Moritz Moses Rothschild

geb. 28.8.1833
gest. 12.8.1902

Eltern:
Ascher Rothschild (1780/81- 1859) und
Spring, geb. Sternberg (um oder vor 1800- zwischen 1833 und 1841 [1])

Geschwister:
Salomo (geb. 1818)
Selig (geb. 1822)
Jacob (geb. 1825)
Abraham (geb. 1829)
vielleicht auch Dr. A. Rothschild (geb wohl vor 1825)
vielleicht auch Dr. Sali Rothschild (geb. 1822)
vielleicht auch Rebekka (geb. 1831 oder 1832)
(insgesamt 10 Geschwister)

Ehegatte:
Karoline, geb. Lieber (1840- 1919)

Kinder:
Mathilde [2]
Selma (1867-1943)
Alfred (1871-1939)
Willi (1879-1941)

Wohnung:
zunächst wohl Haus No 10
später Arolser Straße 8 (heute Schwarz)
dann Haus No 88, später Basdorfer Straße (Prinz Wilhelm)

Beruf:
Kaufmann u. Gastwirt


1848
Moritz Rothschild ist eines von 21 Mitgliedern der Vöhler und von 34 Mitgliedern der Religionsgemeinde insgesamt. Sein Steuerkapital beträgt 10 Gulden. [3]

1852
Ein Rothschild, der Moses geheißen haben könnte (der Name ist nicht eindeutig identifizierbar), bekam am 22. October zusammen mit Selig Rothschild - wohl dem Bruder - einen Heimathschein für Darmstadt; Gültigkeitsdauer 1 Jahr.

1853
Im Verzeichnis der Militärdienstpflichtigen heißt es über ihn:
"Oeconom, reich, läßt sich vertreten".
Am 1. Juli bekommt er einen Heimathschein von unbestimmter Dauer für Hanau in Kurhessen.

1855
Er ist Verwalter des christlichen Domänenpächters Wittmer in Schafhof bei Ziegenhain.
Am 18. August erhält er einen Heimathschein von unbestimmter Dauer für das Kurfürstenthum Hessen.

1861
Bis 1863 hat er einen Hund angemeldet.

1862
Er meldet einen weiteren Hund an.
Moritz Rothschild ist Mitbegründer des Vöhler Casinos. Weitere Gründungsmitglieder: Kreisrath Fuhr, Landrichter Kahlenberg, Gemeinderechner Klippstein, Kaufmann Heinzerling, Apotheker Heinzerling, Lehrer Henkel, Oekonom Ueberhorst, Doctor Cellarius, Steuereinnehmer Weigel, Pfarrer Lehr, Posthalter W. Prinz, Lehrer Bähr, Oekonom J. Staudinger in Thalitter und Förster Eigenbrod in Asel. [3a]

1863
Er beantragt den Bau eines Stalles; die Erlaubnis wird erteilt.
Am 4. März bekommt er für sich und seine Familie einen Heimathschein für das Kurfürstentum Hessen.

1864
Er kauft nach dem Tod von Wilhelm Prinz die Gaststätte "Prinz Wilhelm" und betreibt dort Gastwirtschaft und Manufakturladen (Manufaktur- u. Kolonialwaren, Branntwein und Liqueure, Salz, Mehl, Futterartikel und Landesprodukte; Fernsprech-Nummer 5).
Ihm gehört auch eine Scheune an der Arolser Straße, etwa im Bereich des heutigen Schlachthauses der Familie Schneider.
In einem Häuserverzeichnis zur Volkszählung hatte sein Haus die Nr. 88.
In einem Faszikel mit der Mobiliarversteigerung des Hermann Prinz aus Vöhl gibt es eine undatierte Liste, die im selben Zusammenhang stehen könnte und wo vermerkt ist, dass Moses Rothschild Gegenstände erworben und 10 fg 37 kr bezahlt hat (u.a. 2 Bänke, 2 Kaffeekännchen, 2 Leuchter, 10 Gläser).

1866
Moritz Rothschild wird am 21. April in die Vöhler Ortsbürgerliste aufgenommen; angegeben ist dort ferner: Geb.-ort Vöhl, Geb.-datum 28. August 1833; Berufsbezeichnung Onionom (!). [4]

1868- 1896
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.

