Förderkreis
"Synagoge in Vöhl"
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Liste der Veranstaltungen 2022

Sonntag, 11. September 2022, 15 Uhr, Vortrag: "Vöhls letzte Juden"

Ein bebilderter Vortrag von Karl-Heinz Stadtler

Muster eines Heimeinkaufsvertrags für Theresienstadt von 1942
Nachweis: Kommission zur Erforschung der Geschichte der Frankfurter Juden: Dokumente
Forschungsprojekt www.juedische-pflegegeschichte.de an der Frankfurt University of Applied Sciences
Zum Vergrößern bitte anklicken!

Ältere deutsche Juden die 1942 nach Thersienstadt deportiert werden sollten, schlossen mit der "Reichsvereinigung der Juden in Deutschland" einen "Heimeinkaufsvertrag" ab. Er versprach lebenslange kostenfreie Unterbringung, Verpflegung und Krankenversorgung. Eine Bezahlung erfolgte im voraus mit hohen Geldbeträgen und Vermögensübertragungen.
Die Deportierten wurden in Theresienstadt aber zumeist nach wenigen Tagen umgebracht.

Auch Selma Rothschild aus Vöhl schloss diesen Vertrag ab.

Vorstellung des Poesiealbums der Selma Rothschild,
eine Leihgabe an den Förderverein.

Die Leihgeberin  Frau Mahaj und Karl-Heinz Stadtler stellen das Album vor. Es wurde im Rahmen einer Haushaltsauflösung in Korbach erworben; es ist nicht bekannt, welcher Haushalt aufgelöst wurde. Wir möchte die Gelegenheit nutzen, nachzufragen, ob jemand vielleicht etwas über ähnliche Funde von Jüdinnen und Juden aus unserer Region weiß.
Zu Selma Rothschild: Sie wurde 1867 im Vöhler "Prinz Wilhelm" geboren. Aus dem Jahre 1880 datiert der erste Eintrag im Poesiealbum, bis 1901 hat sie das Album geführt. Am 6. September 1942 holten Vöhler Nazis auf Weisung der Gestapo Kassel Selma Rothschild aus ihrem Haus, einen Tag später wurde sie von Kassel aus nach Theresienstadt deportiert. Für diese Deportation, für Wohnen, Essen und Trinken und die medizinische Versorgung zahlte sie 2887,73 Reichsmark. Tatsächlich wurde sie schon am 29. September desselben Jahres in das Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort vergast.

Aus konservatorischen Gründen kann das Album nicht angefasst werden.
Auf dieser Website wird es deshalb in digitaler Weise zugänglich gemacht:


Samstag, 10. September 2022, 19 Uhr, Synagogenkonzert, The Klezmer Tunes, "Back to Odessa"


176. Synagogenkonzert
The Klezmer Tunes - „Back to Odessa“
Tag des Offenen Denkmals


Foto: The Klezmer Tunes

Zum Tag des offenen Denkmals hat die Synagoge Vöhl am Samstag, 10. September das Ensemble „The Klezmer Tunes“ zu Gast. Musikalische Basis der Gruppe ist die unendliche Fundgrube der Klezmer-Musik. Den Ursprung dieser Musik nicht aus dem Blick verlierend begeben die Musiker sich aber auch auf den Weg, die Wandlungsfähigkeit dieser Musik erlebbar zu machen. Für den Zuhörer eine spannende Geschichte über Klezmer-Verwandlungen und -Verwandtschaften. Von leichtfüßigen Säbeltänzen über Csárdás und finnischer Polka führt der Spurenlauf zum Jazz über Filmmusiken bis hin zu Mackie Messer.

