Alfred Rothschild

geb. 4.10.1871 in Vöhl
gest. 13.9.1939 in Korbach an KZ-Folgen[0]

Eltern:
Moritz Rothschild (1833- 1902) und
Karoline, geb. Lieber (1840- 1919)

Geschwister:
Mathilde [1]
Selma (1867- ca. 1943)
Willi (1879- 1941)

Ehegatte:
Hermine, geb. Katz (1877- 1942)
Heirat:
am 4.7.1904 in Korbach

Sohn:
Richard (geb. 1905)

Wohnung:
1905 in Haus Nr 88 (Elternhaus)
später Haus Nr 87

Beruf:
Kaufmann [2] u. Gastwirt [2a]


vor 1884
In den Unterlagen der ALS Korbach steht, dass er vorher "privat" unterrichtet wurde; er hat also wohl nicht die jüdische Schule in Vöhl besucht.

1884/85
Er besucht die Quarta an der Alten Landesschule in Korbach; wechselt dann ins Gymnasium Diez.
Seine Leistungen in Korbach sind "im ganzen genügend", in Deutsch und Naturkunde genügend, in Geographie im ganzen gut, im Lateinischen mangelhaft; die Reife für die Tertia konnte ihm noch nicht zuerkannt werden.

1895- 1920
Alfred Rothschild ist als Gastwirth, manchmal zusätzlich als Kaufmann angegeben; Haus No 87; im Jahr 1895 ist noch sein Vater Moritz als Steuerpflichtiger notiert.

Gewerbesteuer 1895-1920
:
1908 Steuerklasse IV 24 Mark, 12 Steuerzahler zahlen zusammen 204 Mark
1909 Steuerklasse IV 24 Mark, 12 Steuerzahler zahlen zusammen 208 Mark
1910 Steuerklasse IV 24 Mark, 12 Steuerzahler zahlen zusammen 216 Mark
1911 Steuerklasse IV 24 Mark, 14 Steuerzahler zahlen zusammen 244 Mark
1913 Steuerklasse IV 24 Mark, 15 Steuerzahler zahlen zusammen 252 Mark
1914 Steuerklasse IV 24 Mark, 15 Steuerzahler zahlen zusammen 256 Mark
1915 Steuerklasse IV 24 Mark, 15 Steuerzahler zahlen zusammen 252 Mark
1916 Steuerklasse IV 20 Mark, 15 Steuerzahler zahlen zusammen 240 Mark
1917 Steuerklasse IV 16 Mark, 13 Steuerzahler zahlen zusammen 220 Mark
1918 Steuerklasse IV   8 Mark, 13 Steuerzahler zahlen zusammen 212 Mark
1919 Steuerklasse IV 12 Mark, 13 Steuerzahler zahlen zusammen 216 Mark
1920 Steuerklasse IV 12 Mark, 14 Steuerzahler zahlen zusammen 224 Mark

1902-26
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Bevölkerung

1903
Corbacher Zeitung am 29.12.:

Statt besonderer Anzeige.
Hermine Katz
Alfred Rothschild

Verlobte
Corbach,                   Vöhl,
Dezember 1903

1903-1911
Ergebnis der Auszählung der Waisenbüchsen im Standesamt und in den Gastwirtschaften:

Jahr Gesamt Standesamt Gastwirtschaft Rothschild Andere Gastwirtschaften
Müller [3], Rohde [4], Heinze [5], Scherf [6], Löwenstein [7]
1903 19,04 RM 17,00 RM 0,16 RM 1,88 RM
1904 14,60 RM 12,95 RM 0,05 RM 1,60 RM
1905 8,79 RM 6,50 RM 0,05 RM 2,24 RM
1906 20,12 RM 17,45 RM 0,93 RM 1,74 RM
1907 13,00 RM 11,65 RM 0,06 RM 1,29 RM
1908 12,72 RM 10,76 RM 0,43 RM 1,53 RM
1909 8,76 RM 7,50 RM 0,24 RM 1,02 RM
1911 18,00 RM 15,70 RM 0,05 RM 2,25 RM

1904
Waldeckische Landeszeitung vom 26.1.:

Vöhl, 23.Jan. Bei der gestern abend im Müller'schen Gasthaus stattgefundenen Generalversammlung des Verschönerungs-Vereins wurde an Stelle des zum 1. April von hier nach Wilhelmshöhe versetzten Postverwalters Linz der bisherige II. Vorsitzende Herr Gerichtssekretär Biskamp zum 1. Vorsitzenden gewählt, während der bisherige Schriftführer Herr Lehrer Kaiser zum II. Vorsitzenden gewählt wurde. Neu trat in den Vorstand als Schriftführer Herr Kaufmann Alfred Rothschild ein. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt. Herr Biskamp gedachte in einer Ansprache der rührigen Tätigkeit des Herrn Linz und wies darauf hin, daß durch ihn erst seine richtige Tätigkeit begonnen habe. Ein Hoch auf den Scheidenden beschloß die offizielle Sitzung.