1869
Er muss für einen Hund Steuern bezahlen.

1871
Im Vöhler Verzeichnis der Pfändungs- und Versteigerungskosten, die durch Beitreibung der Schulden entstanden sind, ist Moses Rothschild als einer von 35 Schuldnern mit einem Betrag von 12 Thaler 23 Silbergroschen 6 Pfennig eingetragen.

1872
Im Vöhler Verzeichnis der Pfändungs- und Versteigerungskosten, die durch Beitreibung der Schulden entstanden sind, ist Moses Rothschild als einer von 25 Schuldnern mit einem Betrag von 14 Thalern 2 Silbergroschen 7 Pfennig eingetragen.

1873
Die Gemeinde verzeichnet Einnahmen von 1 Thaler von Moses Rothschild wegen Benutzung einer Brunnenleitung.

1874
Die Gemeinde verzeichnet Einnahmen von 1 Thaler von Moses Rothschild wegen Benutzung einer Brunnenleitung.

1877
Nach der Steuerliste der Vöhler Juden zahlt er eine Normalsteuer von 6,66 Mark und einen Beitrag für 6 "Ziele" von 59,82 Mark [5]; damit steht er in der "Steuerrangliste" an 5. Stelle hinter Levi Kaiser, Selig und David Stern, Liebmann Schönthal und Abraham Katzenstein.

1878
Gemäß Vöhler Rezeß von 1878 besitzt Moritz Moses Rothschild "Im Ascheborn und hinter den Waldeck'schen Gärten" 1ha 50 a, "Im Ascheborn" 55 a 81 qm, "Auf dem alten Feld" 3 ha 24 a 43 qm (Summa: 5 ha 30 a 24 qm); außerdem: einen Hausgarten von 956 qm im Dorf, einen Hofraum von 913 qm im Dorf und von 262 qm im Dorf; er zahlt dafür eine Grundsteuer von 6,75 M.

1882/ 1883
Die Gemeinde verzeichnet Einnahmen von 3 Mark von M. Rothschild für Miete von Markt... (?).

1883
Laut "Urliste der in der Gemeinde Vöhl wohnhaften Personen welche zu dem Amte als Schöffen oder Geschworene für 1883 berufen werden können" ist er der einzige Jude von 9 Männern; als Beruf ist Gastwirth, als Alter (fälschlicherweise) 48 Jahre angegeben.
Moritz Rothschild bezahlt als Hundebesitzer pro Jahr 3,43 Mark Hundesteuer.

1883- 1889
Im Auszug aus der Gewerbesteuer-Rolle des Kreises Frankenberg heißt es:
Steuerklasse B I, Gewerbe: Colonial- u. Kurzwarenhandel; monatl. Steuersatz: (gestrichen: 0,50 M) 0,75 M [6]
Steuerklasse C; Gewerbe: Gastwirthschaft höhren Ranges; Umfang des Betriebes: bedeutend; monatl. Steuersatz: 3 M

1885
Am 17. April wird sein Dienstknecht Heinrich Rösner angezeigt, weil er die Straße von Herzhausen nach Vöhl ohne Laterne mit dem Fuhrwerk gefahren ist.
Moritz Rothschild bezahlt als Hundebesitzer pro Jahr 3,43 Mark Hundesteuer.

1886
Er bezahlt als Hundebesitzer pro Jahr 3,43 Mark Hundesteuer.

1887
Corbacher Zeitung am 30.11.:

Vöhl. Das 25jährige Stiftungsfest des hiesigen Casinos wurde unter starker Betheiligung der Mitglieder von hier und der Umgebung gefeiert. Das Casino wurde 1862 gegründet von den Herren Kreisrath Fuhr, Landrichter Kahlenberg, Gemeinderechner Klippstein, Kaufmann Heinzerling, Apotheker Heinzerling, Lehrer Henkel, Oeconom Ueberhorst, Doctor Cellarius, Lehrer Bähr, Steuereinnehmer Weigel, Pfarrer Lehrer, Posthalter W. Prinz, Gastwirth M. Rothschild, - sämmtlich in Vöhl -, ferner Oekonom J. Staudinger in Thalitter und Förster Eigenbrod in Asel. - Die Festrede bei dem Diner hielt Herr Gerichtsrath Theiß; dieselbe endete mit Wünschen für ein ferneres fröhliches Gedeihen der Gesellschaft und mit einem Hoch auf die noch lebenden und anwesenden Gründer; es waren dies die Herren Staudinger, Ueberhorst und M. Rothschild. - Der frühere Besitzer der Casino-Wirthschaft war Herr W. Prinz, der jetzige ist Herr M. Rothschild.