Alle Arrangements stammen von den Musikern selbst. Dimitri Schenker studierte klassische Klarinette in Moskau und Düsseldorf. Es folgten Stationen u.a. bei der Rheinischen Philharmonie in Koblenz, als Solo-Klarinettist an der Kölner Kammeroper, heute unterrichtet er in Leverkusen und Düsseldorf. Igor Mazritsky studierte Violine am berühmten Gnessin Institut in Moskau und der Rubin Akademie für Musik in Jerusalem und war langjähriger Konzertmeister und Solist der Jungen Philharmonie Köln. Michael Meier-Etienne, Kontrabass, studierte Musikpädagogik an der Musikhochschule Köln, Standort Wuppertal und widmet sich seitdem u.a. der Aufgabe, besonders  Kindern den Kontrabass nahezubringen. Vadim Baev stammt aus Sewerodwinsk, Nord-Russland. Das Akkordeon studierte er an der Gnesin-Musikakademie in Moskau und wechselte dann 2014 nach Deutschland ins „Master of Musik Programm“ bei Prof. Helmut Quakernack an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln.

Eintritt: 10 €, an der Abendkasse + 2 €.
Kartenbestellung: Frau Anna Evers unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 05635-1022. Vorab-Überweisung an: Förderkreis Synagoge in Vöhl e.V.; Sparkasse Waldeck-Frankenberg; IBAN: DE48523500050007051501; Überweisungszweck: Konzert mit ... am ... Die Karten liegen dann an der Abendkasse für Sie bereit. Falls Sie nicht vorab überweisen, zahlen Sie den Abendkassenpreis (+2€).

Gefördert von der Sparkassen-Kulturstifung Hessen-Thüringen
Sparkasse Waldeck Frankenberg
im Rahmen der Reihe:"Hör-mal im Denkmal"

Freitag, 9. September 2022, 17 Uhr, Präsentation der Landkulturboten


Cara Richter und Mali Klöcker

Luisa Wilke und Kim Simon

Niko und Lena Sell
Fotos: Karl-Heinz Stadtler

Die diesjährigen Landkulturboten stellen ihre Projekte in dieser Abschlussveranstaltung dar.

Kimberley Simon
Judenverfolgung im Mittelalter
Cara Richter
Das Sonderkommando von Auschwitz
Luisa Wilke
Von der Demokratie zur Diktatur
Mali Klöcker
Kinder und Jugendliche in KZ´s
Niko Sell
Polnische Zwangsarbeiter
Lena Sell
Arisierung und Restitution

Unter anderem wird das Video gezeigt:

von Mali Klöcker, Cara Richter und Luisa Wilke

Dienstag, 30. August 2022, 19 Uhr, Die Deportation von Juden, Dr. Akim Jah, Arolsen Archives

© Arolsen Archives

Die Deportation der Juden aus Deutschland
Vortrag von Dr. Akim Jah


Der Referent ist seit 2015 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Forschung und Bildung der Arolsen Archives. Er ist Historiker der Initiative #LastSeen. Bilder der NS - Deportationen, einer Wanderausstellung der Arolsen Archives, die bis 14. September 2022 auf dem Opernplatz in Kassel zu sehen ist. Ein Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Der Förderkreis um eine Spende bittet um eine Spende.

Unknown author, Umschlagplatz; loading, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons


Finissage der Ausstellung: "Aktion Reinhardt",
30. Mai bis 30. August 2022

Sonntag, 28. August 2022, 15 Uhr, Führung auf dem Jüdischen Friedhof

Foto: Kurt-Willi Julius

Auf dem jüdischen Friedhof in der Herzingsgrube erzählt Karl-Heinz Stadtler über die Geschichte der Begräbnisstätte und jüdische Bestattungsriten.

Er stellt einzelne Grabmale und die dort bestatteten Personen vor, berichtet über tragische Todesfälle und lustige Begebenheiten.

Treffpunkt an der Synagoge.

Freitag, 12. August 2022, 19 Uhr, Synagogenkonzert, dezibelles, Female A Cappella


175. Synagogenkonzert

dezibelles
mit
 "best of dezibelles"

Foto: Aram Ohanian
 
dezibelles
setzt sich aus
Nicole Hitz, Aude Freyburger
, Daniela Villiger und Editha Lambert
zusammen.

Die vier jungen Frauen haben sich dem A-cappella-Gesang in all seinen Formen verschrieben und sind auf Klangwelten von der Klassik über die internationale Volksmusik bis hin zu Pop und Jazz spezialisiert. Das mehrfach ausgezeichnete Ensemble bietet ein authentisches Live-Erlebnis und ergänzt das hohe musikalische Niveau der vier Sängerinnen durch treffende Inszenierungen und eine Prise Humor. 2009 gegründet, stieg das Ensemble bald zu einem wichtigen Bestandteil der deutschsprachigen A-cappella-Szene auf.
Seit 2018 ist das Ensemble
in gänzlich professioneller Besetzung unterwegs.

