Rosalie Stern

geb. 22. September 186619
gest. 1943 in Theresienstadt[1]

Eltern:
David Stern (1832-1921) und
Bertha, geb. Buch (1835-98)

Geschwister:
Albert Stern (1869-1942)

Familienstand:
ledig

Wohnung:
Haus No 54, später Mittelgasse 3

Sie besaß mit ihrem Bruder Albert bis 1934 das Haus in der heutigen Mittelgasse 1, ebenso das große Haus in der Mittelgasse 3.

Karl Müller bezeichnet sie und ihren Bruder als Händler und Geldverleiher.
Wilhelm Schmal berichtet, Albert Stern und seine Schwester Rosalie hätten mit Schuhcreme und Sternchenzwirn aus dem Rucksack heraus gehandelt.
Karl Weinreich schreibt, Albert und Rosalie Stern hätten ein Fett- und Seifengeschäft gehabt und etliche Morgen Land besessen. Eine Wiese von 1 ha hat Karl Weinreichs Vater von ihnen gekauft; das Geld sei auf ein Sperrkonto gekommen. Auf der Wiese wohne heute sein Sohn.

1929- 1932
Rosalie Stern ist in der Bürgerliste der Wahlberechtigten eingetragen.

1934
Sie verkaufte zusammen mit ihrem Bruder Albert das Haus Mittelgasse 1.

Lina Grams und Helga Schmal meinen, Rosalie und ihr Bruder hätten nachher noch lange - einige Jahre? - in Vöhl gewohnt; sie seien dann nach Frankfurt verzogen.
Im August 1938, als die jüdische Gemeinde die Synagoge verkaufte und alle Mitglieder der Gemeinde einen entsprechenden Auftrag zum Verkauf für Alfred Rothschild unterzeichneten, fehlt ihre Unterschrift; also waren sie wohl spätestens zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in Vöhl. Von Frankfurt wurden sie 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo Albert noch im selben Jahr, Rosalie wohl im folgenden starb.

Walter Mildenberg bezeichnet sie und ihren Bruder als sehr zurückgezogen lebende Menschen.

1961
Sie wurde abgemeldet vom Vöhler Bürgermeisteramt an den Landrat des Landkreises Frankenberg 1961; d.h. sie ist nach dem Krieg nicht zurückgekehrt.


[1] Todesjahr und -ort bestätigt der Verwandte Arnaldo Buch, wohnhaft in Bogota (Kolumbien) in einer Meldung an Yad Vashem (The Central Database of Shoah Victim's Names.)