Am 9. Mai meldet er mündlich einen Hund ab.

1887
Dem Verzeichnis der Hundesteuerbesitzer zwischen 1883 und 1906 ist folgendes Dokument eingelegt:

Rechnungsabschluss

Heute wurden uns nachstehenden Lieferranten, die zum diesjährigen Schulfeste angekauften Gegenstände baar und richtig von den Bürgermeister Müller dahir ausgezahlt worüber wir hier mit quittieren.
Vöhl den 24 Octbr 1887

1. S. Katzenstein II.

2. Abr. Blum

3. M. Rothschild

4. H. Chr. Scherf

5. Fried. Rohde

6. Anton Fröhling
Achtzehn Mark empfangen
S. Katzenstein (Unterschrift)
Achtzehn Mark 20 Pf. Empfangen
Abr. Blum (Unterschrift)
Fünf Mark empfangen
Moritz Rothschild (Unterschrift)
Eine Mark 50 Pf empfangen
Heinrich Chr. Scherf (Unterschrift)
Zweiundzwanzig Mark 75 empfangen
für Musik       F. Rohde (Unterschrift)
Acht Mark empfangen
18,00

18,20

7,20 [a]

1,50

22,75

4,50 [a]
_________
79,85 [a]
mit anderer Handschrift ergänzt:
2 M. 20 bei Rothschild zugelegt

[a] Bei Rothschild ist der Betrag in Ziffern von 5 auf 7,20 geändert worden. Bei Fröhling wurde von 8,00 auf 4,50 geändert. Auch beim Gesamtbetrag wurde der ursprüngliche - nicht erkennbare - Betrag geändert.

1888-1902
Im Januar 1888 wurde das Geld ausgezählt, das in "Waisenbüchsen" im Standesamt und in den 5 Gastwirtschaften des Ortes gesammelt worden war; bei einem Gesamtbetrag von 5,15 Mark wurden 1,49 Mark bei Rothschilds gesammelt, 2,49 Mark im Standesamt und 1,17 Mark in den anderen 4 Wirtschaften zusammen (Müller [7], Rohde [8], Heinze [9], Scherf [10], ab 1896 auch Löwenstein [11]).
Die Auszählung fand auch in späteren Jahren statt: Die Ergebnisse:

  Gesamt Standesamt Gasthaus Prinz Wilhelm Andere Gasthäuser
1888 5,15 M 2,49 M 1,49 M 1,17 M
1889 13,35 M 11,84 M 0,45 M 1,06 M
1890 9,71 M 7,58 M 0,03 M 2,10 M
1891 4,51 M 2,51 M 0,32 M 1,68 M
1892 9,91 M 8,00 M 0,44 M 1,47 M
1893 8,77 M 6,62 M 0,10 M 1,05 M
1894 10,12 M 8,53 M 0,17 M 1,42 M
1895 7,60 M 5,31 M 0,13 M 2,16 M
1896 8,14 M 5,76 M 0,14 M 2,24 M
1897 10,40 M 7,80 M 0,00 M 2,60 M
1898 12,66 M 9,32 M 0,09 M 3,25 M
1900 14,48 M 9,58 M 0,05 M 4,85 M
1901 9,14 M 5,29 M 0,10 M 3,75 M
1902 20,34 M 17,41 M 0,17 M 2,76 M

1888
Im Juni wird er wegen Verstoßes gegen die Feld- und Flurordnung mit 1 Mark Buße belegt.
Am Morgen des 26. November findet im Lokal Rothschild eine Versammlung des Marburger Bienenzüchtervereins statt.[11a]
Corbacher Zeitung vom 13.12.1888:

Vöhl, 10. Dec. Der Kutscher des Hern. Gastwirths M. Rothschild dahier fuhr gestern einen Reisenden nach Corbach. Unterwegs begegneten dem Fuhrwerk 4 betrunkene Männer; dieselben schlugen ohne jede Veranlassung die Glasfenster der Chaise ein, daß den nichtsahnenden Insassen die Splitter um den Kopf flogen, und traktierten dieselben mit allen möglichen Schimpfworten, Um einer weiteren Demolirung der Chaise vorzubeugen, ließ der Kutscher seinen Hut, welcher ihm gefallen, liegen und fuhr im Trabe davon. Die Untersuchung ist im Gange.

