Emanuel Schönthal

* 1815 in Basdorf
+ 29.3.1886 in Vöhl, Vormittags um 9 Uhr

Eltern:
Handelsmann Bär Schönthal (geb. um oder vor 1790)
und dessen Ehefrau Gelle, geb. Bamberger [1], zu Basdorf

Geschwister:
?

Ehegatte:
Gütchen, geb. Mehler (1822- 1897)

Kinder:
Auguste (1851- 1885)
Johannette (1856- 1891)
Minna (1860- 1886)
Hermann (1864- 1895) [2]
Bernhard (gest. vor 1898)
Emma (gest. nach 1899)
Pina (gest. nach 1897)

Beruf:
Horndreher [3]

Wohnung:
Haus Nr. 62[4]


1854
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen für das Jahr 1854 heißt es über ihn:
Gewerbe: Horndreher ohne Laden, die Frau: Putzmacherin ohne Laden und Handel

1860
Stimmgeber [5]


1864
In einem Häuserverzeichnis zur Volkszählung hatte sein Haus die Nr. 62; es könnte sich um das Haus König handeln; auffällig in dem Verzeichnis ist, dass es sich um das einzige handelt, bei dem als Eigentümer nur der Familienname genannt wird
In einem Faszikel mit der Mobiliarversteigerung des Hermann Prinz aus Vöhl gibt es eine undatierte Liste, die im selben Zusammenhang stehen könnte und wo vermerkt ist, dass E. Schönthal einen Gegenstand erworben und 2 fg 40 kr bezahlt hat (u.a. 2 Kisten, 1 Tisch, 3 Leuchter).

1867/ 1868
E. Schönthal war Mitglied des Schul-Vorstands der israelitischen Elementarschule in Vöhl
Eventuell war er 1867 auch Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.

1871
Im Vöhler Verzeichnis der Pfändungs- und Versteigerungskosten, die durch Beitreibung der Schulden entstanden sind, ist Emanuel Schönthal als einer von 35 Schuldnern mit einem Betrag von 3 Thaler 14 Silbergroschen eingetragen.
Er verkauft zusammen mit seiner Frau Gütchen, geb. Mehler, das Grundstück Flur III No 31 7/10 Quadratklafter 73 5/10 für 22 Thaler, einen Silbergroschen an die Gemeinde zum Bau einer Straße.

1877
In der Steuerliste der Vöhler Juden ist er mit einer Normalsteuer von 59 Pfennig und einem Beitrag für 6 "Ziele" von 5,28 Mark notiert, damit gehört er zu denen mit einem geringeren Steuerbetrag.
Gemäß Vöhler Rezeß von 1878 besitzt er "Vorm Hamm am Hüttenberg" 18 a 21 qm, außerdem Hofraum von 261 qm im Dorf; er zahlt dafür eine Grundsteuer von 0,23 M.
Sohn Hermann besucht die Alte Landesschule in Korbach.

1878
Nach Akten des Landratsamtes Frankenberg gehört er zur höchstbesteuerten Hälfte der Bevölkerung.

1883- 1889
In einem Auszug aus der Gewerbesteuer- Rolle des Kreises Frankenberg heißt es über ihn:
Steuerklasse B I; Gewerbe: Handel mit Kurzwaren; Umfang des Betriebs: gering; monatl. Steuersatz: 0,25 M.


[1] Möglicherweise besteht eine verwandtschaftliche Beziehung zu Jonas Bamberger (geb. vermutlich vor 1800)
[2] In dem Geburtenregister für das Jahr 1864 wird für das in jenem Jahr erwähnte Kind kein Vorname genannt. Da aus anderen Unterlagen hervorgeht, dass Hermann in jenem Jahr geboren wurde, handelt es sich zweifelsfrei um ihn. Er wird in jenem Dokument als das 4. Kind in der jetzigen Ehe der Eltern und als das 6. Kind der Mutter genannt. Außerdem ist erwähnt, dass es sich um die erste Ehe beider Partner handelt. Wenn das stimmt, hat Gütchen bereits vor ihrer Ehe mit Emanuel Schönthal zwei uneheliche Kinder gehabt.
[3] in den Schulunterlagen seines Sohnes Hermann ist 1877 "Drechslermeister" notiert
[4] Schulberg, heutiges Haus König
[5] Die Bedeutung dieser Angabe ist noch unklar. Möglicherweise war er in irgend einer Weise an der Wahl des jüdischen Gemeindevorstands beteiligt.