Waldeckische Landeszeitung und/oder Frankenberger Zeitung
Samstag, 9. Juni 2007
Vortrag in der Synagoge
Frankenthal
besucht Vöhl
VÖHL (r). Sein größter Wunsch war es, die alte Heimat
noch einmal zu sehen: Der in Altenlotheim geborene und nun in Israel lebende Bruno
Frankenthal (90) ist auf Einladung des Förderkreises Synagoge Vöhl zu Gast in
Deutschland. Am Mittwoch, 13. Juni, um 19 Uhr wird er in der Vöhler Synagoge über
sein bewegtes Leben erzählen: Geboren in Altenlotheim, verbrachte er dort auch
die ersten Jahre seiner Kindheit. Weil der Vater früh verstorben war, holte ihn
ein Onkel für einige Schuljahre nach Frankfurt, wo er zu einem frommen Juden erzogen
worden sei, so Frankenthal selbst. Anschließend kam er in seinen Geburtsort zurück,
spielte dort Fußball und sei – wie er erzählt – mit allen gut ausgekommen. Bis
die Nazis kamen. Sehr plötzlich änderte sich alles.
Bereits 1933 wurde
er schwer verprügelt, fürchtete um sein Leben und zog nach Hallenberg, dem Herkunftsort
seiner Mutter. Im Zusammenhang mit der Reichspogromnacht im November 1938 wurde
er verhaftet und einige Zeit im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Nachdem
er entlassen worden war, heiratete er und emigrierte mit seiner Frau nach Südamerika;
zunächst nach Bolivien, dann nach Argentinien. Und endlich wanderte er in das
Land der Sehnsucht eines jeden Juden aus – nach Israel, wo er heute noch lebt.
Am 15. Juni wird Bruno Frankenthal den Internationalen Suchdienst in Bad
Arolsen besuchen, wo er voraussichtlich in mehrere Dokumente über nahe Angehörige,
die Opfer des Holocaust wurden, Einblick nehmen kann.
Am 18. und 19.
Juni kehrt die verloren geglaubte Frankenauer Thorarolle für zwei Tage zurück.
Frankenthal wird bei diesem Ereignis dabei sein, die Rolle in Frankenau begrüßen
und am Dienstag, 19. Juni, voraussichtlich um elf Uhr aus ihr in der Vöhler Synagoge
vorlesen.

Bruno
Frankenthal
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