1889
Im Dezember wird er mit einer Buße von 1 Mark belegt.
Am 1. Januar findet ein Konzert eines Liederkränzchens unter Leitung von Pfarrer Pflug im "Rottschildschen Saale" statt.[11b]

1889- 1899
Er zahlt wieder Hundesteuer für einen Hund - 3 Mark 43; ab 1895 4 Mark.

1890
In einem Schreiben des Amtsgerichts ans Ortsgericht Vöhl ist mit Bleistift möglicherweise von einem Sachbearbeiter des Ortsgerichts der Name Moritz Rothschild notiert. Diese Notiz hat wohl die Bedeutung, daß er zu diesem Zeitpunkt ein Geschäft betreibt und ins Handelsregister eingetragen werden soll.

Corbacher Zeitung am 13.2.:

Vöhl, 12. Febr. ... Unsere friedliche Einwohnerschaft wurde am Dienstag durch Feuersignale in nicht geringen Schrecken versetzt. Es brannte im Rothschildschen Keller. Die diensteifrigen Löschmannschaften waren bald zur Stelle, und es gelang durch thatkräftiges Einschreiten das Feuer im Keime zu ersticken, obwohl im Keller mehrere Fässer Petroleum und andere feuergefährliche Gegenstände lagerten. Es waren zwei Spritzen in Thätigkeit.

1892
Das königliche Amtsgericht ersucht die Ortspolizeibehörde, die bei M. Rothschild im Rahmen einer Revision beschlagnahmten Messinggewichte mit der Bezeichnung "1/2 Pfund" zu vernichten.

1894
Er wird im Februar wegen Verstoßes gegen das Steuergesetzbuch mit einer Buße von 2 Mark belegt.

1895
Am 19. Februar bezieht die Gemeinde von M. Rothschild 10 Ellen Bettzeug, wohl für die Versorgung der Armen. [12]
Er wird im Merz (!) und im Juni mit Buße von 1 Mark belegt.

1895 und 1896
Gewerbesteuerrolle: Als Gastwirth und Kaufmann zahlt Moritz Rothschild 24 Mark Steuern und ist damit nach Johanna Blum größter Gewerbesteuerzahler

1897
Moritz Rothschild wird im Mai wegen eines Steuerdelikts mit einer Buße von 1 Mark belegt.

Corbacher Zeitung (o.Datum):

Suche ein tüchtiges,
                                     ordentl. Mädchen
für Hausarbeit.
                                                  M. Rothschild, Vöhl

1898
Bei der Gemeindeverordnetenwahl kommt M. Rothschild in die Stichwahl in der I. Abteilung, weil die Wählerstimmen im ersten Wahlgang nicht reichten. Die Stichwahl gewinnt er.

1900
WLZ am 14. März:

Vöhl, 14. März: Bei der gestern vorgenommenen Gemeindeverordnetenwahl wurden gewählt: in der III. Abteilung Karl Klingelhöfer, in der II. Abteilung Heinrich Bock, in der I. Abteilung Moritz Rothschild. Die Wahl verlief ruhig, wenigstens war der Wahlkampf kein so heißer wie vor zwei Jahren. Von den Wählern der III. Abtheilung hatten sich nur 18 Personen an der Wahl betheiligt, die sämmtlich Herrn Klingelhöfer gewählt haben."

Er ist an die Orts-Fernsprecheinrichtung angeschlossen (insgesamt 6 Personen in Vöhl).

1901
Moritz Rothschild zahlt wieder Hundesteuer für einen Hund (4 Mark).

1902
Corbacher Zeitung am 14.8.:

Todes-Anzeige.
(Statt jeder besonderen Anzeige.)
Verwandten, Freunden und Bekannten schmerzerfüllt die traurige Mittheilung von dem nach kurzen, schweren Leiden erfolgten Ableben unseres unvergeßlichen Gatten und Vaters
Herrn Moritz Rothschild
Vöhl, den 12. August 1902
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Donnerstag 3 Uhr statt.