1905
Am 8. Mai 1905 stellt Alfred Rothschild eine Rechnung für Christian Schmal aus, der Mehl, Salz, ein weiteres nicht entzifferbares Produkt (100 Pfund) und ein Paar Schuhe kaufte. Mit aufgeführt waren eine Gegenrechnung, inzwischen getätigte Zahlungen und ein weiterer Rechnungsbetrag.
14. Mai: Geburt des Sohnes Richard

1906
Er zahlt für einen Hund 4 Mark Hundesteuer.

1910
Im August muss er ein Ordnungsgeld von 1 Mark wegen Verstoßes gegen die Steuerordnung bezahlen.

Corbacher Zeitung am 22. März:

Vöhl, 19. März. Gestern vormittag von 10 Uhr ab fand die Ergänzungswahl der Gemeindeverordneten statt. ... Die Wahl in der 1. Klasse ergab Stimmengleichheit zwischen Landwirt Friedrich Müller und Gastwirt A. Rothschild. Stichwahl findet nächsten Donnerstag nachmittags ? Uhr statt.

Corbacher Zeitung am 31. März:

Vöhl. Bei der hier stattgefundenen Stichwahl wurde Herr Gastwirt Rothschild von der 1. Klasse gewählt.

1911
Im Dezember muss er ein Ordnungsgeld von 1 Mark wegen Verstoßes gegen die Steuerordnung bezahlen.

1912
Im Rothschildschen Lokale veranstaltete die Klavierlehrerin Fräulein Prinz einen Vorspielabend mit ihren Schülern und Schülerinnen, verbunden mit Theateraufführung und anschließendem Tanz (Corbacher Zeitung 17.2.1912).

1913
Alfred Rothschild muss ein Ordnungsgeld von 2 Mark im Mai bezahlen: Verstoß gegen die Steuerordnung.

vor 1914
Alfred Rothschild unterschreibt einen Aufruf, in dem es darum geht, die Sparkasse der Herrschaft Itter nicht in die Kreissparkasse einzugliedern, sondern selbständig zu belassen. Mit ihm unterzeichnen weitere 68 Männer aus Vöhl, Marienhagen, Oberwerbe, Altenlotheim, Schmittlotheim, Basdorf und Obernburg. Rothschild unterschreibt als Gemeindevertreter.

1914- 1918
An einem 8. August eines nicht bekannten Kriegsjahres teilt die Zeitung mit, dass Alfred Rothschild das Eiserne Kreuz II. Klasse erhalten hat.

1915- 1918
Rothschild war Gefreiter im Landsturm.

1916
Corbacher Zeitung am 19.3.:

Vöhl,16. März. Bei der heute hier vorgenommenen Wahl der Gemeindeverordneten wurden in der 3. Abteilung Philipp Müller und in der 1. Abteilung A. Rothschild wiedergewählt. ...

1919
Alfred Rothschild meldet dem Standesamt den Tod seiner Mutter.

ca. 1920
Luise Siegmann berichtet, dass vor allem die Honoratioren im Lokal verkehrt hätten: Dr. Evers, Forstmeister von Berlepsch, der Apotheker, Amtsrichter Förster hätten sich regelmäßig zum Mittagessen getroffen.

Corbacher Zeitung am 26.8.20:

Vöhl. 25. Aug. Bei einem Einbruchdiebstahl in der verflossenen Nacht beim Gastwirt und Kaufmann A. Rothschild hier wurden beträchtliche Mengen an Waren, wie Kleiderstoffe, Zigarren, Schuhe, Seife und dergleichen entwendet, wodurch der Betroffene einen ganz empfindlichen Schaden erlitten hat.

1921
Er ist verzeichnet im Ehren-Buch der Stifter für das Kriegerdenkmal Vöhl für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.

