| Günter Siegfried Sternberg
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geb. 20.8.1932 in Sachsenhausen
verschollen, starb wahrscheinlich am 3. Juni 1942 in Sobibor
Eltern:
Martin Sternberg (1903- 1942)
Rosalie Sternberg, geb. Mildenberg (1904- 1942)
Wohnung:
Mittelgasse 15
um 1940- 1941
Israel Strauß, ein wenig älter als Günther und
aus Altenlotheim stammend, berichtete in einem Brief im Jahr 2000, dass
er zusammen mit Günther Sternberg die jüdische Philanthropie-Schule
in Frankfurt besuchte. Gewohnt hätten sie zunächst in einem
jüdischen Kinderheim der Flörsheim-Sickel-Stiftung. Er und
Günther seien zwar nicht in dieselbe Klasse gegangen und hätten
auch nicht im selben Zimmer geschlafen, aber sie hätten oft zusammen
gespielt und seien in den Ferien immer zusammen nach Hause gefahren,
er bis Schmittlotheim und Günter weiter bis nach Herzhausen. Nach
den Sommerferien im Jahre 1940 hätten sie in das jüdische
Waisenhaus umziehen müssen, da das Kinderheim beschlagnahmt worden
war. Seiner Erinnerung nach im Oktober 1941 wurden einige Kinder, darunter
auch er und Günter Sternberg, zu den Eltern geschickt, um nach
Osten abtransportiert zu werden. Israel Strauß wurde mit seiner
Familie im Dezember 1941 ins Ghetto von Riga verbracht. Zu diesem Transport
hätten auch einige weitere Kinder der Philanthropie-Schule gehört,
doch Günther sei nicht dabei gewesen.
1942
Wie wir wissen, wurden Günter Sternberg und nach Zeugenberichten
einen Tag später auch seine Eltern zunächst nach Wrexen gebracht
[2]. Von dort wurde die Familie Ende
Mai 1942 nach Kassel und am Dienstag, dem 1. Juni nach Osten deportiert.
Wahrscheinlich am 3. Juni kam der Zug in Lublin an. Die arbeitsfähigen
Männer - darunter wohl auch Günters Vater Martin - mussten
dort aussteigen und wurden nach Majdanek getrieben, während der
Zug mit den Frauen, Kindern und alten Männern, also wahrscheinlich
auch mit Günter und seiner Mutter Rosalie, nach Sobibor weiter
fuhr. Wahrscheinlich wurden sie dort innerhalb von 2 Stunden nach ihrer
Ankunft vergast. [3]
1961
Er, wie alle anderen Juden, die nach dem Krieg nicht nach Vöhl
zurück kamen, wurde vom Vöhler Bürgermeisteramt an den
Landrat des Landkreises Frankenberg 1961 abgemeldet.
[1] Helga Schmal meint, bei der Wahl
des Vornamens habe man wegen ihres Bruders Günter dessen Vornamen
gewählt
[2] Lina Grams erzählt, sie
habe gehört, dass man zuerst nur den Sohn Günter geholt hat.
Der Sohn und die zurückbleibende Mutter hätten furchtbar geschrien.
Kurze Zeit später hat man auch die Eltern geholt.
[3] Quelle: Monica Kingreen, Telefongespräch
am 20. Februar 2003; außerdem: "Die gewaltsame Verschleppung
der Juden aus den Dörfern und Städten des Regierungsbezirks
Kassel in den Jahren 1941 und 1942"