Robert Mildenberg

geb. ca 6. Okt.1845
gest. 3.3.1897, nachmittags um vier Uhr, in Vöhl (Todesursache: Herzleiden + ...?)

Eltern:
Michael Mildenberg (1805- 1861) und
Regina (Rachel), geb. Schönemann (1825- 1902)

Geschwister:
Simon (1848- nach 1878)
Julchen (1851- 1911)
Levi (1853- 1935)
Maier (nach 1853- nach 1878)
Salomon (1857- 1934)

Ehegatte:

Regine Mildenberg, geb. Speyer (1855- 1923)

Kinder:
Moritz (1880- 1945)
Recha (1882- ?)

Wohnung:
Haus No 16, nach der Einführung der Straßennamen: Arolser Straße, Grundstück zwischen den heutigen Häusern Seibel und Schmal, inzwischen abgerissen

Beruf:

Schlächter, Branntweinhändler


1864
Im Verzeichnis der Militärdienstpflichtigen für das Jahr 1864 ist notiert:
"Depotanspruch-frei" [1]
Der Vater ist mit einem Kreuz versehen, also schon gestorben. Als Geburtsdatum ist der 5.9.1845 angegeben.

1869
Er muss für einen Hund Hundesteuer zahlen.

1877
Nach der Steuerliste der Vöhler Juden zahlt er eine Normalsteuer von 2,06 Mark und einen Beitrag für 6 "Ziele" von 18,48 Mark [2]; er ist damit weder als arm noch als reich zu bezeichnen.

1877- 1897
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Bevölkerung.

1878
Er besitzt zusammen mit Mutter und Geschwistern "Auf dem Stumpf" 1 ha 2 a und "In den Winnigsbetten" 33a 14 qm. An steuerpflichtigen Liegenschaften sind dort notiert: 1,3514 ha im von der Zusammenlegung betroffenen Bereich und 0,1525 ha außerhalb desselben. Die Grundsteuer beträgt jährlich 0,98 M.

1879
Für einen Hund zahlt er 3 fg 43 kr Steuern.

1883- 1890
Für einen Hund zahlt er jährlich 3 fg 43 kr Steuern. Am 30.12.90 wird der Hund abgemeldet.

1883- 1889
Im Auszug aus der Gewerbesteuer-Rolle des Kreises Frankgenberg heißt es für ihn:
"Steuerklasse B I, Gewerbe Schlächter, Umfang des Betriebs: mittelmäßig, monatl. Steuersatz: 0,75 M 1,00 M [3]" ; wohl nachträglich wurde der Name Levi ergänzt.
Mit anderem Schreibstift wurde ebenfalls für Robert Mildenberg ergänzt: "Gewerbe: Branntwein en gros, Umfang des Betriebes: mittel.
Bemerkungen: Robert brauch Groß... [4]"
Weiter heißt es dort:
"Steuerklasse B II; Gewerbe: Branntweinkleinhandel; monatl. Steuersatz: 0,50 M. [5] Bemerkungen: 1.II. 84 abgemeldet"

1885
Robert Mildenberg wird am 17. November in die Ortsbürgerliste Vöhls aufgenommen; als Geburtsort ist Vöhl angegeben; Beruf: Schlachter.

1887
Er zeigt den Tod Simon Mildenbergs (24. April) beim Standesamt an.

1890- 1897
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.

1890- 1891
Er ist Mitglied der Classensteuerveranlagungskommission.

1892
Im Verzeichnis der Hundesteuerpflichtigen ist Robert Mildenberg unter den "Nachträgen" genannt mit einem Betrag von 3,43 für einen Hund, dann aber wieder durchgestrichen.

1893- 1897
Für einen Hund zahlt er jährlich 3 Mark 43 Steuern, ab 1895 4,00 Mark. Für 1897/98 ist seine Witwe in dem Hundesteuer-Verzeichnis notiert.

1895
Er zeigt den Tod seiner in demselben Haus wohnenden Tante Marjanne Mildenberg (21. Mai) beim Standesamt an.

1897
Am 4. März meldet Sohn Levi den Tod Robert Mildenbergs beim Standesamt; er war beim Sterbefall zugegen.
Danach ist Roberts Frau als Dienstherrin im Vöhler Gesinderegister eingetragen.


Dienstboten nach Vöhler Gesinde-Register:
19.11.1895-13.11.1897 Louise Schöneweiß aus Buchenberg, geb. 31.12. 1871, kräftig, hellblaue Augen, stumpfe Nase, gewöhnl. Mund, hellblond, als Magd; Zeugnis: treu und fleißig betragen. gez. Regine Mildenberg, z. Bgl. Müller, Bgstr.


[1] Das Wort "frei" ist mit Bleistift ergänzt; die Bedeutung der Formulierung ist noch nicht geklärt.
[2] Er hat diesen Beitrag sechs Mal pro Jahr, also alle zwei Monate zu bezahlen.
[3] Streichung und Ersetzung des Betrags von 0,75 durch 1,00 im Original; der ursprüngliche Betrag ist wohl erhöht worden.
[4] Der Rest ist unleserlich.
[5] Die Formulierung "monatl. Steuersatz: 0,50 M." wurde im Original gestrichen.