Simon Mildenberg

geb. Juni oder Juli 1809, in Vöhl [1]
gest. 24. April 1887, Nachmittags um sieben Uhr, in Vöhl

Eltern:
Meier Mildenberg und dessen Ehefrau
Märle, geb. Kahn

Geschwister:
Michael Mildenberg (1805- 1861)
Marjanne (1809- 1895)

Ehegatte:
Johanna, geb. Katz (1834- 1901)
Heirat:
5. 11. 1856 in Vöhl durch Salomon Baer

Kinder:
Amalie Mildenberg (1858- 1921)
v ielleicht auch Sophie Mildenberg

Wohnung:
Vöhl Haus No 53; nach Einführung von Straßennamen: Mittelgasse 5

Beruf:
Schreiner


1828
Er wird für das Militär gemustert und ist ohne Beruf.

1841, 1843 und 1854
Er ist im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen für die genannten Jahre notiert. Als sein Haupt-Gewerbe ist Schreiner angegeben.

1846
Am 13. August 1846 wird er in der Vöhler Ortsbürgerliste von 1823 rezepiert; als Geburtsort wird Vöhl angegeben, das Geburtsdatum fehlt; Berufsangabe Schreiner.
Am 14.8.1846 ist er als Schreiner registriert.

1847
Im Verzeichnis der Vorräte an Getreide, Mehl, Reis, Hülsenfrüchte und Kartoffeln sind hinter seinem Namen notiert (Maßeinheit unklar): 1/2 Korn, 5 Bohnen. Im "Verzeichnis über Korn im (oder vom?) Fruchtspeicher dahier" ist hinter seinem Namen notiert: 1 Malter (128 Liter). [2]
Er hat von 1847 bis seltsamerweise 1893 (nach seinem Tod) einen Hund angemeldet (Schreibfehler?).

1848
Er beschwert sich 1848 gegen die Zunftvorstände Wiesenäcker und Löwenstein wegen der Verweigerung des Aufdingens eines Lehrjungen.
Er ist eines von 21 Mitgliedern der Vöhler und von 34 Mitgliedern der Religionsgemeinde insgesamt.
Sein Steuerkapital wird mit 46 Gulden angegeben.

1849
Er baute 1849 ein Haus in der heutigen Mittelgasse, Hausnummer 5. [3]

1854-1857
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.

1854
Er unterzeichnet 1854 und in den folgenden Jahren als Vorstandsmitglied den "Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben der israelitischen Religionsgemeinde zu Vöhl, Basdorf, Marienhagen und Ob.Werba".

1856
Heirat mit Hannchen Katz am 5. Juli:

Der
Großhl. Trauungsbevollmächtigte,
Lehrer Bäer zu Vöhl
hat heute am 5ten Juli 1856 in Auftrag des Großhl .Provinzial-Rabbiners Dr. Levi zu Gießen, nach Einsicht Großhl. Kreisamtlichen Heimathscheines und Großhl. Landgerichtlichen Bescheinigung, daß dem Vollzuge der Ehe kein privatrechtliches Hinderniß im Wege stehe, den Simon Mildenberg von Vöhl und Hannchen Katz von Helsen im Fürstenthum Waldeck, dahier zu Vöhl, in Gegenwart der beiden Zeugen:: Selig Schönhof und Simon Kugelmann dhr nach Vorschrift des isr. Ritus ehelich getraut; dessen zur Urkunde gegenwärtige Bescheinigung ertheilt wird.
Vöhl,
d. 5. November 1856
S. Baer
 
Trauungsbevollmächtigter

1857
Er hat 1fg 30 kr Schulden bei Salomon Liebmann, Liebmann schuldet ihm dagegen 5 Kreuzer.

1864
In einem Häuserverzeichnis zur Volkszählung hat sein Haus die Nr. 53.

1868-86
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Bevölkerung

1877
Laut Steuerliste der Vöhler Juden zahlt er eine Normalsteuer von 95 Pfennig sowie einen Beitrag für 6 "Ziele" von 8,52 Mark; damit ist er als recht arm zu bezeichnen.

1878
Gemäß Vöhler Rezeß von 1878 besitzt er zusammen mit seiner Frau Johanna, geb. Katz (an anderer Stelle im Rezeß "Bätz"), "Im tiefen Thal" 42 a 70 qm, außerdem im Dorf einen Hausgarten von 394 qm, Hofraum von 262 qm; an Grundsteuer zahlt er 0,79 M.

1887
Im Januar wird er wegen Verstoßes gegen die Gesindeordnung mit einer Ordnungsstrafe von 1 Mark belegt.


Angestellte laut Vöhler Gesinde-Register:
1844- ? Wilhelm Schmitt von Asel als Schreiner
1845- ? Heinrich Osterfeld von Kleinern als Schreiner
12. Nov. 1847- ? Samuel Löwenstern aus Meineringhausen im Fürstentum Waldeck als Schreiner-Lehrling
15.11.1853- ? Friedrich Brühne von Bringhausen Waldeck als Schreiner-Geselle
9.6.1857- ? Johan Heinrich Ziegler von Ederbringhausen als Schreiner Geselle
30.1.1858- ? Johannes Philipp Kaiser aus Rodenau als Schreiner-Geselle
21.9.1866- ? Friedrich Büchsenschütz als Lehrling


[1] Quelle: Sterbeurkunde, nach der er am Tag seines Todes 77 Jahre und 10 Monate alt war. Nach dem Verzeichnis der Militärdienstpflichtigen des Jahres 1808 ist er geboren am 13.6.1808 und ist im Musterungsjahr ohne Beruf.
[2] Wegen der Nahrungsmittelknappheit in jener Zeit wurden alle Getreidevorräte registriert.
[3] In diesem Haus wohnte anschließend zumindest zeitweise seine Tochter Amalie Mildenberg mit ihren 3 unehelichen Kindern Frieda, Rosa und Eduard; Max Mildenberg d. J. betrieb dort mehrere Jahre sein Geschäft.