Das Quartett hat bislang vier Alben veröffentlicht:
»sturm & gsang« (2012),
»nachtschattenklänge«
(2016),
das Weihnachtsalbum »Im Kerzenschein«
(2019)
und die Live-CD »die thronfolgerinnen«
(2020).
»schwerelos« wird voraussichtlich 2022

aufgezeichnet.

PREISE
Vocal Champs Contest 2019: 1. Platz
Internationaler a cappella Wettbewerb Leipzig 2018: amarcord Sonderpreis für das beste unverstärkte Stück
Jugend kulturell Förderpreis 2015: Publikums- und Jurypreis in der Vorrunde, 1. Platz im Finale

Eintritt: 20/18/16 €, an der Abendkasse + 2 €.Kartenbestellung: Frau Anna Evers unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 05635-1022. Vorab-Überweisung an: Förderkreis Synagoge in Vöhl e.V.; Sparkasse Waldeck-Frankenberg; IBAN: DE48523500050007051501; Überweisungszweck: Konzert mit ... am ... Die Karten liegen dann an der Abendkasse für Sie bereit. Falls Sie nicht vorab überweisen, zahlen Sie den Abendkassenpreis (+2€).

Sonntag, 7. August 2022, 15 Uhr, Hofeinweihung


Foto: Karl-Heinz Stadtler

Die Bauarbeiten im Hof sind mit der Aufstellung der Stelen, dem Bau der Feuertreppe und dem Aufbau der Sitzbänke beendet. Das ist der Anlass für ein Hoffest mit den Nachbarn in und an der Mittelgasse.
Die 1. Beigeordnete der Gemeinde Vöhl, Frau Susanne Kubat wird eine Ansprache halten.
Musik wird von einem Klezmer-Tango-Ensemble aus Volkmarsen und Umgebung dargeboten.
Es gibt Kaffee und Kuchen!
Eintritt wird nicht erhoben. Spenden für die Fortsetzung der Restaurierungsarbeiten an der Synagoge sind willkommen.

Sonntag, 31. Juli 2022, 15.00 Uhr, Spaziergang auf den Spuren Vöhler Juden


Foto: Privat

Wer offenen Auges durch Vöhl geht, findet immer noch Spuren jüdischen Lebens. Da sind in der Tür einer alten Schmiede Namen wie die von Abraham Katzenstein oder Selig Frankenthal neben denen von christlichen Bauern hinein geschnitten worden, da gibt es die Inschrift in hebräischen Schriftzeichen über der Tür eines Hauses, das im 19. Jahrhundert der Händlerfamilie Schaumburg gehörte, und da sind natürlich der jüdische Friedhof in der Herzingsgrube und die ehemalige Synagoge. Diese Spuren sind letzte Zeugen einer jahrhundertelangen Präsenz jüdischer Menschen im Ort. Sie waren Kaufleute und Händler, hatten im Unterschied zu vielen anderen Gegenden Deutschlands oft eine kleine Landwirtschaft und waren als Handwerker tätig. Da gab es aber auch Seifensieder und Aschesammler, Färber und Lumpensammler.

Im Vöhler Gemeinde- und im Marburger Staatsarchiv, aber auch in Berlin und Jerusalem hat Karl-Heinz Stadtler viele Akten und Dokumente über die Vöhler jüdische Gemeinde gefunden,  zu der auch die Juden aus Basdorf, Marienhagen und Ober-Werba gehörten. Er zeigt die Häuser, in denen sie lebten, erzählt von ungewöhnlichen Handelsgeschäften, vom Leben armer und reicher Juden, von ihrem Zusammenleben mit den Nichtjuden, aber eben auch von dem, was ihnen bis zum 6. September 1942 in Vöhl oder später in irgendwelchen Konzentrations- und Vernichtungslagern angetan wurde. An jenem 6. September nämlich – wir kennen sogar die Uhrzeit – wurden die letzten drei jüdischen Frauen aus ihren Häusern geholt und auf eine Reise ohne Wiederkehr geschickt.

