Hermine Rothschild
geb. Katz |
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geb. 4.8.1877 [1]
gest. wohl am 3. Juni 1942 in Sobibor [2]
Eltern:
Getreidehändler Salomon Katz (1844- 1929) und
Johanna, geb. Mosheim (1855- 1942)
beide aus Korbach
Geschwister:
Siegfried (1879- ?; verschollen im Osten)
Emma (1882- wohl am 3. Juni 1942 [3])
Meta (1883- 1923)
Margarete (1885- ?; verschollen im KZ Theresienstadt)
Ehegatte:
Alfred Rothschild (1871- 1939)
Heirat:
am 4.7.1904 in Korbach
Kinder:
Richard, geb. 1905
Wohnung:
Haus No 87
1905 Haus Nr. 88
1905
Geburt des Sohnes Richard am 12. Mai
ca. 1920
Rothschilds betreiben den "Prinz Wilhelm". Küchenmädchen
Luise Siegmann berichtet viele Jahrzehnte später in der Waldeckischen
Landeszeitung, Hermine Rothschild habe in der Küche das Regiment
geführt und ausgezeichnet gekocht. Die jungen Mädchen hätten
viel bei ihr gelernt.
1929- 1932
Hermine Rothschild ist in der Bürgerliste der Wahlberechtigten
eingetragen.
1938
Ihr Mann Alfred wird am 10. November im Zusammenhang mit der Reichspogromnacht
verhaftet und nach Buchenwald deportiert.
1939
Nach Rückkehr ihres Mannes aus Buchenwald und seiner Einweisung
ins Krankenhaus Korbach zieht Hermine Rothschild am 6.9.1939 mit ihm
nach Korbach, Tylenturm 4, in das Hinterhaus der Lengefelder Str. 11,
wo ihr Bruder Siegfried und dessen Frau Hedwig Katz wohnen. Alfred stirbt
am 13.9.1939 im Hause Katz. Hermine zieht am 25.9.1939 zurück nach
Vöhl.
Ende der 30er/Anfang der 40er Jahre
Entweder sie oder Selma Rothschild besuchen heimlich Frau Engelhardt
(Mutter von Herta Müller).
1942
Hermine Rothschild wird am Samstag, dem 29. Mai 1942 nach Kassel und
von dort am Dienstag, dem 1. Juni, nach Osten deportiert. Wahrscheinlich
am 3. Juni kam der Zug in Lublin an. Die arbeitsfähigen Männer
müssen dort aussteigen und werden nach Majdanek getrieben, während
der Zug mit den Frauen, Kindern und alten Männern, also wahrscheinlich
auch mit Hermine Rothschild, nach Sobibor weiter fährt. Wahrscheinlich
werden sie dort innerhalb von 2 Stunden nach ihrer Ankunft vergast.
[4]
4. Juni: In einer Akte des Finanzamts Frankenberg wird erwähnt,
dass für "Rothschild, Hermine Sara Vöhl" eine Karteikarte
bezüglich des verfallenen Vermögens ausgestellt wurde.
[1] Sohn Richard gibt in
Yad Vashem: The Central Database of Shoah Victim's Names als Geburtsjahr
1881 an, das allerdings mit Fragezeichen versehen ist; das Datum nennt
er nicht. Er irrt wohl.
[2] Sohn Richard gibt in
Yad Vashem: The Central Database of Shoah Victim's Names als Todesort
zunächst "unbekannt" an, darunter ergänzt er "Theresienstadt". Diese
Angabe beruhte wohl auf einer Vermutung.
[3] Emma Hirschs Name steht
ebenso wie der ihrer Schwester Hermine Rothschild auf der Transportliste
jenes Zuges, der am 1. Juni in Kassel abfuhr, am 3. Juni in Lublin ankam
und am selben Tag von dort nach Sobibor weiter fuhr.
[4] Quelle: Monica Kingreen,
Telefongespräch am 20. Februar 2003; außerdem: "Die
gewaltsame Verschleppung der Juden aus den Dörfern und Städten
des Regierungsbezirks Kassel in den Jahren 1941 und 1942"