Salomon Schönhof

geb. 8. April 1830 [1] in Vöhl

Eltern:
Selig Schönhof (1799- nach 1868)
Reischen, geb. Simon (1794- 1866)

Geschwister:
N.N.
Merle (1824- ?)
Simon (1826- 1829)
Isaak (1828- 1892)
Kalman (1832- ?)
Jacob (1835- ?)
David (1837- ?)
Samuel (1838- ?)

Ehegatte:
Emilie, geb. Brück (geb. 1837)
Ehevertrag: 30. Mai 1857
Eheschließung:
8. Juli 1857 durch Salomon Baer in Vöhl

Kinder:
Sophie (gest. 1858) [2]
N.N.
N.N. (weiblich; geb. 1864) [3]
Totgeburt (1866)

Wohnung:

untere Mittelgasse (?) [4]

Beruf:

Schuster


1840
Laut "Verzeichniß des Salzbedarfs der Bürgermeisterei Vöhl - Gemeinde Vöhl nach Maasgabe der Seelenzahl und des Viehstandes vom Jahr 1840" gehören zu Haushalt und Besitz:
4 Personen über 8 Jahre,
0 Person unter 8 Jahre,
0 Pferde,
0 Ochsen, Kühe und Rinder,
0 Schaafe, Ziegen und Schweine [5]

1841
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen für das Jahr 1841 heißt es: Haupt-Gewerbe: Schuhmacher [6]

1850
Verzeichnis der Militärdienstpflichtigen:
Eltern: Seelig (!) und Rößchen Simon, Beruf: Schumacher (!)

1852
Ein Schuhmacher Schönhof (wahrscheinlich Selig Schönhof) ist Pflegevater des 9-jährigen Carl Schönhof von Oggenheim.

1854
Salomon Schönhof ist für dieses Jahr nicht im Verzeichnis der Gewerbesteuerpflichtigen eingetragen.

1857
Salomon Schönhof wird am 23. Mai in die Vöhler Ortsbürgerliste aufgenommen; Geb.-ort Vöhl, Geb.-datum 8.April 1830; Beruf: Schuhmacher.
Er hat 1857 2 Gulden 46 Kreuzer Schulden bei Salomon Liebmann.
Er schließt am 30. Mai einen Ehevertrag mit Emilie Brück. Er will mit ihr im Haus seiner Eltern in Vöhl wohnen; die Brautmutter gibt eine Brautgabe von 600 Gulden mit, selbst hat sie 500 Gulden.
Der Bräutigam bringt ein: das Wohnhaus der Eltern mit Hofraum und zwei Äckern in Vöhler Gemarkung, die ihm demnächst übergeben werden sollen, und ein Schuhmachergeschäft, das er noch mit seinem "Vatter" in Gemeinschaft betreibt und später ihm allein übertragen werden soll; an eigenem Vermögen bringt er 200 Gulden ein. Beide setzen sich für den Fall des Todes bei Kinderlosigkeit gegenseitig zu Universalerben ein; die pflichtteilberechtigten Eltern der Brautleute verzichten auf ihren Pflichtteil.

Die Urkunde zur Eheschließung hat den Wortlaut:

Der
Großhl. Trauungsbevollmächtigte,
Lehrer Baer zu Vöhl

Hat heute am 8ten Juli 1857, in Auftrag des Großherzoglichen Provinzial-Rabbiners zu Gießen, nach Einsicht Großhl. Kreisamtlichen Heimathscheines und Großhl. Landgerichtlichen Bescheinigung, daß dem Vollzuge der Ehe kein privatrechtliches Hinderniß im Wege stehe, den Salomon Schönhof von Vöhl und Emilie Brück von Rürfeld, in Rheinhessen, dahier zu Vöhl, in Gegenwart der beiden Zeugen: Michael Mildenberg und Moses Schaumburg dahier nach Vorschrift des israelitischen Ritus ehelich getraut; dessen zur Urkunde gegenwärtige Bescheinigung ertheilt wird.

Vöhl,
d. 8. Juli 1857                                      S. Baer
                                                         Trauungsbevollmächtigter

1858
Tod der Tochter Sophie am 19. Oktober.

1860- 1861
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.

1861
Er versieht das Vorsteheramt der israelitischen Religionsgemeinde zusammen mit Bär Stern und Bär Löwenstern; Schönhof schreibt einen Brief an das Kreisamt, in dem er den Bau eines Frauenbades durch die jüdische Gemeinde ablehnt.