1903
WLZ vom 22.12.:

Vöhl. Die Wahlperiode der Gemeindeverordneten Philipp Müller, David Stern und Daniel Müller läuft mit dem 31. März 1904 ab und findet die Neuwahl im März 1904 statt. An Stelle der verstorbenen Gemeindevertreter Ueberhorst und Rothschild sind bei der Neuwahl noch zwei weitere Personen als Mitglieder der Gemeindevertretung zu wählen. [13]

1904
WLZ am 17. März:

Vöhl, 15. März. Am gestrigen Tage fand im Müller'schen Saale hier die Wahl der Gemeindeverordneten statt. Es waren 4 Gemeinde-Verordnete zu wählen. In der I. Abtheilung wurde der Landwirt Daniel Müller und in der 3. Abtheilung der Wagnermeister Philipp Müller einstimmig wiedergewählt. An Stelle des in der 2. Abtheilung ausscheidenden Gemeinde-Verordneten David Stern wurde der Landwirt Hermann Schmidt neugewählt. Herr Stern wurde dann von der I. Abtheilung an Stelle des verstorbenen Gemeindeverordneten Moritz Rothschild gewählt. Unter den Wählern herrschte diesmal eine Einigkeit wie nie zuvor; nachdem die Wahl beendet, amüsierte man sich noch einige Stunden bei einem Glase Freibier.



Grab auf dem jüdischen Friedhof Vöhl (Reihe 7 Grab 5):

Hebräische Inschrift
Deutsche Inschrift
Hier ruht
Moritz Rothschild
geb. 28. Aug. 1833
gest. 12. Aug. 1902
Friede seiner Asche!

Mein Schild ist bei Gott
der redlichen Herzen hilft. Ps. 7.

Übersetzung
Bild

Hier liegt begraben
Mose (1), der Sohn Aschers.
Er starb am 9. (Tag) im Aw (2) 662 (3) kleiner Zählung.

Ihre Seele möge eingebunden sein in das Bündel des Lebens.

(1) Der deutsche Name Moritz klingt so ähnlich wie der hebräische Name Mose.
(2) Juli/August/September
(3) 1902

