" 33a 14 qm. An steuerpflichtigen
Liegenschaften sind dort notiert: 1,3514 ha im von der Zusammenlegung
betroffenen Bereich und 0,1525 ha außerhalb desselben. Die Grundsteuer
beträgt jährlich 0,98 M.
1879
Für einen Hund zahlt er 3 fg 43 kr Steuern.
1883- 1890
Für einen Hund zahlt er jährlich 3 fg 43 kr Steuern. Am 30.12.90
wird der Hund abgemeldet.
1883- 1889
Im Auszug aus der Gewerbesteuer-Rolle des Kreises Frankgenberg heißt
es für ihn:
"Steuerklasse B I, Gewerbe Schlächter, Umfang des Betriebs:
mittelmäßig, monatl. Steuersatz: 0,75 M 1,00 M [3]"
; wohl nachträglich wurde der Name Levi ergänzt.
Mit anderem Schreibstift wurde ebenfalls für Robert Mildenberg
ergänzt: "Gewerbe: Branntwein en gros, Umfang des Betriebes:
mittel.
Bemerkungen: Robert brauch Groß... [4]"
Weiter heißt es dort:
"Steuerklasse B II; Gewerbe: Branntweinkleinhandel; monatl. Steuersatz:
0,50 M. [5] Bemerkungen: 1.II. 84
abgemeldet"
1885
Robert Mildenberg wird am 17. November in die Ortsbürgerliste Vöhls
aufgenommen; als Geburtsort ist Vöhl angegeben; Beruf: Schlachter.
1887
Er zeigt den Tod Simon Mildenbergs (24. April) beim Standesamt an.
1890- 1897
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.
1890- 1891
Er ist Mitglied der Classensteuerveranlagungskommission.
1892
Im Verzeichnis der Hundesteuerpflichtigen ist Robert Mildenberg unter
den "Nachträgen" genannt mit einem Betrag von 3,43 für
einen Hund, dann aber wieder durchgestrichen.
1893- 1897
Für einen Hund zahlt er jährlich 3 Mark 43 Steuern, ab 1895
4,00 Mark. Für 1897/98 ist seine Witwe in dem Hundesteuer-Verzeichnis
notiert.
1895
Er zeigt den Tod seiner in demselben Haus wohnenden Tante Marjanne Mildenberg
(21. Mai) beim Standesamt an.
1897
Am 4. März meldet Sohn Levi den Tod Robert Mildenbergs beim Standesamt;
er war beim Sterbefall zugegen.
Danach ist Roberts Frau als Dienstherrin im Vöhler Gesinderegister
eingetragen.
Dienstboten nach Vöhler Gesinde-Register:
19.11.1895-13.11.1897 Louise Schöneweiß aus Buchenberg,
geb. 31.12. 1871, kräftig, hellblaue Augen, stumpfe
Nase, gewöhnl. Mund, hellblond, als Magd; Zeugnis:
treu und fleißig betragen. gez. Regine Mildenberg, z. Bgl. Müller,
Bgstr.
[1] Das Wort "frei" ist
mit Bleistift ergänzt; die Bedeutung der Formulierung ist noch
nicht geklärt.
[2] Er hat diesen Beitrag sechs Mal
pro Jahr, also alle zwei Monate zu bezahlen.
[3] Streichung und Ersetzung des
Betrags von 0,75 durch 1,00 im Original; der ursprüngliche Betrag
ist wohl erhöht worden.
[4] Der Rest ist unleserlich.
[5] Die Formulierung "monatl.
Steuersatz: 0,50 M." wurde im Original gestrichen.