1924
Die Corbacher Zeitung vom 8. Mai meldet für den vorausgegangenen Tag das Ergebnis der Gemeindewahl. Bei 344 Wählern wurde A. Rothschild als Zwölfter in das Parlament gewählt.

1926
Alfred Rothschild ist Mitregisseur der Laienspielgruppe und soll dies nach Aussagen der Mitwirkenden sehr gut gemacht haben [8]. Wilhelm Schmal erzählt, als Regisseur beim Theater sei Rothschild sehr sachlich gewesen. Er erinnert sich an Aufführungen des "Etappenhase".

1929
Am 17. November 1929 wird Alfred Rothschild in den Gemeinderat wiedergewählt.
Er ist im Einwohnerbuch für Waldeck und Amtsgerichtsbezirk Vöhl 1929 als Einwohner Vöhls eingetragen als "Rotschild, Alfred, Kaufm. u. Gastwirt, Arolserstr. 2, F. (ernruf) 5". Er wird von Bürgermeister Heinze zum Beisitzer für den Volksentscheid "gegen die Versklavung des deutschen Volkes" am 22. Dezember bestellt.

1929- 1932
Alfred Rothschild ist in der Bürgerliste der Wahlberechtigten eingetragen.

1932
Er wird von Bürgermeister Heinze am 11.3.1932 zum Beisitzer für die am 13.3.1932 stattfindende Wahl des Reichspräsidenten bestellt, und zwar als Schriftführer. Dem Wahlvorstand gehören weitere 6 nichtjüdische Beisitzer und der Bürgermeister an.

1933
30. Januar : Das Radio im Prinz Wilhelm meldet die Machtübernahme Hitlers.
5. März: Alfred Rothschild tritt mit einer eigenen Liste zur Kommunalwahl an, kann aber keinen Sitz erringen.

ca. 1935
Alfred Rothschild trägt sehr oft das Eiserne Kreuz, wenn er durch den Ort geht.

1936
Er ist in Vöhl gemeldet als Besitzer vom Haus Arolserstraße 2, alte Hausnummer 88.

1937
Familie Intemann übernimmt 1937 den "Prinz Wilhelm" und nennt es Gasthof Intemann.
Ein Grundstück in Größe von 1 ha 50 a wird auf Grund der Auflassung vom 5.10.1937 auf zwei Vöhler Landwirte übertragen. (vgl. Richard Rothschild 1950)

1938
Im August wird Alfred Rothschild von den jüdischen Bewohnern des Dorfes schriftlich beauftragt, im Namen der jüdischen Gemeinde die Synagoge zu verkaufen. Er verkauft das Gebäude an die Familie Karl Rost.
Nach Auskunft des Sohnes Richard wird Alfred Rothschild in der Pogromnacht 9./10. Nov. 1938 verhaftet und nach Buchenwald deportiert; wahrscheinlich wird er wie Max Mildenberg am Abend des 10. November verhaftet.

Eugen Kogon
berichtet in seinem Klassiker "Der SS-Staat" über das Geschehen im Lager Buchenwald nach der Pogromnacht 1938: [9]

"...Aktion gegen die Juden (9815 wurden allein in das KL Buchenwald eingeliefert). ... Herkunftsort Kassel 693 Juden...

Die Verhaftungen wurden ohne Rücksicht auf das Alter durchgeführt. Neben zehnjährigen Knaben sah man siebzig- bis achtzigjährige Greise. Schon auf dem Weg vom Bahnhof Weimar bis nach Buchenwald wurden alle Zurückbleibenden abgeschossen, die Überlebenden gezwungen, die oft blutüberströmten Leichen ins Lager mitzuschleppen. Am Tor stauten sich die Massen - immer je 1 000 kamen zugleich an -, weil von der SS nicht das große Gittertor, sondern nur ein kleiner Durchgang für je einen Mann geöffnet wurde. Neben diesem Durchgang standen die Blockführer und schlugen mit eisernen Ruten, Peitschen und Knüppeln auf die Leute ein, so daß buchstäblich jeder neuangekommene Jude Wunden hatte. Was sich damals im Lager zutrug, läßt sich mit wenigen Worten nicht schildern. Erwähnt sei lediglich, daß gleich in der ersten Nacht 68 Juden wahnsinnig geworden und von Sommer wie tolle Hunde - immer je vier Mann - totgeschlagen worden sind. In den berüchtigt gewordenen Blocks 1 a bis 5 a, die später abgerissen wurden, lagen je 2 000 Juden, während der Raum dieser primitiven Notbaracken nur für 400 bis äußerstens 500 Leute berechnet war. Die sanitären Verhältnisse waren unvorstellbar. Hundertmarkscheine wurden als Klosettpapier benutzt (die Juden hatten sehr viel Geld mitgebracht, zum Teil Zehntausende von Mark). SS-Scharführer steckten Leuten die Köpfe in die überfüllten Latrinenfässer, bis die Opfer erstickt waren. Als eines Tages nach Genuß von kaltgewordenem Walfischfleisch fast alle Insassen der Baracken 1 a bis 5 a an Durchfall erkrankten, bot das Barackenlager, das durch einen Drahtzaun vom übrigen Lager getrennt war, einen fürchterlichen Anblick. Neben den Latrinen häuften sich ganze Berge von Hüten, Kleidern und Unterwäsche, die infolge des Durchfalls nicht mehr brauchbar waren.