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Dienstboten laut Vöhler Gesinde-Register:
6.3.1861- 12.11.1862 Katharina Schäfer von Basdorf als "Knächt"
13.3.1861- 12.11.1862 Heinrich Alrich von Meinringhausen als Knächt
18.3.1863 - ? Maria Christine Wiesemann aus Vöhl als Magd (der Eintrag wurde wieder gestrichen)
Martini 1862 - ? Carl Wiesemann von Twiste als "Knächt"
Martini 1862- ? Friedrich Fingerhut von Twiste als Knächt
Martini 1863 - ? Maria Christina Wiesemann von hier (s.o.)
Martini 1863- 12.11.1865 Maria Berthold aus O.-Waroldern als Magd
Martini 1863- ? Heinrich Trebes aus Bringhausen als Knächt
15.11.1864 - ? Georg Juviczci, Altenstedt, als Knecht (hinter Rothschilds Namen ist in kleinerer Schrift vermerkt: "... bei W. Prinz .... No. 171"
4. Fäbr.1864- ? Heinrich Eigenbrod von Bringhausen als Schumachergeselle (unklar, warum ein Kaufmann u. Gastwirt einen Schuhmachergesellen braucht)
14.11.1865- ? Mina Meisner, Basdorf, als Magt (hinter Rothschilds Namen ist in kleinerer Schrift vermerkt "früher bei F.Eigenbrod")
29.11.1868- ? Elisabeth Schäfer als Dißmagt (?)
(für die Zeit zw. 1868 u. 1879 liegt kein Gesindebuch vor)
1.3.1879- 23.1.1897 Marie Backhaus aus Harbshausen, 19 Jahre, schlank, blaue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blonde Haare, keine besond. Merkmale, als Dinst-Magd; Zeugnis: treu u. fleißig betragen (nicht von M.R., sondern von Müller u. einer weiteren Person unterzeichnet; hinter "Moses Rothschild" ist vermerkt "Gastwirth")
15.11.1882- ? Alwine Köster aus Thal-Itter, 21 Jahre, gesetzte Statur, blaue Augen, gewöhnl. Nase und Mund, blonde Haare, keine besond. Merkmale, als Dinst-Magd
12.11.1883- ? Heinrich Röhsner (oder Rössner) aus Basdorf, 29 Jahre, gesetzte Statur, blaue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blond, keine besond. Merkmale, als Dinst-Knecht, Kutscher
20.11.1884- ? Katharine Knoche aus Asel, 22 Jahre, schlank, balue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, dunkelblond, als Magd
14.11.1885- 15.2.1887 Katharine Müller aus Marienhagen, 22 Jahre, geb. den 21. Januar 1865, schlank, graue Augen, gewöhnliche Nase und Mund, blond, keine besond. Merkmale, als Dienstmagd; Zeugnis: treu u. ehrlich betragen
16.11.1886- ? Heinrich Klein aus Basdorf, 26 Jahre, geb. den 26. März 1860, gesetzte Statur, blaue Augen, gewöhnliche Nase und Mund, blonde Haare, keine besond. Merkmale, als Dinstkraft + Kutscher
3.3.1887- 1.9.1887 Adam Schäfer aus Buchenberg, 23 Jahre, geb. am 23. Septb. 18?, gesetzte Statur, graue Augen, gewöhnliche Nase und Mund, blond, an der linken Hand der Mittelfinger krumm, als Knecht; Zeugnis: hat sich ohne Grund entfernt. Zur Bescheinigung Müller, Bgstr. (=Bürgermeister)
26.4.1887- ? Maria Banft aus Nieder Orke, 22 Jahre, geb. den 1. Febr. 1884 [wohl falscher Eintrag], starke Statur, mittelgroß, blaue Augen, lange Nase, gewöhnl. Mund, hell blond, keine besond. Merkmale; als Magd
2.12.1888- 12.11.1889 Katharine Mordmeyer aus Freienhagen, 19 Jahre, geb. den 21.August 1869, klein, dunkle Augen, gewöhnliche Nase u. Mund, dunkel blond, als Magd; Zeugnis: treu u. fleißig betragen bescheinigt gez. Rotthschild (!). z.Bgl. Müller
10.1.1890- ? Maria Klinker aus Altenlotheim, 23 Jahre, geb. 3. August 1866, schlank, blaue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, schwarz blond, als Magd; Zeugnis: treu u. ehrlich betragen - gez. M. Rothschild, z.Bgl. Müller Bstr.
15.11.1891- 12.11.1893 Katharina Knoche aus Altenlotheim, 27 Jahre, gesetzte Statur, blaue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blond, als Dinstmädchen; Zeugnis: treu u. fleißig betragen. z.Bgl. gez. Rothschild
14.11.1893- 12.11.1894 Louise Krümmelbein aus Nieder-Orke, geb. am 27. Merz 1858, mittelgroß, gesetzt, blaue Augen, gewöhnl, Nase u. Mund, dunkelblon, keine besond. Merkmale, als Magd; Zeugnis: treu u. fleißig betragen. Vöhl den 12.11.94 gez. M. Rothschild, z. Bgl. Müller Bgstr.
4.1.1895- 27.10?. 1895 Heinrich Schöneweiß aus Schmittlotheim, geb. am 18. April 1875, schlank, blaue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blond, keine besond. Merkmale, als Dinstknecht; treu u. fleißig betragen. gez. M. Rothschild, z. Bgl. Müller Bgstr.
5.3.1895- 12.11.1895 Louise Schöneweiß aus Buchenberg, geb. 31.Decber 1871, kräftig, hellblaue Augen, stumpfe Nase, gewöhnl. Mund, hellblond, keine besond. Merkmale, als Magd; Zeugnis: treu u. fleißig betragen. gez. M. Rothschild - z. Bgl. Müller Bgstr.
27.3.1895- 12.2. 1896 Daniel Röhle aus Kirchlotheim, 16 Jahre, geb. am 9ten Febr. 18?, starke Statur, braune Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blond; als Knecht; Zeugnis: treu u. fleißig gedient. gez. M. Rothschild, z.Bgl. Müller
1.1.1896- 12.11.1896 Elisabeth Tausch aus Alt Lotheim (!), geb. am 16. Aug. 1876, schlank, blaue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blond, als Magd; Zeugnis: gut betragen. gez. M. Rothschild, z Bgl. Müller Bgs.
13.11.1896- 13.11.1897 Wilhelm Sude aus Alraft, geb. am 21. Octbr 1880, gesetzte Statur, blaue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, blond, keine besond. Merkmale als Knecht; Zeugnis: befriedigend. gez. M. Rothschild - Z. Begl. Müller, Bgstr.
6.12.1896- ? Marie Daude aus Hemfurth, geb. am 29. Novber 1878, schlank, dunkle Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, schwarze Haare, keine besond. Merkmale, als Magd; Zeugnis: abgegangen
19.1.1897- 12.2. 1897 Marie Zarges aus Fürstenberg, geb. am 3. August 1877, klein, blaue Augen, spitze Nase, gewöhnl. Mund, blond, keine besond. Merkmale,
als Magd; Zeugnis: fleißig betragen. gez. M. Rothschild - z. Begl. der Bstr Müller
5.2.1897- 13.2.1898 Lina Bonacker aus Buchenberg, geb. am 15. August 1880, kräftig, dunkelblau, stumpfe Nase, gewöhbnl, Mund, blond, keine besond. Merkmale, als Magd; Zeugnis: bescheinigt. gez. M. Rothschild - z.Bgl. Müller
19.11.1897- 12.11.1998 Elise Br....? von Buchenberg, geb. 11.9.1870, ist ungehörig nicht polizeilich angemeldet, als Dinstmagd; Zeugnis: gut betragen. Rothschild
15.11.1897- 12.11.1998 Friedrich Bock aus Basdorf, geb. 16. Octber 1873, mittelmäßige Statur, graue Augen, gewöhnl. Nase, starken Mund, blond, als Knecht; Zeugnis: bescheinigt M. Rothschild - z. Bgl. Müller, Bgstr.
14.11.1898- ? Adam Schöneweiß aus Alt Lotheim, geb. am 9. Juli 1876, gesetzte Statur, graue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, dunkelblond; als Knecht
13.11.1898- ? Louise Friedewald aus Fürstenberg, geb. am 10. Februar 1881, groß gesetzt, blaue Augen, gewöhnl. Nase u. Mund, hellblond, als Magd