Eine Gebühr für den geführten Rundgang wird nicht erhoben. Spenden für die Fortsetzung der Restaurierungsarbeiten an der Synagoge sind willkommen.
Treffpunkt: Synagoge in der Mittelgasse. 15.00 bis 17.00 Uhr.

 

Dienstag, 13. September 2022, 19 Uhr, Kino am Dienstag mit Filminfo


Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

Der Förderkreis Synagoge in Vöhl zeigt in seiner Reihe „Dienstagskino in der Synagoge“ eine Tragikomödie des Regisseurs Peter Farrelly von 2018. Der Titel darf aus Lizenzgründen nicht genannt werden.

Im Zentrum der Filmbiografie, die nach einer wahren Begebenheit gestaltet ist, versetzt die Zuschauer*innen in die USA im Jahr 1962: Dr. Don Shirley (Mahershala Ali) ist ein begnadeter klassischer Pianist und geht auf eine Tournee, die ihn aus dem verhältnismäßig aufgeklärten und toleranten New York bis in die amerikanischen Südstaaten führt. Als Afroamerikaner muss er sich nicht nur auf die dort vorherrschende Rassentrennung einstellen, sondern auch gegen unliebsame Überraschungen wappnen. Mit dem Nachtklub-Türsteher Tony "Lip" Vallelonga verpflichtet er nicht nur einen erfahrenen Chauffeur, sondern auch einen bewährten Mann fürs Grobe.

Auf ihrer Route orientieren sie sich am sogenannten Negro Motorist Green Book, in dem die wenigen Unterkünfte und Restaurants aufgelistet sind, in denen auch schwarze Gäste willkommen sind. Je mehr Tony die Unmenschlichkeit der Rassentrennung erlebt, umso mehr wundert er sich, warum sich sein weltgewandter Auftraggeber bewusst diesen Demütigungen aussetzt. Während der langen Fahrt entwickelt sich langsam eine besondere Freundschaft zwischen den beiden sehr gegensätzlichen Männern.

Im Rahmen der Oscarverleihung 2019 erhielt der Film fünf Nominierungen und wurde als bester Film und für das beste Originaldrehbuch ausgezeichnet, Mahershala Ali erhielt den Preis als bester Nebendarsteller.

Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Melden sie sich bitte bei Frau Anna Evers unter 05635-1022 oder über

info@synagoge-voehl.de an.

Dienstag, 9. August 2022, 19 Uhr, Kino am Dienstag mit Filminfo


Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

Der Förderkreis Synagoge in Vöhl zeigt in seiner Reihe „Dienstagskino in der Synagoge“ einen Spielfilm aus dem Jahr 2017 von Regisseur Claus Räfle und Co-Autorin Alejandra López zum Thema jüdischer Widerstand in der Zeit des Nationalsozialismus‘. Der Filmtitel darf aus Lizenzgründen nicht genannt werden.

Berlin, 1943. Das Nazi-Regime hat die Reichshauptstadt offiziell für „judenrein“ erklärt. Doch einigen Juden gelingt tatsächlich das Undenkbare. Sie werden unsichtbar für die Behörden. Oft sind  es pures Glück und ihre jugendliche Unbekümmertheit, die sie vor dem gefürchteten Zugriff der Gestapo bewahrt. Nur wenige Vertraute wissen von ihrer wahren Identität. Da ist Cioma Schönhaus (Max Mauff), der heimlich Pässe fälscht und so das Leben Verfolgter zu retten versucht. Die junge Hanny Lévy (Alice Dwyer) blondiert sich die Haare, um als scheinbare Arierin unerkannt über den Ku’damm spazieren zu können. Eugen Friede (Aaron Altaras) verteilt nachts im Widerstand Flugblätter und versteckt sich tagsüber in der Uniform der Hitlerjugend und im Schoße einer deutschen Familie. Und schließlich ist da noch Ruth Gumpel (Ruby O. Fee), die als Kriegswitwe getarnt NS-Offizieren Schwarzmarkt-Delikatessen serviert. Sie alle kämpfen für ein Leben in Freiheit, ohne wirklich frei zu sein...