Da die Zahl der plötzlich Eingelieferten zu groß war, hatte die SS anfangs die Personalien der Juden nicht aufnehmen können. Der Rapportführer verkündete daher über den Lautsprecher: "Wenn sich einer von den Juden aufhängt, soll er gefälligst einen Zettel mit seinem Namen in die Tasche stecken, damit man weiß, um wen es sich handelt!" Ein Breslauer namens Silbermann mußte zusehen, wie sein Bruder von dem SS-Unterscharführer Hoppe grausam zu Tode gefoltert wurde, indem er ihn zuerst so lange mit den Stiefelabsätzen traktierte, bis er blutüberströmt dalag, dann mit Stricken an einen Pfahl band und verbluten ließ. Silbermann wurde beim Anblick des Martyriums seines Bruders wahnsinnig und verursachte in den Abendstunden durch sein Toben, "die Baracke brenne", eine Panik. Hunderte stürzten aus den oberen Etagen nach unten, ganze Pritschen brachen zusammen, und obwohl SS-Leute in die Massen schossen und Häftlings-Helfershelfer mit Knüppeln dreinschlugen, war es erst nach langen Bemühungen möglich, die Ruhe wiederherzustellen. Der Lagerführer Rödl konstruierte daraus eine Meuterei der Juden und ließ sieben Geiseln aus den Baracken holen, die mit Handschellen aneinandergefesselt wurden. Dann hetzten drei Blockführer dressierte Hunde auf die Unglücklichen und ließen sie zerfleischen. Als infolge der Überbelastung in einer eisigen Nacht zwei Baracken zusammenbrachen, wurde alles in die restlichen drei hineingestopft. Häftlinge, die bei dem irrsinnigen Gedränge nicht gleich den Eingang finden konnten, wurden von der SS niedergeknallt.

Die Rath-Aktion wurde von der SS zu schamlosen Erpressungen jeder Art ausgenützt. Eines Tages hieß es durch den Lautsprecher: "Alle Millionäre ans Tor!" Es wurden ihnen Unterschriften für größere Geldspenden - bis zu mehreren hunderttausend Mark! - abverlangt. Ja, alle Juden durften plötzlich schreiben, um sich Geld von zu Hause schicken zu lassen, angeblich zur Bezahlung der Heimreise ärmerer Kameraden. Auch die Auto- und Motorradbesitzer wurden gerufen; sie mußten ihre Fahrzeuge auf die SS-Führer überschreiben lassen. Die Weimarer Nationalsozialisten wollten bei dem Fischzug nicht leer ausgehen; sie hatten in dem SS-Oberscharführer Michael einen guten Vermittler. Er brachte aus den Weimarer Geschäften alle unbrauchbaren Ladenhüter, von alten Heften, Büchern und dergleichen angefangen über Reißnägeln bis zu Haarnadeln für Frauen, um sie zu Fantasiepreisen, gekoppelt mit einigen Zigaretten oder etwas Eßbarem, an die Juden loszuschlagen. Körbeweise hat Michael mit seinen Kumpanen die Geldscheine aus dem Lager getragen.

In weniger als drei Wochen hatten diese Aktions-Juden Hunderte von Toten. Was die beiden jüdischen Ärzte Dr. Margulies und Dr. Verö, die später nach Amerika gelangt sind, für die Verwundeten und Kranken geleistet haben, grenzt ans Unfaßbare.

