Selig Schönhof

geb. 1799 in Altenlotheim
gest. nach 1868

Eltern:
?

Geschwister:
?

Ehegatte:
Reischen, geb. Simon (1794- 1866) [1]

Kinder:
N.N.
Merle (1824- ?)
Simon (1826- 1829)
Isaak (1828- 1892)
Salomon (1830- ca. 1890)
Kalman (1832- ?) [2]
Jacob (1835- ?)
David (1837- ?) [3]
Samuel (1838- ?)

Wohnung:
Altenlotheim: Haus Nr. 32a; 1826: Haus No 37
Vöhl: Haus No 18, heute Grundstück Helga Schmal

Beruf:
Schuhmacher, Musikant für Belustigungen

1824
Am 26. März des Morgens um 10 Uhr meldet er zusammen mit Wolf Mosis und Schullehrer Ludwig Möbus und der Hebamme Katharina Margrethe Wolf die Geburt der am 21. Februar geborenen Tochter Merle bei Bürgermeister Hoehle. Es ist das zweite Kind der Ehe.

1825
Am 20. Februar meldet er zusammen mit Herz Frankenthal und David Frankenthal die Geburt von Herz Frankenthals Sohn Selig bei Bürgermeister Hoehle.
Er meldet zusammen mit Wolf Mosis am 10. Sept. den Tod der einen Tag zuvor in Haus Nr. 3 verstorbenen Sara Judas.
Am 22. Dez. 1825 meldet er zusammen mit Selig Frankenthal und Jakob Kalman Schönhof die Geburt von Selig Frankenthals Tochter Keulchen bzw. Karoline beim Bürgermeister in Altenlotheim.
Am 28. Dez. meldet er zusammen mit David Höchster und Selig Schönhof die Geburt von David Höchsters Tochter Gräschen.
Am 29. Dez. meldet er zusammen mit Selig Schönhof und Selig Frankenthal den Tod von Rachel Seligmann vom 25. Dezember.

1826
Am 10. April des Morgens um 12 Uhr meldet er zusammen mit Wolf Mosis und Herz Frankenthal die Geburt seines Sohnes Simon.

1827
Am 6. März meldet er zusammen mit Herz Frankenthal und David Frankenthal die Geburt von Herz Frankenthals Tochter Kesschen beim Bürgermeister.
Am 29. Dezember meldet er mit Herz Frankenthal und Jakob Kalman Schönhof den Tod von Herz Frankenthals Tochter Keulchen (oder Kesschen).

1828
Am 8. Februar um Sieben Uhr des Morgens wird Sohn Isaak geboren. Am 7. März um 10 Uhr des Mittags meldet er zusammen mit den Zeugen Wolf Mosis und David Höchster sowie der Hebamme Maria Cristina Wolfin die Geburt Isaaks.
Am 25. April meldet er zusammen mit Selig Frankenthal und David Höchster die Geburt von Frankenthals Tochter Sächel (oder Rachel).

1829
Am 20. Juni stirbt Sohn Simon. Selig Schönhof und Selig Frankenthal melden den Tod einen Monat später am 20. Juli beim Bürgermeister.

ca. 1830
Am 16. April des Abends Sieben Uhr wird Sohn Salomon geboren.
Am 13. Juni meldet er zusammen mit den Zeugen David Hecht und Joseph Oppenheimer die Geburt seines Sohnes Salomon. Er wohnt noch in Altenlotheim; er äußert sich dahin gehend, dass in Altenlotheim kein Jude mit den Fähigkeiten zum Gemeinderechner zu finden sei.

1832
Am 14. Juli des Morgens um vier Uhr wird Sohn Kalman geboren. Ebenfalls um vier Uhr - also umgehend - meldet er zusammen mit den Zeugen B. Flörsheim und Manne? Hecht diese Geburt beim Bürgermeister. Vielleicht aufgrund der frühen Uhrzeit hat der Bürgermeister bei dieser Urkunde Formulierungsschwierigkeiten. Zwischen 1832 und 1834 zieht Selig Schönhof mit seiner Familie nach Vöhl. Ein Grund hierfür ist nicht bekannt.

1834
In die Ortsbürgerliste von 1823 wurde Selig Schönhof am 2. Juni 1834 rezepiert, Geb.-ort Altenlotheim, Geb.jahr 1799, Beruf Schuhmacher; bei einem späteren Neueintrag wurde unter "Anmerkungen" angefügt: ist Stats-Bürger.
Auf sein Gesuch um Aufnahme als Ortsbürger weist der Kreisrath den Bürgermeister an, Selig Schönthal aufzunehmen, wenn der Gemeinderath nichts einwendet.