Das Drehbuch basiert auf Interviews, die Regisseur und Co-Autorin mit Zeitzeugen geführt und in ihren Film integriert haben. Sie erzählen die spannende und hoch emotionale Geschichte dieser wagemutigen Helden und widmen sich damit einem weitgehend unbekannten Kapitel des jüdischen Widerstands.


Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Melden sie sich bitte bei Frau Anna Evers unter 05635-1022 oder über

info@synagoge-voehl.de an.

Montag, 25. Juli 2022, 19 Uhr, Vortrag, Prof. Dr. M. Wildt


Vortrag von Prof. Michael Wildt
"Vor aller Augen. Was wussten die Deutschen vom Holocaust?"

Foto: Cordia Schlegelmilch

Professor (em.) Michael Wildt lehrte und forschte am Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin. Er hatte dort bis März diesen Jahres den Lehrstuhl für "Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus" inne.
Anlässlich der Gedenkveranstaltungen zur 80-sten Wiederkehr des Gedenktages der Deportation der jüdischen Bevölkerung im Landkreis Waldeck-Frankenberg am 1. Juni 1942 spricht er zu diesem Thema.
Zu Michael Wildts wichtigsten Arbeiten gehört u.a. das Buch "Generation des Unbedingten" über das Führungskorps des Reichssicherheitshauptamtes, "Die Ambivalenz des Volkes, der Nationalsozialismus als Gesellschaftsgeschichte" und "Himmler privat- Briefe eines Massenmörders", herausgegeben mit Katrin Himmler. Zuletzt bei C.H. Beck erschienen: "Zerborstene Zeit: Deutsche Geschichte 1918- 1945".
Ein Eintritt wird nicht erhoben. Wegen der steigenden Corona-Zahlen wird um Anmeldung bei Frau Anna Evers unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. 05635 1022 gebeten.

Landkulturboten, Ferienjob 2022

Landkulturboten*in 2021, Foto: WLZ Armin Hennig


Auch in diesem Jahr werden in den Sommerferien "Landkulturboten" werktags in der Synagoge arbeiten und für Führungen in der Synagoge zur Verfügung stehen. Sie sind Schüler*innen aus den umliegenden Schulen.
Ihre Tätigkeit dient zur Förderung von Tourismus und Kultur und hilft den Teilnehmer*innen, die lokale Geschichte mit dem Holocaust zu verbinden. Daneben werden die Boten*innen in ihren kommunikativen Fahigkeiten gestärkt. Hier die Stellenbeschreibung:

Bitte zum Ausdrucken anklicken!

Sonntag, 17. Juli 2022, 15.00 Uhr, Spaziergang auf den Spuren Vöhler Juden


Foto: Privat

Wer offenen Auges durch Vöhl geht, findet immer noch Spuren jüdischen Lebens. Da sind in der Tür einer alten Schmiede Namen wie die von Abraham Katzenstein oder Selig Frankenthal neben denen von christlichen Bauern hinein geschnitten worden, da gibt es die Inschrift in hebräischen Schriftzeichen über der Tür eines Hauses, das im 19. Jahrhundert der Händlerfamilie Schaumburg gehörte, und da sind natürlich der jüdische Friedhof in der Herzingsgrube und die ehemalige Synagoge. Diese Spuren sind letzte Zeugen einer jahrhundertelangen Präsenz jüdischer Menschen im Ort. Sie waren Kaufleute und Händler, hatten im Unterschied zu vielen anderen Gegenden Deutschlands oft eine kleine Landwirtschaft und waren als Handwerker tätig. Da gab es aber auch Seifensieder und Aschesammler, Färber und Lumpensammler.