Dann wurde der größte Teil der Juden aus nicht durchschaubaren Gründen, die bei den Reichsbehörden lagen, plötzlich wieder entlassen. ... Der Aufruf zur Entlassung aus dem Lager lautete: "Baracken 1 a bis 5 a herhören! Folgende Juden sofort mit sämtlichen Effekten zum Tor ...!" Da er bei Tag und Nacht ertönte, wurde er im ganzen Lager berühmt. Entlassen wurde ja nur, wer das Reisegeld hatte. ... Auch die zur Entlassung vorgesehenen Juden wurden noch einmal gründlich ausgesogen. Unter allerlei Vorwänden - zerbrochenes Geschirr, beschmutzte Handtücher (es waren nie welche ausgegeben worden), Schuhputzen und dergleichen - nahmen die der Entlassung beiwohnenden SS-Leute den Juden Zwanzig-, Fünfzig- oder auch Hundertmarkscheine ab.

Als dieses Kleine Lager am 13. Februar 1939 aufgelöst wurde und die noch nicht entlassenen rund 250 Aktions-Juden in das große Lager kamen, war die Zahl der Toten auf rund 600 in den fünf Baracken angestiegen."

1939
Im September kommt Alfred Rothschild schwer krank wieder zurück und wird von Dr. Evers - aufgrund der von diesem festgestellten Folgen des KZ-Aufenthalts - ins Korbacher Krankenhaus überwiesen. (Sohn Richard Rothschild: Er war so geschlagen worden, dass man von außen nichts sah.) Seine Frau zieht mit ihm am 6.9. 1939 nach Korbach, Tylenturm 4, das Hinterhaus der Lengefelder Str. 11, wo ihr Bruder Siegfried Katz und dessen Frau Hedwig wohnen.
Dort stirbt Alfred Rothschild am 13. September 1939. Ob er im Korbacher Krankenhaus untersucht wurde, ist nicht bekannt. Möglich erscheint, dass man ihn dort nicht aufgenommen hat.
Er wird auf dem Korbacher Friedhof begraben.


Wilhelm Schmal erzählt, dass Alfred Rothschild eine Landwirtschaft von 6 Morgen und mit einigen Kühen betrieben habe. Er habe auch Schweinefleisch gegessen; Schweineschnäuzchen sei sein Lieblingsgericht gewesen.
Walter Mildenberg schreibt, er war "ein netter Mann und baute Crystal Radios."


[0] Sohn Richard berichtet für Yad Vashem: The Central Database of Shoah Victim's Names, dass sein Vater auf Grund der Behandlung in Buchenwald in Korbach gestorben ist. Als Beruf seines Vaters gibt er dort "Gastwirt und Landwirt" an. Bezüglich des Todesdatums schreibt er "Kristallnacht", wusste aber sehr wohl und meinte wohl auch, dass sein Vater nach der Kristallnacht verhaftet und nach Buchenwald verbracht wurde.
[1] Lebensdaten bisher unbekannt; laut Auskunft der Neffen Richard und Walter sprach man in der Familie nicht von ihr. Ein Grund dafürist nicht bekannt.
[2] Die Rechnungsformulare geben als Verkaufsprodukte an: Manufactur- und Colonialwaaren, Branntwein und Liqueure, Salz, Mehl, Futterartikel und Landesproducte.
[2a] Ihm gehörte bis 1937 der "Prinz Wilhelm", damals "Prinz Heinrich"; er betrieb dort eine Gastwirtschaft und ein Ladengeschäft. Ihm gehörte auch eine Scheune an der Arolser Straße, etwa im Bereich des heutigen Schlachthauses der Metzgerei Schneider.
[3] Das Gasthaus der Familie Müller ist das heutige Haus der Familie Weide in der Henkelstraße.
[4] Das heutige Gasthaus Zembellini.
[5] Das spätere Gasthaus Ruhwedel, heute Altenheim, in der Arolser Straße.
[6] Das heutige Haus der Familie Brünger an der Ecke Basdorfer Straße / Am Schulberg.
[7] Das leerstehende und seit Jahrzehnten verfallende Haus der Familie Schmidt hinter dem Haus der Familie Szygiol in der oberen Arolser Straße. Nicht in jedem Jahr wurden alle genannten Gasthäuser betrieben.
[8] Quelle: Pfarrer Maier
[9] zit. aus: Eugen Kogon: Der SS-Staat. Das System der deutschen Konzentrationslager. Heyne Verlag, München 1991, S. 229 ff.