Bär Stern

geb. 1805 (Im Verzeichnis der Militärdienstpflichtigen ist bei Tag und Monat angegeben: unbekannt)
gest. zwischen 1868 und 1877

Eltern:
David Stern (geb. vor 1780) und
Märle, geb. Rothschild (geb. vor 1785)

Geschwister:
Simon (1799- 1858)
Selig (1800- 1897)

Ehegatte:
Sara, geb. Bär

Kinder:
Emilia

Wohnung:
Haus No 22, heute Arolser Straße 17

Beruf:
Frucht- und Viehhändler


1826
Im Verzeichnis der Militärdienstpflichtigen ist er aufgeführt. Er wird als wohlhabend bezeichnet. Mit Pferden könne er nicht umgehen.

1829
Nach einem Schreiben von 1844 gehörte er 1829 noch nicht zur jüdischen Gemeinde [1].

1840
Laut "Verzeichniß des Salzbedarfs der Bürgermeisterei Vöhl - Gemeinde Vöhl nach Maasgabe der Seelenzahl und des Viehstandes vom Jahr 1840" gehören zu Haushalt und Besitz:
4 Personen über 8 Jahre,
0 Person unter 8 Jahre,
0 Pferde,
2 Ochsen, Kühe und Rinder,
10 Schaafe, Ziegen und Schweine

1841
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen für das Jahr 1841 heißt es:
Haupt-Gewerbe: Fruchthändler im Kleinen
Neben-Gewerbe: Viehhändler im Kleinen

1842- 1845
Baer Stern ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.

1843
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen für das Jahr 1843 heißt es:
Haupt-Gewerbe: Frucht- u. Viehhändler im Kleinen

1844
Der 1844 amtierende Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde (Baer Stern, Simon Kugelmann, I. oder J. Rothschild) unterzeichnet ein Schreiben an den Kreisrat, in dem zur neuen Begräbnisordnung Stellung genommen wird: Man stimmt zu, hat aber finanzielle Vorbehalte. Aufgrund der Handschrift im Vergleich zu den Unterschriften hat wohl Baer Stern den Brief geschrieben.

1845
Baer Stern ist Vorstandsmitglied, vielleicht Vorsitzender, der Vöhler Gruppe des ca 1832 in Darmstadt gegründeten Vereins für sittliche und bürgerliche Verbesserung der Israeliten; sein Mitgliedsbeitrag beträgt 15 Kreuzer.

1847
Er will 1847 einen Stall an der Straße nach Höringhausen bauen.
Im Vöhler Verzeichnis der Vorräte an Getreide, Mehl, Reis, Hülsenfrüchte und Kartoffeln ist verzeichnet, dass Bär Stern 17 Malter Korn an Joseph Figge in "Ebbe" verkauft (1 Malter = 128 Liter).
Am 14. Mai verkauft er an Adam Krummel 3 1/2 Malter Hafer.
Auf einem Notizzettel im Gemeindearchiv im Zusammenhang mit Nahrungsmittelan- und verkäufen wird er erwähnt. Hinter seinem Namen steht die Zahl 7 1/2.
Im Verzeichnis der Vorräte an Getreide, Mehl, Reis, Hülsenfrüchte und Kartoffeln sind hinter seinem Namen notiert (Maßeinheit unklar): 12 Korn, 28 Hafer.

1848
Er ist eines von 21 Mitgliedern der Vöhler und von 34 Mitgliedern der Religionsgemeinde insgesamt. Sein Steuerkapital 69 Gulden.

1853- 1857
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Bevölkerung.

1854
Im namentlichen Verzeichnis sämmtlicher Gewerbesteuerpflichtigen für das Jahr 1854 heißt es für ihn:
Gewerbe: Wollhändler, Fruchthändler, Händler Rind- und kleinem Vieh, Metzger ohne ständigen Laden.

1860- 1863
Er ist Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde.

1860
Stern unterzeichnet als Vorstandsmitglied der Vöhler jüdischen Gemeinde den "Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben der israelitschen Religionsgemeinde zu Vöhl, Basdorf, Marienhagen u. Ob.Werba" für die Jahre 1861- 1863.
Er ist Stimmgeber [2].

1861
Er ist Vorstandsmitglied der israelitischen Religionsgemeinde zusammen mit Bär Löwenstern und Salomon Schönhof.

1862
Er muss sich als Vorstand mit der Beschwerde Moses Kugelmanns wegen Synagogenstandgelds auseinandersetzen.

1863
Er unterzeichnet auch Ende 1863 den Voranschlag für die folgenden Jahre bis 1866.

1864
Bei einem Häuserverzeichnis zur Volkszählung hat sein Haus die Nr. 22, dies könnte im Kreuzungsbereich Mittelgasse/Arolser Straße gewesen sein.

1865
Er verkauft, gleichzeitig mit mehreren anderen, einen Acker "Auf dem Roth" für 4 Gulden 30 Kreuzer an die Gemeinde; Größe: 9 Klafter.

1867
Bär Stern ist 1867 als Besitzer eines Grundstücks im Dorf als Nachbar von Joseph Kugelmann eingetragen.

1868
Er gehört zur höchstbesteuerten Hälfte der Bevölkerung.

1877
Nach einem Schreiben des Amts- an das Ortsgericht Vöhl ist die Firma Bär Stern, Inhaber Bär Stern, erloschen; das Ortsgericht soll die Erben feststellen; eine Bleistiftnotiz - möglicherweise vom Sachbearbeiter des Ortsgerichts - ergänzt: In....familie Jacob S.raufe (?)


Dienstboten laut Vöhler Gesinderegister:
Nov. 1844- ? Luise Tönges von Thalitter als Dienstmagd
17. 12. 1853- 12.11. 1855 Sophia Heinze aus Oberwerba als Macht (!)
18.12.1856- ? Katharina Schneider aus Freienhagen als Macht
16.11.1858- Martini 1861 Fridericke Geldmacher aus Oberwerba F. Waldeck als Magt
4.12.1867- ? Louise Meier v. Thalitter als Magt


[1] Angesichts des Geburtsdatums ist dies nur dann zu verstehen, wenn er 1829 - z.B. aus beruflichen Gründen - nicht in Vöhl gewohnt hat.
[2] Möglicherweise bedeutet dies, dass er an der Wahl der Mitglieder des jüdischen Gemeindevorstands beteiligt ist.