geb. 1800
gest. 6.6.1875
Eltern:
Selig Salomo Rothschild (vor 1780- nach 1840)
und Ranchen, geb. Rubino (oder Rubine oder Regine oder Razine; geb.
wohl vor 1780) [2]
Geschwister:
Belchen, verh. Kaiser (1798- 1882)
Mathilde (geb. 1801 oder 1802)
Minna, verh. Kugelmann (1803- 1892)
Ruben (1805- 1895)
Abraham (geb. 1808)
1. Ehefrau:
Jettchen [3], geb. Löwenstern
(um oder vor 1825- wohl 1846 oder 1847)
Kinder:
Selig (1843- nach 1863)
Minko (1846- 1852)
2. Ehefrau:
Friederike, geb. Dilsheimer (?- wohl 1855)
Kinder:
Sophie, 1848- 1848
Gustav (geb. 1849)
Wohnung:
1864: Nr. 57 [4]
1814
Er besucht die Alte Landesschule in Korbach.
1829
Isaak Rothschild ist nach Angaben Simon Kugelmanns als eines von 14
Gemeindemitgliedern an der Verlosung von Plätzen in der Synagoge
beteiligt.
1841
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen
für das Jahr 1841 heißt es über Isaak Rothschild:
Haupt-Gewerbe: Wollhändler im Kleinen
Neben-Gewerbe: Metzger und Fruchthändler |
1842
In die Ortsbürgerliste von 1823 wird er am 16. März 1842 rezepiert,
als Geb.-ort ist Vöhl angegeben, das Geb.-jahr fehlt; sein Beruf
ist Handelsmann; als der Eintrag undatiert - aber möglicherweise
1864 - wiederholt wird, heißt es unter "Anmerkungen":
Staatsbürgerschaft vom 15ten Februar.
1843
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen
für das Jahr 1843 ist notiert:
Haupt-Gewerbe: Wollhändler im Kleinen
Neben-Gewerbe: Metzger und Fruchthändler |
1844-47
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.
1844
Ein I. oder J. Rothschild ist 1844 Vorstandsmitglied der israelitischen
Religionsgemeinde und in dieser Eigenschaft mit dem Streit darüber
befasst, ob es "Ausstände" wegen nicht bezahlter Synagogenplätze
gibt. Nach einem Schreiben aus dem Jahr 1844 gehörte dieser I.
oder J. Rothschild bei dem Bau der Synagoge 1829 noch nicht zur Gemeinde.
Dies spricht dafür, dass nicht der hier dargestellte Isaak Rothschild
gemeint ist.
Der 1844 amtierende Vorstand unterzeichnet auch ein Schreiben an den
Kreisrat, in dem zur neuen Begräbnisordnung Stellung genommen wird.
Der Vorstand stimmt der Ordnung zu, hat aber finanzielle Vorbehalte.
1845
Er ist Mitglied der Vöhler Gruppe des ca 1832 in Darmstadt gegründeten
Vereins für sittliche und bürgerliche Verbesserung der Israeliten;
sein Mitgliedsbeitrag beträgt 30 Kreuzer.
Als Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde schreibt er zusammen
mit Michael Mildenberg und Levi Blum einen Brief an den Kreisrat, in
dem sie sich darüber beschweren, dass die ledigen Juden ihre Synagogenstühle
nicht ersteigern.
M. Mildenberg beschwert sich über ihn, weil er in der Synagoge
gestört habe.
1846/1847
In einem dieser Jahre stirbt seine erste Ehefrau Jettchen.
1847
Auf einem Notizzettel im Gemeindearchiv im Zusammenhang mit Nahrungsmittelan-
und verkäufen wird er erwähnt. Hinter seinem Namen steht die
Zahl 2.
Im Verzeichnis der Vorräte an Getreide, Mehl, Reis, Hülsenfrüchte
und Kartoffeln sind hinter seinem Namen notiert (Maßeinheit unklar):
4 Korn, 1 Mehl, 5 Bohnen.
Am 19. Mai verkauft er Nahrungsmittel, möglicherweise Kartoffeln,
an Konrad Stadtler in Meineringhausen.
Am 25. August lässt sich Isaak Rothschild einen Heimatschein für
einen Aufenthalt in Offenbach ausstellen; Gültigkeitsdauer: zwei
Jahre [5].
Wahrscheinlich in diesem Jahr heiratet er seine zweite Ehefrau Friederike.
1848
Er ist eines von 21 Mitgliedern der Vöhler und von 34 Mitgliedern
der Religionsgemeinde insgesamt.
Sein Steuerkapital wird mit 116 Gulden angegeben.
