Willi Rothschild [1]

geb. 12.11.1879 in Vöhl, nachmittags um drei Uhr
gest. 1941 in Buenos Aires- Martinez, Argentinien

Eltern:
Moritz Rothschild (1833- 1902) und
Karoline, geb. Lieber (1840- 1919)

Geschwister:
Mathilde [2]
Selma (1867-1943)
Alfred (1871-1939)

1. Ehefrau:
Hildegard, geb. Dahl (gest. 1928)
Heirat:
1919

2. Ehefrau:
Melitta, geb. Sandels
Heirat:
28.3.1929 [3] in Framersheim

Kinder:
Walter (1920- 2003)
Rudolf (geb. 1931)

Wohnung:
1905 in Haus Nr 88 (Elternhaus)


1886- 1890
Er besucht die israelitische Grundschule in Vöhl.

Zeugniß
Willy Rothschild, Sohn des Herrn Moritz Rothschild dahier, geb. den 11. November 1879 besuchte die hiesige israel. Volksschule seit dem 29. April 1886 und hat sich folgende Censuren erworben:

Betragen, recht gut.
Fleiß u. Fortschritte, ziemlich gut.
Religion, genügend.
Deutsch, ziemlich gut.
Rechnen, befriedigend.
Realien, genügend.
Vöhl, den 27. März 1890
Der isr. Lehrer
Laser

1890/91
Er besucht die jüdische Schule in Korbach.

1890- 1894

Er besucht die Alte Landesschule in Korbach; abgegangen ist er mit der Untertertia; weil er den Schulbesuch in Kassel fortsetzen wollte.

Abgangs-Zeugnis.
Willi Rothschild,
Sohn des Gastwirts Rothschild zu Vöhl,
geboren zu Vöhl am 12. November 1879,
jüdischer Confession, besuchte seit Herbst 1890 von der Classe Sexta an das hiesige Gymnasium und zwar seit Ostern 1893 als Schüler der Untertertia.

Bei seinem Abgang erschienen seine Kenntnisse nach dem Standpunkt seiner Classe:
[Es folgen die Beurteilungen für die Fächer Deutsch, Latein, Französisch, Mathematik, Geschichte, Geographie und Naturkunde]
Sein Fleiss war befriedigend,
sein Betragen gut.

Aufgestellt mit dem Bemerken, dass der genannte Schüler in Folge ordnungsmäsziger Abmeldung, und zwar , um auf die Oberrealschule in Cassel abzugehen,
am 17. März 1894 die Anstalt verlassen hat.
Er muß in Untertertia zurück.

Corbach, am 17. März 1894
(Unterschriften)

1899- 1901
Er dient als Rekrut im Ruhrgebiet.

Als ganz junger Mann absolviert er eine kaufmännische Lehre im Ruhrgebiet; er hat wohl vertraglich auf das väterliche Erbe zugunsten Bruder Alfred verzichtet [4].

1914- 1918
Er dient im 1. Weltkrieg.

1919
Er gründet nach seiner Rückkehr 1919 ein Geschäft im Ruhrgebiet.
Im selben Jahr heiratet er Hildegard Dahl aus Bielefeld, eine Cousine von Alfred Rothschilds Ehefrau Hermine geb. Katz.

1920
Sohn Walter wird in Duisburg geboren.

1928
Seine erste Frau stirbt an den Folgen einer Blinddarmoperation.

1929
Er heiratet ein zweites Mal, und zwar am 28.3.1929 (nach Aussage des Sohnes Walter 1930) in Framersheim Melitta Sandels.

1931
Sohn Rudolf wird geboren.

Er betreibt zeitweise zusammen mit Christen eine Maßschneiderei (Bliemeister & Rothschild) in Duisburg; der Partner habe sich wohl mies benommen. [5]

1933 oder später
Willi Rothschild emigriert nach Hitlers Machtergreifung über Spanien nach Argentinien.


[1] hebräischer Name: Ascher bar Moschè; sein Vater - hebr. Name: Moses oder Mosche - nannte ihn wohl nach dem Großvater Ascher
[2] Lebensdaten bisher unbekannt; laut Auskunft der Neffen Richard und Walter sprach man in der Familie nicht von ihr. Ein Grund dafürist nicht bekannt.
[3] nach Aussage des Sohnes Walter: 1930
[4] Quelle: Sohn Walter
[5] Quelle: Sohn Walter