[1] 1841 haben Ascher Rothschilds Kinder aus erster Ehe einen Vormund; also lebt die Mutter nicht mehr.
[2] Lebensdaten bisher unbekannt; laut Auskunft der Neffen Richard und Walter sprach man in der Familie nicht von ihr. Ein Grund dafürist nicht bekannt.
[3] Es ist erstaunlich, dass ein 15jähriger Junge schon im Steuerverzeichnis steht; Grund ist wohl der reiche Vater.
[3a] Quelle: Waldeckische Landeszeitung Nr. 59 vom 30.11.1887 (Bericht vom 25jährigen Stiftungsfest);mit Lehrer Bähr ist Salomon Bär gemeint.
[4] Gemeint ist vielleicht Ökonom.
[5] Der Betrag ist alle zwei Monate, also sechs Mal pro Jahr zu zahlen.
[6] Streichung im Original; der Betrag wurde wohl erhöht.
[7] Das Haus in der Henkelstraße wird heute von der Fam. Weide bewohnt.
[8] Heute Gasthaus Zembellini
[9] später Gasthaus Ruhwedel (Deutscher Hof), heute Altenheim
[10] Das Haus Ecke Basdorfer Straße/ Am Schulberg wird heute von der Fam. Brünger bewohnt.
[11] Das Haus steht leer und verfällt seit Jahrzehnten. Es steht hinter dem Haus der Fam. Szygiol in der oberen Arolser Straße.
[11a] Corbacher Zeitung vom 15.November
[11b] Arolser Zeitung Nr. 2
[12] Originalrechnung mit Unterschrift: Gemeindearchiv Abt. XVI, Abschnitt 3, Konvolut 5 Faszikel 4
[13] Dass mit Rothschild Moritz Rothschild gemeint ist, geht aus der Zeitungsmeldung vom 17. März 2004 hervor.