Im Vöhler Gemeinde- und im Marburger Staatsarchiv, aber auch in Berlin und Jerusalem hat Karl-Heinz Stadtler viele Akten und Dokumente über die Vöhler jüdische Gemeinde gefunden,  zu der auch die Juden aus Basdorf, Marienhagen und Ober-Werba gehörten. Er zeigt die Häuser, in denen sie lebten, erzählt von ungewöhnlichen Handelsgeschäften, vom Leben armer und reicher Juden, von ihrem Zusammenleben mit den Nichtjuden, aber eben auch von dem, was ihnen bis zum 6. September 1942 in Vöhl oder später in irgendwelchen Konzentrations- und Vernichtungslagern angetan wurde. An jenem 6. September nämlich – wir kennen sogar die Uhrzeit – wurden die letzten drei jüdischen Frauen aus ihren Häusern geholt und auf eine Reise ohne Wiederkehr geschickt.

Eine Gebühr für den geführten Rundgang wird nicht erhoben. Spenden für die Fortsetzung der Restaurierungsarbeiten an der Synagoge sind willkommen.
Treffpunkt: Synagoge in der Mittelgasse. 15.00 bis 17.00 Uhr.

 

Montag, 18. Juli 2022, 19 Uhr, Vorstellung der Landkulturboten


Landkulturboten*in 2021, Foto: WLZ Armin Hennig

Das Landkulturbotenprojekt findet auch in diesem Jahr wieder statt. Die in diesem Jahr beschäftigten Schülerinnen und Schüler möchten wir am Montag, 18. Juli, 19 Uhr öffentlich in der Synagoge vorstellen. Sie werden dafür sorgen, dass die Synagoge während der hessischen Sommerferien montags bis freitags tagsüber geöffnet ist. Nehmen Sie das Angebot wahr, sich von sehr jungen Leuten die Synagoge und die Arbeit des Förderkreises erklären zu lassen.
Der Bürgermeister Herr Karsten Kalhöfer und der Ortsvorsteher Herr Peter Göbel werden die Schüler/innen mit einführen.

Samstag, 23. Juli 2022, 19 Uhr, Synagogenkonzert, Ensemble FisFüz and guests


174. Synagogenkonzert mit Ensemble FisFüz -
  "Traces of the Black Sea Quintett"

Foto: Traces of the Black Sea Quintett

Traces of the Black Sea

FisFüz and guests

Besetzung:
Annette Maye – Klarinetten
Murat Coşkun – Perkussion, Rahmentrommeln, Gesang
Muhittin Kemal – Kanun, Gesang
Yaschar Coşkun – Perkussion, Hang, Gesang
Malika Coşkun – Percussion, Akkordeon, Gesang

Schwarzes Meer, das heißt auf Türkisch Karadeniz. Vor dem inneren Auge entstehen dicht
bewaldete Berge, Steinbrücken, Holzhäuser, Menschen in bunten Kleidern.
Doch FisFüz ist seit Jahren dafür bekannt, eigene musikalische Ideen mit unterschiedlichen
Traditionen und Stilen zu einem neuen überraschenden Ganzen zusammenfügen. Bei unzähligen Projekten fungierten die beiden „Köpfe“ des Ensembles, Annette Maye (Klarinetten) und Murat Coşkun (Percussion), als versierte und feinfühlige Brückenbauer zwischen Kulturen und Genres.
Diesmal ist es die Musik der Schwarzmeerküste, die sie ins Visier nehmen: Diese Musik, seit alters her geprägt von Einflüssen der umliegenden Landschaften und anrainenden Volksstämme, fasziniert mit ihrer Rhythmus-Vielfalt, ihrem Humor und Witz sowie den melancholisch-stolz anmutenden Melodien. Dabei wechseln sich Bearbeitungen von bekannten Tänzen und Liedern aus der Nordtürkei, Bulgarien, Ukraine und Georgien mit frischen Eigenkompositionen ab.
Für ihr neues Schwarzmeer-Projekt haben sich Maye und Coşkun Verstärkung geholt: Mit Muhittin Kemal ist ein Virtuose auf dem türkischen Kanun und jahrelanger Weggefährte und mit an Bord, in Sachen türkischer Musik ein Spezialist mit eindrucksvoller Fingertechnik!
Yaschar und Malika Coşkun steuern eine weitere perkussive Würze bei: Seit ihrer Kindheit mit dem Vater als „Coşkun Percussion Trio“ unterwegs, beherrschen die beiden Jungmusiker:innen die temperamentvollen Rhythmen und ihre Percussion-Instrumente mit Ernsthaftigkeit und großer spielerischer Freude.
Spurensuche am Schwarzen Meer!

