Ilse Schönthal


geb. 15.11. 1927 in Marienhagen, Vormittags um zehnundeinhalb Uhr
gest. wohl Jahreswechsel 1941/42 oder wenig später in Riga

Eltern:
Louis Schönthal (1895- ca 1941/42) und
Rosa, geb. Löwenstein (1902- ca 1941/42)

Geschwister:
keine

Wohnung:
Marienhagen,
1927 Haus Nr. 50, dann Haus Nr. 35 (Hauptstraße, unterhalb der Einmündung der Mittelstraße),
ab Juni 1937 Herford, Credenstraße 35 (Innenstadt)


Ilse Ette, geb. Maier, Enkelin der Dina Kratzenstein, erzählt, dass Ilse ebenso wie ihre Mutter ganz blond gewesen sei.


1928
Ihre Eltern waren mit ihr und ihrer Großmutter Regine Kratzenstein vom 6. bis 23. November 1928 in Korbach (Arolser Landstraße) gemeldet, da ihr Marienhagener Haus durch Blitzschlag abgebrannt war. Sie zogen dann aber wieder nach Marienhagen zurück

1937
Im Juni verzog die Familie nach Herford.

1939
Vom 2. Januar datiert ein standesamtlicher Eintrag, sie habe zusätzlich den Namen Sara angenommen; am 27. Aug. 1951 wird der Eintrag gelöscht

1941
Am 9. Dez. 1941 mussten sich die Schönthals zusammen mit 30 weiteren Herforder Juden am "Marktplatz einfinden und wurden zum 'Kyffhäuser' nach Bielefeld gebracht, der Sammelstelle für die Deportation aus dem Regierungsbezirk Minden. Etwa 400 Menschen wurden hier unter unzulänglichen Bedingungen zusammengetrieben. Die Deportation mit Wagen der Reichsbahn begann am Sabbat, Samstag, dem 13. Dezember 1941, nach Riga. ... Kaufmann Louis Schönthal mit Frau und Tochter und andere Familien gingen in den Tod. .... Frau Schönthal wurde zusammen mit ihrer Tochter erschossen, die sich zum Schutz der Mutter in deren Arme geworfen hatte." [1]

1950
In einem standesamtlichen Eintrag auf der Geburtsurkunde wird sie am 17.8.50 für tot erklärt.
Louis, Rosa und Ilse Schönthal wurden vom Amtsgericht Herford am 14. Juli 1950 für tot erklärt; der Todestag wurde festgesetzt auf den 8. Mai 1945, 24 Uhr.


[1] Quelle: Juden in Herford: 700 Jahre jüdische Geschichte und Kultur; Christine und Lutz Brade/ Jutta und Jürgen Heckmanns (Hg.), Bielefeld 1990