1. Juli: Geburt der Tochter Sophie in Frankfurt
16. Juli: Tod der Tochter Sophie in Frankfurt
1849
Bei den Wahlen zum Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde wird
Isaak Rothschild von der Regierungscommission in Biedenkopf zum Ersatzwahlmann
ernannt für den Fall, dass Ruben Rothschild der Religionsgemeinde
nicht mehr angehört. Für eine zweite Ergänzungswahl einige
Tage später wird er als Wahlmann benannt. Einer möglicherweise
vom Bürgermeister stammenden Notiz auf dem Schreiben aus Biedenkopf
entnehmen wir, dass I. Rothschild Salomon Kugelmann als Vorstandsmitglied
vorschlug und zwei weitere Wahlberechtigte zustimmten, während
einer einen anderen Vorschlag machte.
1849/1850
Sohn Gustav wird in Frankfurt geboren. Im Register der Stadt Frankfurt
ist vermerkt, dass es sich um das erste Kind dieses Ehepaares handelt.
Ende Februar 1850 teilt die Stadt Frankfurt dem Vöhler Bürgermeister
diese Geburt mit.
1851
Am 31. Mai fordert die Großherzogliche Regierungskommission des
Regierungsbezirks Biedenkopf den Vöhler Bürgermeister auf,
vier geeignete Personen aus der höchstbesteuerten Hälfte der
Vöhler Juden zu benennen, von denen dann wieder die Regierungskommission
zwei auswählt, die zusammen mit den verbleibenden Vorstandsmitgliedern
die Ergänzungswahl zum Vorstand vornehmen. Der Bürgermeister
schlägt Feist Saalberg, Isaac Rothschild, Moses Schaumburg, Abraham
Kaiser vor.
1852
Am 10. Juli stirbt Sohn Menko im Alter von 6 1/2 Jahren an den Folgen
eines Sturzes.
1853-1857
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Bevölkerung.
1854
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen
für das Jahr 1854 heißt es über ihn:
| Gewerbe: Woll- und Fruchthändler, Metzger ohne Laden. Der
Fruchthandel ist für 1855 an ab. |
1855
Tod seiner Frau; in der Mitteilung des untersuchenden Dr. Rothschild
ist der Name der Frau nicht genannt.
1877
Nach der Steuerliste der Vöhler Juden zahlt er eine Normalsteuer
von 56 Pfennig, und einen Beitrag für 6 "Ziele" [6]
von 5,04 Mark, damit gehört er zu diesem Zeitpunkt zu den ärmeren
Juden.
1860
Stimmgeber [7]
1864
In einem Häuserverzeichnis zur Volkszählung hatte sein Haus
die Nr. 57; 1925 trug das Haus von Friedrich Kraft diese Nummer.
1868-1877
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Bevölkerung.
1878
Nach dem Vöhler Rezeß von 1878 besitzt Isaak Rothschild einen
Garten von 2525 qm, einen Hausgarten von 41 qm im Dorfe, Hofraum von
269 qm im Dorfe, Hofraum von 125 qm im Dorfe, und er zahlt eine Grundsteuer
von 0,71 M. [8]
Angestellte laut Vöhler Gesinde-Register:
1845-1846 Susanna Maria Bracht aus Meinringhausen als Magd
16.11.1854- ? Henriette Märzen aus Meinrighausen (!)
14.11.1857-? FriederickeWilhelm aus Meinringhausen als Macht (bei Jisack
Rothschild)
11.10.1860-? Maria Emde aus Meinringhausen als Magd (bei Isac Rothschild)
Martini 1863-Martini 1864 Maria Sude von Nieder-Ense als Magd
Januar 1864-12.11.1865 Elisabetha Walger von Meinringhausen als Magd
18.11.1865-12.11. 1866 Katharina Weber v. Schmitlotheim als Magt
10.6.1866-? Isak Heinebach als Schüler
26.1.1868-? Friederike Mehrhof, Höringhausen, als Magt
[1] Denkbar, aber unwahrscheinlich
ist, dass Isaak und Isai Rothschild dieselben Personen sind. Möglich
ist, dass Daten und Informationen, die dem einen zugeschrieben sind,
für den anderen gelten. "Isai" wurde nur zugeordnet,
was unter diesem Namen angegeben ist. Angaben unter Isaak können
stattdessen für Isai gelten.
[2] Ranchen Rothschild ist evtl.
identisch mit Regine Rothschild (ca. 1776- 1860)
[3] auch Getchen genannt
[4] 1925 trug das Haus von Friedrich
Kraft diese Nummer; es handelt sich um das Eckhaus Mittelgasse / Arolser
Straße / Schulberg.
[5] Es ist unklar, ob es sich um
diesen oder einen anderen I.R. handelt.
[6] Dies bedeutet, dass er den genannten
Betrag alle 2 Monate, also sechs Mal pro Jahr zu zahlen hat.
[7] Die Bedeutung dieser Formulierung ist
noch unklar. Es kann bedeuten, dass er an der Wahl der Vorstandsmitglieder
der jüdischen Gemeinde beteiligt war.
[8] Diese Aufstellung lässt
vermuten, dass Isaak Rothschild zwei Häuser mit Hof und Garten
besaß.