Eintritt: 20/18/16 €, an der Abendkasse + 2 €.Kartenbestellung: Frau Anna Evers unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 05635-1022. Vorab-Überweisung an: Förderkreis Synagoge in Vöhl e.V.; Sparkasse Waldeck-Frankenberg; IBAN: DE48523500050007051501; Überweisungszweck: Konzert mit ... am ... Die Karten liegen dann an der Abendkasse für Sie bereit. Falls Sie nicht vorab überweisen, zahlen Sie den Abendkassenpreis (+2€).

Freitag, 1. Juli 2022, 18.30 Uhr, T. Würger, "Noah - Von einem, der überlebte"



Foto: Fabian Weiss

Autorenlesung mit Takis Würger.
Er liest aus seinem Buch:

“Noah - Von einem, der überlebte“


Noah Klieger war 13, als er sich während der deutschen Besatzung Belgiens einer jüdischen Untergrundorganisation anschloss und half, jüdische Kinder in die Schweiz zu schmuggeln. Noah Klieger war 16, als er im Morgengrauen als Häftling in Auschwitz ankam, bei Minusgraden. Noah Klieger hatte noch nie geboxt, als am Tag seiner Ankunft im Konzentrationslager gefragt wurde, ob sich Boxer unter den Häftlingen befänden und seine Hand nach oben ging. Die tägliche Sonderration Suppe für die Mitglieder der Boxstaffel von Auschwitz ließ ihn lange genug überleben. Noah Klieger war 20, als die Konzentrationslager befreit wurden. Er hat drei Todesmärsche und vier Konzentrationslager überlebt in einer Zeit, in der ein Wort, eine gehobene Hand oder ein Schritt den Tod bedeuten konnten oder das Leben. Auch in den dunklen, eiskalten Stunden fand er Hoffnung, fand er Kämpfer für den Widerstand gegen die Deutschen, fand er Verbündete, die mit ihm Kartoffeln stahlen, fand er einen Arzt, der ihm das Leben rettete, fand er List und Glück und einen letzten Laib Brot.

Takis Würger erzählt die Lebensgeschichte des Noah Klieger – von seiner Kindheit im Frankreich der 1920er Jahre, seinem Überleben in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten bis zu seinem Engagement für die Staatsgründung Israels. Der Bericht eines großen Lebens – atemberaubend gut erzählt. Eine Geschichte, die nicht vergessen werden darf.


In Kooperation mit der Buchhandlung Thalia Korbach

Eintritt: 10,-€

Dienstag, 12. Juli 2022, 19 Uhr, Kino am Dienstag mit Filminfo


Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

Der Förderkreis Synagoge in Vöhl zeigt in seiner Reihe „Dienstagskino in der Synagoge“ einen Spielfilm aus dem Jahr 1997 des italienischen Regisseurs Roberto Benigni, der auch in der Hauptrolle zu sehen ist.  Der Filmtitel darf aus Lizenzgründen nicht genannt werden.

Toskana 1939: Guido verliebt sich in die schöne Lehrerin Dora und die beiden erleben eine wunderbare Romanze voller komischer Missgeschicke und zufälliger Begegnungen. Sie heiraten und bekommen einen Sohn. Jahre später zerstören die Nazis das gemeinsame Glück, als Vater und Sohn Giosué deportiert werden. Aus Liebe folgt Dora, die nicht jüdisch ist, den beiden ins Konzentrationslager. Um seinen kleinen Sohn Giosuè vom Schrecken der Gaskammern fernzuhalten, gaukelt Guido ihm eine makabre Illusion vor und erklärt das Lager zum Austragungsort eines großangelegten Spiels, bei dem man durch bestimmte Verhaltensweisen Punkte sammeln könne. Dem Sieger des Wettbewerbs winke ein nagelneuer Panzer. Unter den unmenschlichsten Bedingungen behält er seinen Witz, seine Fröhlichkeit und seine Fantasie. Denn Giosué soll weiter daran glauben, dass das Leben schön ist!

Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Melden sie sich bitte bei Frau Anna Evers unter 05635-1022 oder über

info@synagoge-voehl.de an.