1835
Schönhof ist einer von 20 Unterzeichnern des Anstellungsvertrages für den Lehrer David Schönhof.

1837
4. März: Er ist Zeuge der Geburtsanzeige der ältesten Tochter des Auscher Rothschild bei Bürgermeister Küthe.
20. Mai: Er meldet die am selben Tag erfolgte Geburt seines Sohnes David bei Bürgermeister Küthe.
Selig Stern und Joseph Kugelmann beantragen für den Vorstand der Religionsgemeinde, Selig Schönhof zum neuen Rechner zu bestellen, nachdem Moses Kugelmann "abgedankt" hat. Auf Stellung einer Kaution durch den Rechnungsführer wolle man verzichten und persönlich für ihn bürgen. Der Kreisrat akzeptiert, zumal ihm Schönhof als sehr redlicher Mann mit Vermögen geschildert wird. Die Kaution wird auf 4 Gulden festgelegt, hat also wohl nur formale Bedeutung.
Er zahlt für einen Hund Hundesteuer

1840
Laut "Verzeichniß des Salzbedarfs der Bürgermeisterei Vöhl - Gemeinde Vöhl nach Maasgabe der Seelenzahl und des Viehstandes vom Jahr 1840" gehören zu Haushalt und Besitz:
8 Personen über 8 Jahre,
1 Person unter 8 Jahre, [4]
0 Pferde,
1 Ochsen, Kühe und Rinder,
2 Schaafe, Ziegen und Schweine

1841 und 1843
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen für das Jahr 1841 heißt es von ihm:
Hauptgewerbe: Schuhmacher

1845
Er ist Mitglied der Vöhler Gruppe des ca 1832 in Darmstadt gegründeten Vereins für sittliche und bürgerliche Verbesserung der Israeliten; sein Mitgliedsbeitrag beträgt 30 Kreuzer.

1846
Er ist Rechner der israelitischen Religionsgemeinde Vöhl mit Basdorf, Marienhagen und Ober Werba.
Im Juni schlagen Michael Mildenberg und Isaak Rothschild für den Vorstand der jüdischen Gemeinde dem Kreisrat vor, dass Schönhof als Gemeinderechner, weil er so viel Gemeindegeld in Händen hat, eine Kaution zu stellen hat. Sie wollen akzeptieren, dass er eine Nachhypothek auf sein gekauftes und teilweise bezahltes Wohnhaus aufnimmt und für die Gemeinde festlegt. Schönhof erwidert, dass er für sein Haus noch 450 Gulden zu zahlen habe; ein anderer Einwohner wolle 100 Gulden Kaution für ihn stellen. Dies geschieht auch im März 1847.

1847
Im Verzeichnis der Vorräte an Getreide, Mehl, Reis, Hülsenfrüchte und Kartoffeln sind hinter seinem Namen notiert (Maßeinheit unklar): 2 Korn, 1 Mehl.
Im "Verzeichnis über Korn vom (oder im?) Fruchtspeicher dahier" ist hinter seinem Namen notiert: 1 Malter [5]
Von 1847 bis 1853 hat er einen Hund angemeldet.

1848
Er ist eines von 21 Mitgliedern der Vöhler und von 34 Mitgliedern der Religionsgemeinde insgesamt; sein Steuerkapital beträgt 52 Gulden.

1849
Am 4. Mai schreibt der Oppenheimer Bürgermeister an seinen Amtskollegen in Vöhl, dass die Großherzogliche Regierungskommission den wegen den Schönhofschen Waisenkindern geschlossenen Vertrag nicht genehmigt habe. Maximal 36 Gulden Verpflegungsgeld könnten ausgezahlt werden. Da aus dem Vermögen der Schönhofschen Waisenkinder 20 Gulden bezahlt werden, stünden Selig Schönhof aus der Waisenhaus- Kasse nur noch 16 Gulden zu. Der Vöhler Bürgermeister möge veranlassen, dass Selig Schönhof dies unterschreibt.

1852
Ein Schuhmacher Schönhof (wahrscheinlich Selig Schönhof) ist Pflegevater des 9-jährigen Carl Schönhof von Oppenheim; aus dem Schreiben von 1849 geht hervor, dass noch weitere Waisenkinder von Selig Schönhof versorgt werden.

1854
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen für das Jahr 1854 heißt es: Gewerbe: Schuhmacher, Musikant für Tanzbelustigung

1856
Schönhof fungiert am 12.3.1856 als Zeuge bei einem Ehevertrag zwischen Selig Frankenthal und Jettchen Kaiser, geb. Löwenstern (Text des Ehevertrags bei Selig Frankenthal).

1857
Selig Schönhof wird wieder Rechner der israelitischen Religionsgemeinde.

1858
Er erscheint am 23. März 1858 vor dem Großherzoglichen Kreisamt Vöhl und zeigt eine Entschädigungsforderung an.

1864
Bei einer Volkszählungsliste hat sein Haus die Nr. 18. [6]

1865
S. Schönhof (Salomon oder Selig) ist Vorstandsmitglied der israelitischen Religionsgemeinde, und zwar zusammen mit D. Stern und L. Kaiser.


