Löb
Moses Schaumburg
(oder Leib Moses) |
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geb. 5. August 1805
gest. nach 1864
Eltern:
Löw Schaumburg (geb. vor 1785) und
Ehefrau Reilchen (geb. vor 1790)
Ehefrau:
Menkel, genannt Minchen, geborene Katz (um 1820 oder früher- 1861)
Kinder:
Levi (geb. 1838)
evtl. Kretgen (1856 erwähnt)
evtl. Amalia (1861 und 1863 erwähnt) [1]
1826
Er ist aufgeführt im Verzeichnis der Militärdienstpflichtigen:
"Vater Löw, Mutter Reilchen, kann nicht mit Pferden umgehen".
1829
Er ist nach Angaben Simon Kugelmanns als eines von 14 Gemeindemitgliedern
an der Verlosung von Plätzen in der Synagoge beteiligt.
1831
Er soll im Juni 1831 von der Großherzoglich Hessischen Regierung
der Provinz Oberhessen zum Rechner der israelitischen Gemeinde in Vöhl
ernannt werden. [2]
Am 19. Oktober erscheint Schaumburg wegen angemahnter Schulden vor der
Behörde in Vöhl.
1832
In der Ortsbürgerliste von 1823 heißt es über ihn, dass
er am 3. Oct. 1832 rezepiert wurde; Geb.-ort Vöhl, Geb.-jahr1805,
Beruf Handelsmann; bei einem undatierten Neueintrag steht als Beruf:
Stats-Bürger.
1833
Schaumburg ist Gläubiger von Peter Schäfer, der ihm 7 Gulden
schuldet. Landrichter Koch ordnet eine Versteigerung von Pfändern
an, die Bürgermeister Küthe zu vollziehen hat.
1834
Die israelitische Vöhler Gemeinde bittet die zuständige Behörde,
Moses Schaumburg zum Rechner der Gemeinde zu ernennen. Am 3. November
erfolgt die Ernennung.
Er unterschreibt 1834 zusammen mit anderen Gemeindemitgliedern eine
Erklärung, nach der eine zusätzliche Bezahlung für Stände
in der Synagoge abgelehnt wird.
1835
Schaumburg ist einer von 20 Unterzeichnern des Anstellungsvertrages
für den Lehrer David Schönhof.
Er muss als Rechner eine Kaution von 400 Gulden hinterlegen.
1837
Schaumburg hat als Rechner "abgedankt".
1838- 1841
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.
1840
Er fordert als Vorstandsmitglied in einem Schreiben an den Vöhler
Kreisrat eine Verfügung für eine neue Mikwe.
Laut "Verzeichniß des Salzbedarfs der Bürgermeisterei
Vöhl - Gemeinde Vöhl nach Maasgabe der Seelenzahl und des
Viehstandes vom Jahr 1840" gehören zu Haushalt und Besitz:
5 Personen über 8 Jahre,
2 Person unter 8 Jahre,
1 Pferde,
2 Ochsen, Kühe und Rinder,
6 Schaafe, Ziegen und Schweine
1841
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen
für das Jahr 1841 heißt es über ihn:
Haupt-Gewerbe: Fruchthändler im Kleinen
Neben-Gewerbe: Viehhändler im Kleinen, Metzger ohne std. [3]
Laden
1843
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen
für das Jahr 1843 heißt es:
Haupt-Gewerbe: Frucht- u. Viehhändler im Kleinen
Neben-Gewerbe: Metzger ohne ständigen Laden
1845
Er ist Mitglied der Vöhler Gruppe des ca 1832 in Darmstadt gegründeten
Vereins für sittliche und bürgerliche Verbesserung der Israeliten;
sein Mitgliedsbeitrag beträgt 15 Kreuzer.
1846
Moses Schaumburg und Ludwig Schaake schließen einen Tauschvertrag:
der eine gibt ein blindes trächtiges Pferd, der andere ein einäugiges
Pferd.
1847
In diesem Jahr mit Problemen in der Nahrungsmittelversorgung stellt
die Gemeinde bei ihm fest: 1/2 Mehl, 6 Bohnen (Maßeinheit unklar).
Von 1847 bis 1849 hat er einen Hund angemeldet.
1848
Er ist eines von 21 Mitgliedern der Vöhler und von 34 Mitgliedern
der Religionsgemeinde insgesamt. Sein Steuerkapital beträgt 71
Gulden.
1851
Von Oktober 1851 bis 1852 hat er einen Hund angemeldet.
Am 31. Mai fordert die Großherzogliche Regierungskommission des
Regierungsbezirks Biedenkopf den Vöhler Bürgermeister auf,
vier geeignete Personen aus der höchstbesteuerten Hälfte der
Vöhler Juden zu benennen, von denen dann wieder die Regierungskommission
zwei auswählt, die zusammen mit den verbleibenden Vorstandsmitgliedern
die Ergänzungswahl zum Vorstand vornehmen. Der Bürgermeister
schlägt Feist Saalberg, Isaac Rothschild, Moses Schaumburg und
Abraham Kaiser vor.
1852
Er beantragt die Genehmigung für eine neu zu errichtende Scheune,
allerdings nicht an der Hauptstraße. Die Genehmigung wird erteilt.
1853
Er beantragt bei der Gemeinde den Bau eines Wohnhauses und baut außerdem
eine Scheune.
In einer Übersicht der vom Kreisrat erkannten Strafen dieses Jahres
wird Moses Schaumburg als einer von 10 Männern genannt. Sie alle
sind bei einem Brand nicht ausgerückt. Die Strafe pro Person betrug
45 Kreuzer.
1853- 1868
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte Vöhls.
1854
Sein Eintrag im Verzeichnis der Gewerbesteuerpflichtigen (Gewerbe: Händler
mit kleinem Vieh, Metzger ohne ständigen Laden) ist gestrichen
mit dem Bemerken: hat nachträglich abderlariert (?)
1856
Er hat am 5. September 1856 eine Kaufangelegenheit mit Karl Bangert,
wahrscheinlich ein Grundstücksgeschäft.
1857
Schaumburg hat 1 Gulden Schulden bei Salomon Liebmann, Liebmann schuldet
ihm dagegen 10 Gulden 27 1/2 Kreuzer.
1860
Er verkauft 1860 ein Grundstück (Flur IV, Nr. 190, Kl. 770, Acker
vor der Simmetze) an Wilhelm Brühmann für 224 Gulden.
Er ist "Stimmgeber". [4]
1861
Am 26. Juni stirbt seine Ehefrau.
1863
Moses Schaumburg erhält am 28. Januar einen Heimathschein für
das Kurfürstenthum Hessen.
1864
In einem Häuserverzeichnis zur Volkszählung hat sein Haus
die Nr. 44; es könnte sich um das alte Haus Selzam handeln.
[1] Wenn man unterstellt, dass Kretgen
und/oder Amalia, als sie noch recht recht jung waren entweder zum Zwecke
ihrer Eheschließung oder aber im Rahmen einer Ausbildung Vöhl
verließen, könnten sie Töchter von Loeb Moses und Menkel
Schaumburg (geb. Katz; um 1820 oder früher- 1861) sein.
[2] möglicherweise erfolgt die
Ernennung noch nicht (vgl. 1834).
[3] ständigen
[4] Die Bedeutung der Formulierung
ist unklar. Möglicherweise war er an der Wahl des Vorstands der
jüdischen Gemeinde beteiligt.