Montag, 20. Juni 2022, 19 Uhr, M. Trischan, J. Dau, "Sex am Sabbat"


 
    Foto: Holger Hintz                                                    Foto: Rudi Wernicke

Michael Trischan – Rezitation, Johannes Dau – Klarinette,

N.N. – E-Piano mit "Sex am Sabbat"

… so lautet der Titel einer Sammlung moderner jüdischer Witze von Ilan Weiss. „Lachen war in meiner Kindheit populärer als Popmusik“, sagt Ilan Weiss und ergänzt, „das Lachen kann die Weinenden nicht umstimmen, jedoch ein paar Tränen wischen“. Und tatsächlich ermöglichen die von ihm gesammelten Witze das Besteigen der Berge, vor denen man im Leben nicht nur einmal steht, deutlich leichter. Aber auch Klassiker des jüdischen Witzes kommen zu Wort, eingerahmt von Klezmer, der jüdischen traditionellen Volksmusik. Unterhaltung vom Feinsten!     

Veranstaltung im Rahmen des Kultursommers Nordhessen
Eintrittspreis: 19 €
Für Schüler, Studenten etc. Ermäßigung von 4 €, wenn nicht anders angegeben.

Dienstag, 14. Juni 2022, 19 Uhr, Kino am Dienstag



Bahnhof Sobibor (2007)
Jacques Lahitte
, Wikipedia-sobibor-1, CC BY 3.0

Der Förderkreis Synagoge in Vöhl zeigt in seiner Reihe „Dienstagskino in der Synagoge“ einen Spielfilm aus dem Jahr 1987 des Regisseurs Jack Gold nach dem Buch von Richard Rashke „Escape from Sobibór“ und einem Drehbuch von Thomas Blatt, Reginald Rose und Stanislaw Szmajzner. Er beruht auf 18 Interviews, die Rashke durchführte und schriftlich festhielt. Thomas Blatt und Stanisław Szmajzner waren Lagerinsassen im Vernichtungslager Sobibór, die flüchten konnten. Gegenstand des Films ist der Aufstand von Sobibór am 14. Oktober 1943 im von Deutschland besetzten Polen im Vernichtungslager Sobibór. Für die jüdischen Häftlinge gibt es nur Zwangsarbeit oder Tod. Die SS schickt die einen in die Gaskammern, die anderen kommen zum Arbeitsdienst. Jeder Fluchtversuch wird brutal durch Erschießungen geahndet. Mit Unterstützung des sowjetischen Kriegsgefangenen Leutnant Petscherski (Rutger Hauer) bereitet der Jude Leon Feldhendler (Alan Arkin) darum eine spektakuläre Massenflucht vor. Ein engagierter Beitrag zur Geschichte. (Lexikon des internationalen Films) Der Film dauert 143 Minuten.

Freitag, 10. Juni 2022, 19 Uhr, Vortrag, "Die Deportation nach Sobibor und Majdanek"



Gedenkstätte Majdanek (2003)
Ralf Lotys
(Sicherlich), 2003-11 KZ Majdanek,
CC BY 2.5

Vortrag von Karl-Heinz Stadtler

Am Mittwoch, den 1.Juni 2022, jährt sich die Deportation von 43 Waldeck-Frankenberger Juden von Kassel nach Sobibor und Majdanek zum 80. Mal. Am Freitag, den 3. Juni 2022, ist es 80 Jahre her, dass die meisten von ihnen im Vernichtungslager Sobibor vergast worden. Ein paar arbeitsfähige Männer hat man noch einige Wochen im KZ Majdanek am Leben gelassen.
Es wird geschildert, wie der Transport in den Tod von SS und Gestapo vorbereitet wurde, wie die Juden informiert wurden. Wir erfahren, wie die Betroffenen in Briefen ihre Angehörigen informierten. Durch den Bericht eines einzigen Überlebenden werden wir über den Transport selbst informiert. Und es werden - teilweise durch Fotos - jene Menschen vorgestellt, an die kein Grab erinnern kann!

Es besteht ab 18 Uhr die Möglichkeit, die Ausstellung "Aktion Reinhardt" zu besuchen.
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