Beschäftigte lt. Vöhler Gesinde-Register:
Nov. 1844 -11.11.1846 Katharina Hartmann von Obernburg als Magd
22.3.1845 - 1848 Nathan Katzenstein von Höringhausen als Schuhmacher-Geselle
Nov. 1845 - ? Johann Heinrich Bangert aus Basdorf als Schuhmacher-Geselle
Nov. 1845 - ? Abraham Meier von Lengsfeld als Schuhmacher
1845-? Christian Mehrhof von Alraft als Schuhmacher
1845-1846 im Frühjahr Karl Danz von Berich als Schuhmacher
2.2.1846- ? E... Strauß von Eimelrod als Schuhmacher
2.2.1846-? Katharina Schäfer v. Buchenberg als Magd
18.4.1846-? Henrich Schäfer von Albertshausen als Schuhmacher
19.12.1846-? Levi Strauß von Eimelrod als Schuhmacher
23.1.1847- ? Christian Müller von Kleinern als Schuhmacher
12.4.1847-? Christian Merhof von Alraft als Schuhmacher
5.5.1847-? Ludwig Freiling von Battenberg als Schuhmacher
31.8.1847-16.11.1847 Ludwig Pfeifer von Kleinern als Geselle
12.11.1847-24.3.1848 Elise Rose aus Naumburg als Magd
15.11.1853 -29.1.1855 Peter Peil von Altenlotheim als Schuhmacher-Geselle
15.11.1853-? Johannes Wöbel von Waldeck als Schuhmacher-Geselle
15.11.1853-? Marckus Stein von Geismar...? als Schuhmacher-Geselle
29.11.1853-? August Knüppel von der Bergfreiheit als Schuhmacher-Geselle
24.11.1853-? Karl Schönhof von Oppenheim als Waisenkind zur Verpflegung
17.2.1854- Martini 1854 Elise Margarethe Beier aus Frankenberg als Magd
1.5.1854-14.5.1854 Lasger Schäfer aus Schlüchtern aus Kurhessen als Schuhmacher-Geselle
4.7.1854-? Salomon Katz aus Helsen als Schuhmacher-Geselle
22.11.1854-8.12.1855 Maria Kan von Höringhausen als Magd (wurde des Diebstahls bei Georg Friedrich Eigenbrod beschuldigt)
27.6.1855- ? Johannes Klinker aus Altenlotheim als Schuhmacher-Geselle
21.11.1855-Novbr 1858 Maria Knoche aus Marienhagen als Magd
20.5.1856 -4.4.1860 Jacob Schneider aus Bergheim als Schuhmacher-Geselle
12.5.1858 -29.11.1858 Friedrich Kösten aus Schweinsbühl als Schuhmacher-Geselle
Martini 1858 -12.11. 1859 Maria Geitz aus Bringhausen, Fürst. Waldeck  
23.3.1859 -22.8.1860 Franz Weimer von Bergheim als Geselle als Schuhmacher
4.10.1859-? Laurath Zarges aus Nieder-Orke als Geselle
1.11.1859-16.11.1859 Karl Walter von Basdorf als Geselle
20.6.1860 -3.3.1861 Heinrich Schäfer aus Albertshausen als Schuhmacher-Geselle
Martini 1861 - F. Höchsten aus AltenLotheim als Magd
ab 1861 Isaak Frankenthal aus Altenlotheim in Kost
Jan. 1862 -7.5.1864 Christian Röse aus Borken als Schuhmacher-Geselle
20.5.1862-22.7.1862 Wilhelm Wolmer aus Sachsenhausen als Schuhmacher-Geselle
12.7.1862-7.7.1863 Karl Finger von Alraft als Schuhmacher-Geselle
5.8.1862-30.8.1863 Christian Behle von Eimelroth als Schuhmacher-Geselle
26.8.1862- ? Christian Röse von Borken als Schuhmacher-Geselle
8.11.1862-? Friedrich Minke von Netze als Schuhmacher-Geselle
5. May 1863 -18.8.1867 Christian Geitz aus Bringhausen als Lehrling
5.5 1864 (?)-? Christian Noll aus Kleinern als Schuhmacher-Geselle
6.6.1865- 1.11.1865 Wilhelm Meier als Schuhmacher-Geselle
13.11.1865-? Christian Noll, Kleinern, als Schuhmacher-Geselle
26.11.1865-? Peter Geitz aus Bringhausen als Schuhmacher-Lehrling
20.1.1866 -? Friedrich Franke als Geselle
28.11.1867- Wilhelm Münch, Giflitz, als Geselle
20.11.1868- Christian Schöneweis als Geselle
20.11.1868 - Ludwig Stuhlmann als Geselle


[1] manchmal wird sie auch Rose, Rösgen oder Rößchen genannt, mehrmals wird ihr Geburtsname "Siemon" geschrieben
[2]
Er wird in der Geburtsurkunde als das 6. Kind der Eheleute bezeichnet; Zählung wohl mit dem 1829 verstorbenen Simon
[3] Er wird in der Geburtsurkunde als das 6. Kind der Eheleute bezeichnet; Zählung wohl mit dem 1829 verstorbenen Simon
[4] Diese Angabe steht mit der in Fußnote 3 genannten Zahl der Kinder unter 8 Jahren nicht im Einklang.
[5] 128 Liter
[6] Im Haus Nr. 18 wohnen in den 80er Jahren Levi (1853- 1935) und Lina Mildenberg, geb. Frankenthal (1861- 1941), die aus dem Nachbarhaus stammen; spätestens Mitte der 90er Jahre ziehen sie in die Mittelgasse um.