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"Synagoge in Vöhl" e.V.

„Poco Piu“ begeistert

 

Wenn Pfeffer und Zucker klingen

 

„Poco Piu“ begeisterte mit musikalischer Unterstützung in der Vöhler Synagoge. Foto: Armin Hennig

Von ©Armin Hennig

Vöhl. „Poco piu“ heißt auf Deutsch „ein bisschen mehr“: Beim Auftritt der sonst als Duo konzertierenden Formation in Vöhl standen zeitweise doppelt so viele Musiker als in Normalbesetzung auf der Bühne der alten Synagoge. Denn neben der singenden Harfenspielerin Cordula Poos und Percussionist Markus Reich würzten Thomas Orthaber an der Bassklarinette und Hans Kreuziger mit Flöte und Tenorsax das Programm „Wo der Pfeffer wächst“ mit weiteren reizvollen Klangfarben.

Die beiden Bläser improvisierten mehr oder weniger spontan ihre Beiträge zu bestehenden Arrangements mit brasilianischen oder afrikanischen Rhythmen und wurden von Cordula Poos ausdrücklich zu noch mehr Freiheiten ermutigt.

Auch bei der musikalischen Bandbreite wurde die Formation ihrem Anspruch gerecht, denn die musikalische Vielfalt ging über die geschickte Verbindung unterschiedlicher weltmusikalischer Stile zu einer magischen Reisemusik hinaus. Der Humor spielte bei Balladen oder musikalischen Mitmachaktionen eine ebenso große Rolle wie bei der Entwicklung eines unvergesslichen musikalischen Erlebnisses.

Publikum musiziert mit

Insbesondere die Interpretation des HR1-Dauerhits „Flying“ von den Nice Little Penguins unter der Beteiligung von fünf Publikumspercussionisten, die den Flug durch den offenen Raum mit zahlreichen Vogelgeräuschen aus allen Ecken begleiteten, dürfte den Konzertbesuchern noch lange im Gedächtnis bleiben.

Mit dem Calypso „Night and Day“ für Harfe und Percussion eröffnete des Duo die zweite Hälfte. Zum ersten Mal wurde hier auf Zucker angespielt, dem später mit „Brown Sugar“ eine Eigenkomposition gewidmet wurde, die so etwas wie das finale weltmusikalische Highlight des offiziellen Programms darstellte.

Mit Anna Depenbuschs bissiger Ballade „Tim liebt Tina“ stellte die singende Harfenistin zunächst auf denkbar heitere Weise die Grundlage für schlechte oder traurige Gefühle vor – ehe sie mit Knarzen in der Stimme den Blues „Go to the River“ anstimmte, zu dem Kreuzlinger auf dem Sopransax die Spitzen des Schwermuts beisteuerte.

Drei Zugaben

Beim anschließenden Latin-Jazz eröffnete die Harfenistin dem Flötisten Kreuziger weite Improvisationsspielräume, die ihr Mitspieler zu einem der Höhepunkte des Abends nutzte. Gleich vier Gewürze wurden dann in „Scarborough Fair“ besungen – die ideale Gelegenheit für sämtliche Instrumente, sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Im Instrumentalteil standen denn auch Saxofon- und Bassklarinettensoli im Zentrum.

Erst nach drei Zugaben ließ das Publikum in der Synagoge die Musiker gehen und gerade bei Van Morrisons „Moondance“ drang das Zusammenspiel gar für einige beseligende Momente in den Bereich des Free Jazz vor.

 
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