1863
Von März bis Juli hat er einen Hund angemeldet.
Entweder am 2. Weihnachtstag oder am Sylvestertag wurde der Vöhler Singverein - Vorläufer des Gesangvereins "Sängerlust" Vöhl - gegründet. Schönhof zählte zu den Gründungsmitgliedern.

1864
Am 29. Juni wird als drittes Kind eine Tochter geboren; ein Name wird im Geburtenregister nicht genannt.

1865-1867
Salomon Schönhof ist zweiter Vorsitzender des Gesangvereins Sängerlust Vöhl.

1865- 1871
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde Vöhl.

1865
S. Schönhof (Salomon oder Selig) ist Vorstandsmitglied der israelitischen Religionsgemeinde, und zwar zusammen mit D. Stern und L. Kaiser.

1866/ 1867
Schönhof ist stellvertretender Schriftführer des Gesangvereins Sängerlust Vöhl.

1867/ 1868
Salomon Schönhof ist Mitglied des Schul- Vorstands der israelitischen Elementarschule in Vöhl.

1871
Nach Akten des Landratsamtes FKB wandert er aus.
Am 27. November bekommt er einen Heimathschein mit Familie für Offenbach.

1889
Anlässlich des 25jährigen Jubiläums des Gesangvereins Sängerlust wird er nach Vöhl eingeladen. Er wohnt zu dieser Zeit in Offenbach. Er scheint nicht gekommen zu sein, denn in der 13 Namen umfassenden Liste von Gründern, die anlässlich des Jubiläums eine Gedenkmünze erhielten, ist er nicht genannt. [7]


Dienstboten gemäß Vöhler Gesinderegister:
1.4.1889- ? Minna Schmal aus Vöhl, 18 Jahre, geb. am 17 Octb. 1870, groß, dunkle Augen, lange Nase, gewöhnl. Mund, blond, keine besond. Merkmale, als Magd [8]


[1] im Verzeichnis der Militärdienstpflichtigen im Jahr 1850 ist als sein Geburtsdatum der 13. Juni angegeben
[2] Angesichts des Jahrs der Eheschließung ist davon auszugehen, dass die Tochter Sophie bereits im Jahr ihrer Geburt gestorben ist.
[3] nach Geburtenregister das dritte Kind des Ehepaares
[4] In einem gemeindlichen Verzeichnis aus dem Jahre 1840 wurde Salomon Schönhof zwischen Moses Schaumburg und Bär Katzenstein aufgeführt. Zumindest für Bär Katzenstein ist bekannt, dass sein Haus in der unteren Mittelgasse stand. Da solche Verzeichnisse häufig in der Reihenfolge der Wohnhäuser angefertigt wurden, können Salomon und Emilie Schönhof ebenfalls dort gewohnt haben.
[5] Die Zuordnung dieser Angaben zu Salomon Schönhof ist fraglich. Dafür spricht: Im Verzeichnis ist zwar nicht sein Vorname genannt, sondern die Berufsbezeichnung "Schuster", und der einzige derzeit bekannte andere Schuster Schönhof ist Selig Schönhof, der wohl Salomons Vater und an anderer Stelle des Verzeichnisses ebenfalls aufgeführt ist. Da "Schuster" Schönhof zwischen Moses Schaumburg und Bär Katzenstein genannt wird, ist es wahrscheinlich, dass er in der unteren Mittelgasse wohnt, während Selig Schönhof ein Haus in der Arolser Straße hat. Allerdings ist kaum zu glauben, dass ein 10jähriger Junge nicht nur ein Gewerbe ausübt, sondern auch noch einen Haushalt hat.
[6] Die Angabe muss wegen des Alters bezweifelt werden; aber bisher ist kein anderer Schuhmacher Salomon Schönhof bekannt.
Quelle: Gesangverein "Sängerlust Vöhl" 1863 e.V., Dokumentation über 140 Jahre Vereinsgeschichte 1863-2003, zusammengestellt von Karl Schäfer, Vöhl 2004, S. 12 u. S. 59; als der Verein am 14. Januar 1933 sein 70-jähriges Stiftungsfest feierte, wurde die Vereinsgeschichte vorgetragen. Im Zusammenhang mit der Gründung im Jahre 1863 wurden die Namen von 7 Gründungsmitgliedern genannt; die Namen von Emanuel Katzenstein und Salomon Schönhof fehlten.
[7] Salomon Schönhof wird als Fabrikant in Offenbach bezeichnet, wohnt also nicht mehr in Vöhl

[8]